Altenburger Land. Die Innenstadt von Gößnitz im Altenburger Land leidet unter dem Leerstand. Ein Bürgermeisterkandidat gibt zu: „Ich habe kein Konzept dafür.“ Und seine Kontrahenten?

  • Am 26. Mai wird in Gößnitz ein neuer Bürgermeister gewählt.
  • Vier Männer bewerben sich für den Chefposten im Rathaus.
  • Das sind die Ideen im Kampf gegen Ladenleerstand.

Es ist traurige Wahrheit: Wer wegen eines Shopping-Erlebnisses der Extraklasse in Gößnitz unterwegs ist, der tut dies vergeblich. Grundbedürfnisse werden mit Lebensmittelmarkt, Bäcker, Fleischer, Apotheke befriedigt. Auch der Gang zum Friseur, zur Kosmetik oder ins Reisebüro ist möglich. Aber für ein schickes Outfit, ein neues Paar Schuhe oder neue Gardinen muss man die Stadt Gößnitz verlassen. Aktuell ist sogar die kleine Postfiliale am Netto-Markt vakant.

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Stattdessen blickt man in den Straßenzügen der Innenstadt in zu viele leere Schaufenster längst geschlossener Geschäfte. Nicht selten bieten einen nicht wirklich schönen Anblick. Daher die nicht unberechtigte Frage an die vier Männer, die am 26. Mai als Bürgermeisterkandidaten antreten: Wie sieht Ihr Konzept aus, um gegen Ladenleerstand im Gößnitzer Stadtzentrum vorzugehen?

Das sagt André Becker, Bürgerinitiative 89

André Becker
André Becker © Funke Medien Thüringen | Privat

Immobilientransformation - ein schweres Wort, oder? Wer sagt denn, dass es ein Laden sein muss, der dauerhaft das Gleiche verkauft? Pop-up-Stores mit wechselnden Produkten, auch wechselnde Einzelhändler, zumindest im Stadtkern könnten ein Weg sein. In Verbindung mit Wochen- und Bauernmarkt vielleicht eine Alternative? Auch der Umbau zu einem sicheren Abstell- und Ladeplatz für das teure E-Bike wäre für Pendler und Einkäufer sicher überlegenswert. Ein öffentliches WC in einem alten Laden? Miete gesichert durch die Stadt?

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Das sagt Thomas Großmann, CDU

Thomas Großmann
Thomas Großmann © Funke Medien Thüringen | Privat

Einzelhandelsgeschäfte dürften es schwer haben, da sie gegenüber den großen Märkten nicht konkurrenzfähig sind. Ausgenommen evtl. ein Gemüsegeschäft. Es kann also nur um die Ansiedlung von Dienstleistungen oder kulturellen Einrichtungen in ehemaligen Läden gehen. Priorität hat derzeit aber, den Gößnitzern eine Postfiliale zu erhalten. Dass kulturelle Einrichtungen auch in einer Kleinstadt funktionieren, zeigt unser Kabarett. Warum also nicht beispielsweise ein Café mit regelmäßiger Livemusik.

Das sagt Patrick Albrecht, Einzelbewerber

Patrick Albrecht
Patrick Albrecht © Funke Medien Thüringen | Privat

Ich bin kein Freund von wilden Ideen, die nicht umsetzbar sind. Offen und ehrlich: Ich habe kein Konzept dafür. Kleine Einzelunternehmen, wie man sie von früher kennt, haben in der heutigen Zeit keine Chance gegen den Onlinehandel oder große Geschäftsketten. Möglich wäre ein 24-Stunden-Geschäft, wie in Taupadel, mit größerem Sortiment und eine Packstation für Pakete. Leerstehende Ladenflächen müssen anders genutzt werden. Den bestehenden Einzelhändlern sichere ich jedoch meine Unterstützung zu.

Alles über die Gößnitzer Bürgermeisterkandidaten auf einen Blick

Das sagt Rolf Luksch, Initiative Gößnitz

Rolf Luksch
Rolf Luksch © Funke Medien Thüringen | Jana Borath

Wir müssen in unserer Stadt Dienstleistungen anbieten, die wir im Internet nicht kaufen können. Zum Beispiel aus den Bereichen Kosmetik, Spezialreinigung, Erlebnisgastronomie, Kulturwerkstätten. Ein regionales Kaufhaus mit Arztpraxen und einer Bushaltestelle ist eine meiner vielen Visionen für unsere Stadt. Wichtig ist eine Bedarfsermittlung, viel Werbung und vor allem, darüber miteinander zu sprechen. Positive und negative Kritiken sind erwünscht und hilft uns weiter.

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