Schutzmaßnahmen im Saale-Orla-Kreis verschärft

Schleiz.  Vorerst bis zum 25. März sind sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern untersagt.

Aufgrund weiterer nachgewiesener Corona-Infektionen im Saale-Orla-Kreises werden die Vorsorgemaßnahmen verschärft.

Aufgrund weiterer nachgewiesener Corona-Infektionen im Saale-Orla-Kreises werden die Vorsorgemaßnahmen verschärft.

Foto: Tino Zippel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im Saale-Orla-Kreis sind ab sofort Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern untersagt. Dies teilte das Landratsamt am Dienstagmorgen mit. Die entsprechende Allgemeinverfügung gilt vorerst bis zum 25. März.

Damit reagiert die Behörde auf die aktuelle Situation, wonach seit Montagnachmittag bekannt ist, dass es inzwischen im Saale-Orla-Kreis drei bestätigte Corona-Infektionen gibt. „Damit ändert sich die Situation für den Saale-Orla-Kreis erneut“, stellt Landrat Thomas Fügmann (CDU) fest. In der Sitzung des Krisenstabes Dienstagfrüh wurde daher die Entscheidung getroffen, die angekündigte Allgemeinverfügung zum Verbot von Großveranstaltungen der neuen Situation anzupassen. Untersagt werden Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern. Die entsprechende Verfügung wird in der Ostthüringer Zeitung am 11. März amtlich bekanntgemacht. „Größere Veranstaltungen sind in der aktuellen Lage nicht zu verantworten“, erklärte Dr. Torsten Bossert, Leiter des Krisenstabes und Leiter des Fachdienstes Gesundheit im Landratsamt.

Im Krisenstab wurde länger diskutiert, inwiefern die Empfehlung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern durchzuführen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, für den Saale-Orla-Kreis bindend sei. „Wir haben hier eine ländliche Region mit dünner medizinischer Versorgung und wenigen Krankenhausbetten. Wir sind für die Versorgung einer größeren Zahl Erkrankter gar nicht ausgestattet“, argumentierte Jürgen Hauck, hauptamtlicher Beigeordneter des Landrates. „Würden sich Leute jetzt hier bei einer größeren Veranstaltung anstecken, könnte auch die Nachverfolgung der Kontaktpersonen gar nicht mehr geleistet werden“, so Hauck. Deshalb seien die geplanten Veranstaltungen mit mehreren hundert Besuchern in der Region nicht zu genehmigen. Der am Montag verstorbene Infizierte im nordrhein-westfälischen Landkreis Heinsberg habe sich schließlich bei einer Karnevalsveranstaltung am Heimatort angesteckt, war nicht in Italien oder in einem anderen Risikogebiet, so die Argumentation im Krisenstab.

Die Mitarbeiter des Fachdienstes Gesundheit hatten am Montag sofort wieder die Arbeit aufgenommen, die Kontaktpersonen der beiden nachgewiesen Infizierten – eine 43-jährige Frau und ein 19-jähriger Mann aus dem Raum Pößneck – zu ermitteln. Für diese Personen wird, ebenso wie für die beiden Erkrankten, für 14 Tage eine häusliche Quarantäne angeordnet. Nach den ersten Erkenntnissen des Fachdienstes Gesundheit sei die Zahl der neuen Kontaktpersonen “überschaubar”, so Dr. Bossert.

Die Telefone des Bürgertelefons im Landratsamt in Schleiz – Telefon: (03663) 488 888 – bleiben in dieser Woche, täglich ab 8 Uhr, bis mindestens Donnerstag jeweils bis 18 Uhr, weiter geschaltet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren