Altenburger Land. Demografischer Wandel im Altenburger Land: Gößnitz kämpft gegen Bevölkerungsschwund. Hier die Lösungsvorschläge der Bürgermeisterkandidaten .

  • Am 26. Mai wird in Gößnitz ein neuer Bürgermeister gewählt.
  • Vier Männer bewerben sich für den Chefposten im Rathaus.
  • So wollen sie die Jugend in der Stadt halten.

Bevölkerungsmäßig ist Gößnitz die kleinste und flächenmäßig zweitkleinste Stadt im Landkreis Altenburger Land. In Zahlen ausgedrückt heißt das: in knapp drei Jahrzehnten sank die Zahl der Einwohner der Stadt Gößnitz von 4679 im Jahre 1994 auf 3433 im Jahre 2022.

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Es gibt eine Außenstelle der Musikschule in der Stadt, eine Bibliothek und auch einen Jugendklub. Bekannt ist die Stadt Gößnitz außerdem durch ihre Kabarettisten, die Gößnitzer Nörgelsäcke. Und nicht zuletzt sorgt das Gößnitzer Open-Air, zu dem seit 1993 jährlich eingeladen wird, stets für Trubel und Abwechslung. Selbst Rammstein spielte hier schon auf. All das täuscht indes nicht darüber hinweg, dass nicht wenige junge Menschen nach Ende von Schul- oder Berufsausbildung der Stadt Gößnitz den Rücken kehren. Der aktuelle Altersdurchschnitt der Gößnitzer Bevölkerung liegt bei immerhin knapp 50 Jahren. Anlass genug für diese Zeitung, die vier Bürgermeisterkandidaten, die sich am 26. Mai zur Wahl stellen, zu fragen: Was wollen Sie für die junge Generation der Gößnitzer tun, damit sie ihre Stadt als lebens- und liebenswert empfinden und ihr nicht den Rücken kehren? Hier sind ihre Antworten.

Das sagt André Becker, Bürgerinitiative 89

André Becker
André Becker © Funke Medien Thüringen | Privat

Ganz einfach: Zuhören und ihre Sprache reden. Kinder und Jugendliche haben ganz andere Filter. Das habe ich gemerkt in meiner 2022 privat durchgeführten, repräsentativen Umfrage zum Neubau Kinderspielplatz, der nun - völlig an den Wünschen vorbei geplant - nun so entsteht, wie es sich kaum ein Kind oder Eltern gewünscht haben. Kinder und Jugendliche müssen genauso ernst genommen werden wie Erwachsene und für ihre Heimat begeistert werden. Mitspracherecht und Augenhöhe ist das Normalste der Welt.

Das sagt Thomas Großmann, CDU

Thomas Großmann
Thomas Großmann © Funke Medien Thüringen | Privat

Zunächst muss der Jugendklub weiter unterstützt und damit erhalten werden. Es ist aber auch die Ansiedlung und Gründung jeglicher Industrie- und Gewerbeprojekte zu unterstützen, damit junge Menschen Ausbildung- und Arbeitsplätze erhalten können. Vereine sind gerade auch bei der Jugendarbeit zu unterstützen. Auch hier spielt eine große Rolle, junge Familien bei der Schaffung von Wohneigentum zu unterstützen. Ebenso attraktive Freizeitmöglichkeiten, wie das Freibad.

Das sagt Patrick Albrecht, Einzelbewerber

Patrick Albrecht
Patrick Albrecht © Funke Medien Thüringen | Privat

Die meisten jungen Menschen zieht es in die Großstadt, weil es viele Arbeitsmöglichkeiten und kulturelle Angebote wie Bars, Diskotheken etc. gibt. Gößnitz kann deshalb nur eine ruhige Wohnstadt für Pendler sein, in welcher die Anonymität, wie in Großstädten, nicht stark ausgeprägt ist, weil man sich kennt. Die Anbindung nach Zwickau oder Leipzig ist vorhanden. Für die Bürgerinnen und Bürger muss es genügend Erholungsmöglichkeiten geben. Das Freibad spielt hier beispielsweise eine wichtige Rolle.

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Das sagt Rolf Luksch, Initiative Gößnitz

Rolf Luksch
Rolf Luksch © Funke Medien Thüringen | Jana Borath

Die Verankerung unserer Jugend in Projekten und Vereinen ist fundamental, um den sinkenden Einwohnerzahlen entgegenzuwirken. Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sollten geschaffen werden. Bus- und Bahnverbindung, schnelles Internet und preiswertes Wohnen sind Punkte, an denen weiter gearbeitet werden muss. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer ein offenes Ohr für die Jugend habe. Ich erwarte aber auch Gegenleistungen von unserem Nachwuchs: Wertschätzung, Respekt und Sauberkeit.

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