Eisenacher Spätstarter bringt viel Bundesliga-Erfahrung mit

Eisenach. Lettischer Neuzugang Aivis Jurdzs freut sich am Mittwoch beim Sparkassencup auf ein Wiedersehen mit Hannover-Burgdorf.

Eisenachs neuer Lette Aivis Jurdzs (hier beim 37:27 gegen Bad Blankenburg/links Borodovskis) gilt als gleichermaßen torgefährlich und abwehrstark. Foto: Sascha Fromm

Eisenachs neuer Lette Aivis Jurdzs (hier beim 37:27 gegen Bad Blankenburg/links Borodovskis) gilt als gleichermaßen torgefährlich und abwehrstark. Foto: Sascha Fromm

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Aivis Jurdzs war schon 19 und Sportstudent, als er zum Handball kam. In Lettlands Hauptstadt Riga fanden seine Lehrer, der 1,98 Meter große Bursche hätte eine "richtige Fackel" - was einen schnellen, starken Wurfarm im Handball bedeutet.

In dem kleinen Dorf nahe der russischen Grenze, in dem Jurdzs aufgewachsen war, hatte keiner seine Begabung entdeckt. Als Kind spielte Aivis nur ein paar Jahre Lettlands Nationalsport - Basketball.

"Dass ich mal Profi würde, habe ich als Student nicht gedacht", sagt Jurdzs. Doch innerhalb von drei Jahren war er Nationalspieler. Nach Abschluss seines Studiums lockten den 25-jährigen Sportlehrer und Trainer mit B-Lizenz Verträge im Ausland. "Portugal, Spanien, Slowakei, Russland, Weißrussland und Deutschland - ich war überrascht, wer mich alles haben wollte", erinnert sich Jurdzs.

Er entschied sich für Hannover-Burgdorf. "Die spielten damals um den Aufstieg in die Bundesliga. Als ich 2009 unterschrieb, wusste ich nicht, ob sie es schaffen würden", sagte Jurdzs. Hannover drehte die Relegation im Rückspiel. Neuling Jurdzs lebte seinen Traum von der stärksten Liga der Welt.

Mit Hannover ging es in vier Jahren immer nur bergauf. Zuletzt stand das Team auf Rang sechs, gilt als größte Überraschung in der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Jurdzs Vertrag wurde nicht verlängert. "Vielleicht haben sie gedacht, ich bin mit 29 zu alt. Dabei ist das doch das beste Handball-Alter", sagt der Lette, der körperlich noch in hervorragendem Zustand ist.

Dass sich Geschichte wiederholt, glaubt Jurdzs inzwischen. "Denn in Eisenach habe ich auch unterschrieben, ohne zu wissen, ob der ThSV aufsteigen würde", lächelt Jurdzs, der in der Bundesliga schon über 300 Tore geworfen hat und zudem als gleichermaßen abwehrstark gilt.

Sein neuer Trainer Adalsteinn Eyjolfsson baut auf diese Qualitäten. "Wir haben nur noch Hannes Jon Jonsson mit Bundesliga-Erfahrung. Deshalb brauchen wir so einen wie Aivis", sagte der Isländer.

Jurdzs spielt im linken Rückraum. Dort wo Eisenachs Publikumsliebling Daniel Luther Tore wirft. Den Konkurrenzkampf sieht Jurdzs ganz professionell. "In der Bundesliga muss jede Position doppelt besetzt sein", erklärt der ruhige Recke.

Bundesliga-Start gegen Hannover am Geburtstag

Ein besonderes Vergnügen erwartet Jurdzs in den nächsten Wochen. "Ausgerechnet Hannover. Zum Auftakt des Sparkassencups und dann zum Bundesliga-Start. Das ist schon ein besonderer Zufall. Da wollen Hannes Jonsson, der ja ein Jahr zuvor aus Hannover nach Eisenach kam, und ich zeigen was wir können", freut sich Jurdzs, der mit seiner Frau und der neun Monate alten Tochter Anika in Eisenach wohnt.

Heute, 20 Uhr, startet der ThSV in der Werner-Aßmann-Halle in das traditionsreiche Vorrundenturnier. Weitere Vorrunden-Gegner sind am morgigen Donnerstag (20 Uhr) ebenfalls in Eisenach der SC Magdeburg und am Freitag (18 Uhr) Zweitliga-Aufsteiger Coburg.

Am 24. August wird Aivis Jurdzs 30 Jahre alt. Dann geht es zum ersten Mal in Eisenach um Bundesliga-Punkte. Gegen TSV Hannover-Burgdorf . "Ein Sieg wäre einfach das perfekte Geburtstagsgeschenk", plaudert Jurdzs - und meint es ernst.

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