Schmölln. Von Schiedsstelle über Heimatverein und Engagement am Hillerturm. Wer in Schmölln kürzlich verdient einen Preis erhalten hat.

Zur Schmöllner Stadtratssitzung am 25. April fand die Verleihung der Ehrenpreise 2023 statt.

Der Ehrenpreis zeichnet Bürgerinnen und Bürger der Stadt aus, welche sich durch besonderes Engagement und Hilfsbereitschaft auszeichnen. Für den Ehrenpreis 2023 stimmte der Stadtrat für insgesamt drei Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise Gruppen, anhand der eingegangenen Vorschlagseinreichungen.

Die Hauptaufgabe der Schmöllner Schiedsstelle

Einen Ehrenpreis für soziales Engagement überreichte Bürgermeister Sven Schrade (SPD) Armin Lange. Dieser wurde 2017 vom Stadtrat zur Schiedsperson der Schiedsstelle Schmölln Gößnitz gewählt und im Mai 2017 vom Amtsgericht Altenburg berufen. In den Jahren 2017 bis 2023 führte er das Amt als Vorsitzender der Schiedsstelle mit seiner Bürgernähe, Unparteilichkeit, Ruhe und Lebenserfahrung sowie gesunder Menschenkenntnis durch.

Bei den Schlichtungsverhandlungen und den kleinen Tür- und Angelproblemen während dieser Zeit, kam es zu vielen positiven Ergebnissen, - eben Schlichtungen. Dazu beigetragen haben auch die von ihm besuchten Fortbildungslehrgänge, wie Nachbarschaftsrecht, Zivilrecht und Strafrecht. Denn die Hauptaufgabe einer Schiedsstelle ist: „Schlichten ist besser als Richten“.

Digitalisierung in Schmölln

Der zweite Ehrenpreis 2023 ging an Volker Pleitz und Wolfgang Spreer, zwei ehrenamtliche Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Schmölln. Die beiden arbeiten schon mehrere Jahre als Team sehr engagiert und erfolgreich daran, älteres Filmmaterial zu digitalisieren und der Öffentlichkeit zugängig zu machen. So konnten viele Filme des ehemaligen Amateurfilmstudios Schmölln aus DDR-Zeiten wieder restauriert und bereits in Filmabenden in der Jahre 2021 und 2022 in Schmölln, Altkirchen oder auch Grünberg gezeigt werden. Höhepunkte waren aber dann die vier Filmabende 2023 in Schmölln, welche mit vollster Auslastung des Mehrzweckraumes der Sparkasse einer breiten Masse an Bürgern zur Aufführung gebracht wurden.

Neue Darbietungen für dieses Jahr sind bereits in Vorbereitung. Auch über die Stadt-und Landesgrenzen hinaus gibt es Kooperationen, wie mit dem Museum Burg Posterstein, dem Sächsischem Staatsarchiv Leipzig und viele weitere, mit welchen sich die Preisträger sehr engagieren. Viel Zeit und Arbeit investieren beide besonders in die Vertonung von Filmen- wie beispielsweise ein Film der Freiwilligen Feuerwehr Schmölln. Mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit haben sie vielen Bürgern schöne erlebnisreiche Stunden beschert.

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Ehrung in Schmölln für besondere Leistungen

Zu guter letzt bekam Jörg Franke einen Ehrenpreis, dessen Engagement schon von weitem zu sehen ist. Genau genommen sieht man das „Objekt der Begierde“ sehr gut an der Kreuzung Bachstraße in Richtung Bergstraße: es geht um den Hillerturm. Er wurde nach seinem Erbauer Curt Hiller benannt, der diesen neben einigen Teichen und einer Grotte im Jahre 1904 errichten ließ.

Die Fertigstellung hat er leider nicht mehr erlebt, da er, so sagt der Volksmund, im Jahre 1905 wegen Liebeskummer den Freitod wählte. Diese Geschichte ist nur eine, die sich um den Turm rankt. So sollen die Anlage und der Turm als Liebesbeweis für die Tochter der Ritterschen Gärtnerei in Schmölln, die sich am Fuße des Pfefferberges befand, errichtet worden sein. Im April 2018 erwarb Jörg Franke das verwilderte Anwesen. Der Turm, die Teiche und die gesamte Parkanlage inklusive Felsgrotte rings herum hatten in der Zwischenzeit natürlich immense Schäden genommen und waren sehr verwildert.

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Herr Franke nahm sich dem Areal an und schuf einen neuen alten Ort zur Entspannung und zum Verweilen – mit viel Fleiß, Schweiß und finanziellen Mitteln. Nach dem Kauf im April 2018 ließ er weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises ein denkmalpflegerisches Konzept erstellen. Hierbei wurden die Schäden analysiert und ein Restaurierungsplan aufgestellt. So wurde an der Turmanlage der historische Noppenputz ausgebessert und erneuert, alle Fenster restauriert und fehlende Scheiben mit Glas aus der Erbauungszeit wieder komplettiert. Die Turmplattform wurde erneuert und gegen Nässe abgedichtet. Die Ausstiegsluke erhielt aus Sicherheitsgründen eine elektrisch gesteuerte Hydraulikanlage. Im Inneren des Turmes wurden die Tapeten aus DDR-Zeiten entfernt und die ursprüngliche Wandfassung restauriert. Die Felsengrotte wurde aufwendig saniert und eine neue Zaunanlage umschließt das Anwesen.