Altenburger Land. Es gibt einiges zu beachten bei der Wildtierrettung: Vorsicht vor Krankheitserregern und Bissverletzungen. So geht man richtig vor.

  • Richtiger Umgang mit verletzten Wildtieren.
  • Welche Telefonnummern im Altenburger Land gewählt werden sollten.
  • Welche Tiere häufig gefunden werden.

Vor einiger Zeit erreichte diese Zeitung die Nachricht von besorgten Findern, dass auf dem Gelände der Deutschen Bahn in Gößnitz von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein flugunfähiger Turmfalke entdeckt worden war. Daraufhin stellte sich dann die generelle Frage, wie man sich denn beim Fund verletzter oder flugunfähiger wilder Fundtiere richtig verhalten sollte.

Oft betreffen diese Funde nach Recherchen dieser Zeitung wohl auch noch nicht selbstständige Jungvögel. Wenn man als Spaziergänger oder Spaziergängerin einen Jungvogel findet, ist es daher ratsam, diesen erst einmal aus einem ausreichenden Abstand längere Zeit zu beobachten. So stellt sich dann heraus, ob nicht doch noch ein Altvogel kommt und füttert. Vor der Gefahr von Fraßfeinden am Boden kann man den Vogel präventiv sogar schützen, indem man ihn in das Geäst eines Strauches oder Baumes in unmittelbarer Nähe setzt.

Tierliebhaber im Altenburger Land möchten gern helfen

Häufig kommt es im Altenburger Land auch vor, dass Mauersegler gefunden werden. Für diese ist es typisch, dass sie durch einen Vorfall unverletzt auf dem Erdboden landen, von wo sie selbstständig allerdings nicht aus eigener Kraft wieder starten können. Der Finder ist dann oft erstaunt und erfreut, wenn der Vogel anschließend mit der richtigen Hilfe wieder davon fliegt, als wäre nichts gewesen.

Der kürzlich in Gößnitz gefundene Turmfalke ist jedoch verstorben und konnte nicht mehr gerettet werden. Er war laut den Informationen der Finder so abgemagert, dass jegliche Mühe umsonst und zu spät war.

Überlegtes Vorgehen bei Fundtieren im Altenburger Land empfohlen

Das Landratsamt Altenburger Land hat eine ganz klare Position zur Thematik: Vorsicht beim Auffinden verletzter Wildtiere. „Unter Umständen können gefährliche Krankheitserreger auf den Menschen übertragen werden“, informiert Jana Fuchs von der Öffentlichkeitsarbeit. „Für tierliebende Menschen ist es oft begeisternd und faszinierend, Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Besonders emotional wird es häufig, wenn der Mensch auf ein geschütztes verletztes Wildtier trifft, etwa auf einen flügellahmen Vogel – man möchte ihm helfen.“

Aktuelle Nachrichten aus dem Altenburger Land

Die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Altenburger Land weist demnach darauf hin, wie am besten mit aufgefundenen verletzten Wildtieren umzugehen ist. „Das Bundesnaturschutzgesetz sieht zwar vor, dass jeder Bürger und jede Bürgerin, der/ die ein verletztes Wildtier findet, es aufnehmen und gesund pflegen darf, doch sollte sich jeder/jede, der/die dies in Erwägung zieht, vorher fragen: Bin ich überhaupt in der Lage, das Tier bei mir unterzubringen und gesund zu pflegen, schaffe ich das zeitlich und verfüge ich über das erforderliche Wissen?“, so der Rat von Seiten des Landratsamtes Altenburger Land.

Es ist Vorsicht geboten bei Fundtieren im Altenburger Land

Marco Kertscher von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes warnt: „Grundsätzlich ist es sehr begrüßenswert, dass sich Bürgerinnen und Bürger für das Wildtierwohl begeistern und engagieren. Wir empfehlen aber, ein entdecktes verletztes Wildtier nicht anzufassen und auch nicht mitzunehmen; die Natur selbst kümmert sich professionell darum. Kranke oder verletzte Wildtiere können sich auch heftig gegen den Menschen wehren und beißen, deshalb ist Vorsicht geboten, denn die Tiere können unter Umständen Krankheitserreger übertragen.“ Nicht selten, so Marco Kertscher weiter, sei ein vermeintlich kranker Vogel einfach nur erschöpft und erholt sich wieder.

Wer dennoch einen verletzten Vogel oder ein anderes wildes Fundtier mit nach Hause nimmt, solle unbedingt die untere Naturschutzbehörde unter der Telefonnummer 03447/586-491 darüber informieren. Die Behörde selbst verfügt jedoch über keine Auffangstation; dies schreibt der Gesetzgeber auch nicht vor. Wichtig zu wissen: Tiere wie Wildschweine, Rehe und Füchse hingegen unterliegen dem Jagdrecht und sind somit ein Fall für die Jagdbehörde, die unter der Rufnummer 03447/586-129 über das Auffinden des verletzten Tieres informiert werden kann.