Altenburger Land. Gospelklänge und Bierkistentürme: Zürchauer Dorffest verbindet Tradition und Gemeinschaft im Altenburger Land.

  • Kirchen-Radtour: Neues Ziel Zürchau begeistert.
  • Himmelfahrt auf dem Dorf: Fest trifft Gottesdienst.
  • Pfarrer diesmal in Arbeitshosen.

Der Zehnjährige Hannes Gießler war der erste Junge, der einen zwölf Bierkisten hohen Turm in Zürchau erbauen konnte und darauf freudestrahlend ein paar Sekunden aufrecht stand. Danach versuchten das noch mehrere Kinder - und schafften es mal recht, mal schlecht. Die Freude am Spiel stand ihnen genauso ins Gesicht geschrieben wie die Anstrengung.

Hannes Gießler als erster auf dem Kistenturm. 
Hannes Gießler als erster auf dem Kistenturm.  © Funke Medien Thüringen | Petra Lowe

Für die erwachsenen Beobachter war der Wettstreit allemal spannungsreich. Freilich waren Sicherungsseil und Zugvorrichtung per Kran vor Ort, denn die Kinderattraktion war Teil des Programms zu Himmelfahrt in Zürchau.

Dorf- und Verschönerungsverein Zürchau erstmals mit im Boot

„Dem Himmel entgegen“, so betitelte die evangelische Kirche Altenburg ihre diesjährige Radtour am Himmelfahrtstag. Von der Brüderkirche aus machten sich am Vormittag mehr als 60 große und kleine Radler mit Proviant und Picknickdecken auf eine 18 Kilometer lange Strecke ins Blaue auf. Über Drescha, Göhren, Romschütz und Saara trafen sie am frühen Nachmittag in Zürchau ein. Der Dorf- und Verschönerungsverein Zürchau war zum ersten Mal mit im Boot und bestens auf die Ankömmlinge vorbereitet.

Zürchauer Dorffest-Atmosphäre im ganzen Ort

Open-air-Gottesdienst mit dem Gospelchor Colors of Soul unter der Leitung von Rebecca Klukas. 
Open-air-Gottesdienst mit dem Gospelchor Colors of Soul unter der Leitung von Rebecca Klukas.  © Funke Medien Thüringen | Petra Lowe

Mehr als 120 Gäste wurden schließlich bewirtet und unterhielten sich ausgezeichnet in entspannter Dorffest-Atmosphäre - ob auf der Wiese, unterm Zelt und sowieso herrlichem Sonnenschein. Für besondere Begeisterung sorgte der Gospelchor „Colors of Soul“ unter Leitung von Rebecca Klukas, Ekkehard Dreßler am Schlagzeug, Franz Liebisch mit Bass und Gitarre und, virtuos wie immer, der Keyboarder der Stern-Combo Meissen, Manuel Schmid.

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Auf der Straße zwischen der Zürchauer Kirche und dem neuen Vereinshaus lud die Kirchgemeinde zum gemeinsamen Gottesdienst. Ungewöhnlich in zweifacher Weise. Zum einen wird nicht alle Tage ein Open-Air Gottesdienst gefeiert. Zum anderen traten die beiden Pfarrer, Sandro Vogler und Andreas Gießler, in grünen Arbeitshosen auf.

Gottesdienst der anderen Art in Zürchau: Zwei Pfarrer in Arbeitshosen, Sandro Vogler (l.) und Andreas Gießler. 
Gottesdienst der anderen Art in Zürchau: Zwei Pfarrer in Arbeitshosen, Sandro Vogler (l.) und Andreas Gießler.  © Funke Medien Thüringen | Petra Lowe

„Um dem Himmel ein Stück näher zu kommen“, stapelte Pfarrer Gießler Bierkisten übereinander und stieg darauf. Es gehe nicht um höher, schneller, weiter, sondern einen Perspektivwechsel. Und auch Pfarrer Vogler plädierte dafür, auf die Welt doch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu schauen. „Nur von innen sieht ein Hamsterrad wie eine Karriereleiter aus“, sagte der Pfarrer der Brüderkirche unter zustimmendem Lachen der Gäste.

Neues Ziel gefunden: Endstation Zürchau

Am Ende des Gottesdienstes blieb der Ruf nach Dankbarkeit und der Suche nach neuen Möglichkeiten nicht ungehört und wurde musikalisch mit dem Gospelchor unterstrichen. So wie an diesem Nachmittag zwischen Kirchgemeinde und Dorfverein sichtbar, könne man sich aufeinander verlassen. Doch dazu sei es nötig, aufeinander zuzugehen und Grenzen abzubauen, sagte Gießler, der auch Pfarrer in Zürchau ist. Er war es auch, der eine Zusammenarbeit für diesen Tag an den Verein herangetragen hatte. Im letzten Jahr endete die Radtour in Maltis. In diesem Jahr ging man einen neuen Weg, fand neue Verbündete und setzte ein neues Ziel mit der Endstation Zürchau.

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