Altenburger Land. Was im Altenburger Land so gegeistert: Kinder- und Jugendhaus im Altenburger Land freut sich über diese neue Sportstätte für jedermann.

  • Wer eine neue Sportstätte für lokale Jugend ermöglicht.
  • Nicht nur Kinderherzen schlagen höher.
  • Spiel und Spaß im Altenburger Land.

„Der Sand ist ganz weich und Nadeln sind auch nicht drin. Es ist schön, dass es solche Leute gibt, die sich für den Platz eingesetzt haben“, sagte Linus Paul Klaußner aus Altenburg-Nord. Er gehörte zur Mannschaft des Johanniter Kinder- und Jugendhauses, die am Mittwochabend gegen sechs Mitglieder des Rotary Clubs Altenburg antraten.

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Barfuß und mit ganzem Körpereinsatz wurde der nagelneue Beach-Volleyball-Platz des Johanniter Kinder- und Jugendhauses in Altenburg Nord in Besitz genommen. Ums vorwegzunehmen, die jungen Leute siegten klar in zwei Sätzen. Dennoch war es kein leichter Sieg. Denn was den Jungen und Mädchen die Spielfreude war, war den anderen die Ehre. Und weil es so schön war, mischten sich anschließend die Volleyballbegeisterten und spielten erneut. Sieger: alle.

Ein Geschenk für 22.000 Euro ans Kinder- und Jugendhaus in Altenburg Nord

Der Platz ist ein Geschenk des Rotary Clubs Altenburg und nach einer kindgerechten Küche vor etwa 20 Jahren und jüngst der Übernahme der Kosten für Schwimm- und Selbstverteidigungskurse junger Migrantinnen, der Höhepunkt der bisherigen rotarischen Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit in Altenburg-Nord. Ein Geschenk, das mit rund 22.000 Euro zu Buche schlug, inklusive drei neuer Leder-Volleybälle. „Die Höhe hat mich überrascht“, sagte Rotary-Präsident Anthony Lowe. „Als der Wunsch ausgesprochen wurde, dachte ich noch, ein bisschen Sand, zwei Stöcke, ein Netz. Das war‘s“. Und schließlich sei Brasilien, das Herkunftsland, nicht reich und solche Spielflächen sicher nicht teuer, sagte Lowe. Doch weit gefehlt. „In Deutschland ist alles anders und das liegt nicht nur an der fehlenden Küstenlage Altenburgs“, meinte er.

Fleißig Hand angelegt für neuen Beach-Volleyball-Platz

Neun Bäume mussten gefällt werden, darunter eine Kiefer von 19 Metern Höhe. „Dafür holten einige Rotarier im November ihre Kettensägen heraus, setzten an und jedes Mal schafften sie eine Punktlandung“, würdigte Lowe die Fähigkeiten seiner Mitstreiter. Aber ohne professionellen Tiefbau wäre die Anlage nicht möglich gewesen. Von Bäumen umringt liegt sie am Fuße des Kinder- und Jugendhauses. Die eigentliche Spielfläche misst 16-mal acht Meter und ist inklusive einer Auslaufzone mit einem Randstein begrenzt. Die Gesamtfläche der Anlage ist jedoch 326 Quadratmeter groß.

125 Kubikmeter Sand liegen auf einer vorbereiteten Tragschicht. Allein die Netzanlage kostete 2500 Euro. Der Großteil der Gesamtausgaben für den Beach-Volleyball-Platz kam im vergangenen Jahr beim Feiern fröhlicher Urständ zusammen. Auf 15.000 Euro belief sich der Erlös aus dem Rotarischen Oktoberfest. Den fehlenden Rest der Zeche von 7000 Euro spendeten die Altenburger Rotarier.

Jeder ist willkommen im Kinder- und Jugendhaus

Blick auf den neuen Beach-Volleyball-Platz vor dem Johanniter Kinder- und Jugendhaus Altengurg Nord. 
Blick auf den neuen Beach-Volleyball-Platz vor dem Johanniter Kinder- und Jugendhaus Altengurg Nord.  © Funke Medien Thüringen | Petra Lowe

Glücklich über den neuen Platz für seine Schützlinge war Janek Günther. „Undenkbar, so etwas allein auf die Beine zu stellen“, sagte der Sozialarbeiter im Kinder- und Jugendhaus der Johanniter-Unfall-Hilfe. Er hatte den Rotariern den Wunsch nahegebracht und war auf offene Ohren gestoßen. 20 bis 40 Jungen und Mädchen im Alter von zwölf bis 20 Jahren betreuen Janek und Claudia Günther. Essen selbst machen, Hausaufgaben- und Prüfungshilfe, aber auch verschiedene Spiele und immer wieder Gespräche mit den Kindern und Jugendlichen werden angeboten.

Janek Günther ist ehrenamtlicher Leiter der integrativen Samba-Gruppe „Como Vento“ in Altenburg-Nord.
Janek Günther ist ehrenamtlicher Leiter der integrativen Samba-Gruppe „Como Vento“ in Altenburg-Nord. © Jens Borghardt/MDR Thüringen | Jens Borghardt/MDR Thüringen

Und Janek Günther leitet die seit Jahren erfolgreiche Sambagruppe Como Vento. „Unsere Mitglieder können vor tausenden Leuten spielen, auch wenn manche ihren Namen nicht schreiben können.“ Das Spiel gebe Selbstvertrauen, so der Sozialarbeiter. Jeden Tag können die Jugendlichen ins Jugendhaus kommen, zwischen 14 und 20 Uhr steht es allen offen – nun auch der Beach-Volleyball-Platz. „Bei den meisten Familien ist nicht viel Geld da, der Mangel ist spürbar. Andere entfliehen der Resignation zu Hause. Unsere Aufgabe ist es, einen Gegenpunkt zu setzen“, so Janek Günther.

Und warum ausgerechnet ein Beach-Volleyball-Platz? Die Volleyball-Halle sei nur in der Schulzeit nutzbar, sagt Günther. Doch die jungen Leute hat das Volleyballfieber gepackt, treten zu Clubmeisterschaft an. Ein dritter Platz war auch schon drin. Da geht noch mehr, sind sie alle sicher. So einfach sei das.

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