Schmölln. Stadt Schmölln beschließt: Mehr Totholz, Grünbrücken und Eichenförderung im Lohsenwald.

  • Stadt Schmölln setzt auf Naturwald-Konzept.
  • Nachhaltigkeit als Ziel für den Lohsenwald.
  • In Thüringen setzen nur Jena und Schmölln auf Naturwald.

Die Stadt Schmölln bewirtschaftet ihre Wälder künftig nach den Maßgaben eines Naturwaldes. Den Grundsatzbeschluss dazu fällte der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag. Nach Jena ist die Stadt Schmölln damit die zweite Kommune in Thüringen, die dieses Konzept für kommunale Wälder anwendet.

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Dem Beschluss vorausgegangen war eine gründliche Recherche und anderthalb Jahre Vorbereitung. Unter anderem führte eine Exkursion nach Jena und zu einem Treffen mit dem dortigen Stadtförster. Gesprächspartner und Berater waren zudem Natur- und Umweltschutzbehörde des Kreises sowie der zuständige Revierförster Hans-Peter Schenk. Die Idee Naturwald entstand durch die klimatischen Veränderungen, denen Wald inzwischen standhalten muss und dabei seine Funktionen Schutz, Nutzung und Erholung nicht verlieren sollte: sehr trockene Sommer, länger werdenden Vegetationsperioden, Starkregenfälle.

Mehr Nachhaltigkeit für den Schmöllner Lohsenwald

Die größte zusammenhängende Fläche Kommunalwald in der Stadt Schmölln ist der Lohsenwald mit seinen rund 15 Hektar. Der Schwerpunkt seiner Pflege liegt künftig beispielsweise auf der gleichmäßigen Verteilung von Bäumen jeden Alters. Räumlich abgegrenzte Altholz- und Totholzinseln ohne Bewirtschaftung werden ausgewiesen. Ausnahmen bestehen dort, wo die Stadt Schmölln in der Verkehrssicherungspflicht ist. Gefördert wird in den Lohsen die Stieleiche als die für den Schmöllner Raum typische Hauptbaumart, eine weitere Baumart ist die Hainbuche.

Schmölln betritt im Altenburger Land absolutes Neuland. Ich denke, wir brauchen keine Vorträge mehr und keine ideologische Sprache. Ich denke, die Menschen sind bereit, etwas für das Kleinklima vor ihrer Haustür zu tun.
Birgit Seiler, Leiterin des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz des Kreises

Abgestorbene nicht standortsgemäße Nadelhölzer bleiben in den Lohsen, sie sollen unter anderem Schattenspender für neu aufkommende Bäume sein. Gezielt aufgeforstet werden soll an den Waldrändern, um diese aufzuwerten und Übergänge fließend zu gestalten. Schon jetzt ist die Nutzung des Lohsenwaldes der Stadt Schmölln eine schonende und liegt lediglich bei rund 1,8 Festmetern pro Hektar und Jahr. Dieser Weg soll laut Konzept fortgesetzt werden. Die Holznutzung soll sich an einer mittleren Entnahmemenge von 1,5 bis 2,5 Festmetern pro Hektar und Jahr orientieren.

Und auch als Erholungsort bleiben die Lohsen den Schmöllnern erhalten. Errichtete Treppen, Geländer, Bänke, Spielplätze bleiben nutzbar. Hauptwege ebenfalls. Waldinseln sollen durch neu anzulegende Grünbrücken und Wanderkorridore miteinander verbunden werden.

Alle zehn Jahre muss die Stadt Schmölln über die Fortschreibung ihrer Forsteinrichtung befinden. Der nächste Termin dafür ist 2026. Mit dem Grundsatzbeschluss vom Donnerstag ist die Richtung nun vorgegeben.