Altenburger Land. Über Handwerker und Gastronomen im Altenburger Land, die nach vorne blicken und einige offene Fragen für eine recht spektakuläre Aktion.

Was für eine aufregende Woche im Altenburger Land - und sie ist noch nicht zu Ende. Aber von vorn. Wie findig sich Handwerk gegen Unbilden wie Personalmangel stemmt, zeigt ein Blick nach Gößnitz. Fleischermeister Maik Winkler geht mit der Zeit, ehe sein Familienbetrieb mit der Zeit geht. Eine App soll es richten und den Personalmangel hinter der Verkaufstheke kompensieren. Ein Unterfangen, das sich gut anlässt und eine Alternative ist, die auch die ältere Generation nicht abschreckt. Nicht umsonst hat Meister Winkler die neue Technik vor ihrem Einsatz erfolgreich testen lassen: von seinem 73-jährigen Schwiegervater.

Hut ab auch vor Peter Treutel, seinem Mut und seinem Team in Schmölln. Der Spitzenkoch und Inhaber von Sprottenaue und Gourmet-Imbiss in Schmölln will die Menschen mit einer weiteren Gastlichkeit beglücken und so ganz nebenher ein renommiertes Haus auf dem Dorf retten: den Landgasthof Taupadel. Mit Engagement, Fleiß und seinem tollen Team pfeift er auf Inflation und Mehrwertsteuererhöhung in seiner Branche und gibt einfach sein Bestes.

Aufregung gibts seit Mittwochmorgen vor dem Netto-Zentrallager in Guteborn und entlang der dortigen B 93. Spediteure, Handwerker und Bauern vornehmlich aus dem Sachsenland blockieren die Zufahrten für die Frischtransporte, einen Tag später und nach gerichtlicher Anordnung dann nicht mehr komplett. Behinderungen, Stau, Lärm und sonstige Unbilden gibts freilich weiter, und zwar noch bis Samstagfrüh. Denn so lange harren die Protestierenden dort aus. Ihr Grund? Wirklich formulieren konnte ihn bis dato keiner von ihnen. Und auch nicht die Wahl des Ortes begründen. Schade eigentlich, wenn man Menschen und ihre Beweggründe für mehrtägigen Protest inklusive Blockade verstehen möchte.