Gera. Über 60.000 Wahlberechtigte in Gera haben sich noch nicht entschieden. Hier gibt es noch einmal einen Überblick über die fünf Bewerber:

Die Spannung steigt: Am Sonntag, 26. Mai, ist Wahltag in Gera. Zwar haben bis Dienstag, laut Wahlleitung schon über 10.000 Wähler per Briefwahl für Oberbürgermeister und Stadtrat abgestimmt. Das heißt aber auch, dass über 65.000 der rund 76.000 Wahlberechtigten noch ein paar Tage Zeit haben, über ihre Entscheidung nachdenken.

Womöglich die größte Spannung begleitet die Wahl zum Oberbürgermeister von Gera – die weibliche Form ist hier nicht nötig, da sich nur Männer um den Posten bewerben, fünf an der Zahl.

Julian Vonarb
Julian Vonarb © Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

Da wäre zum einen der 52-jährige Amtsinhaber Julian Vonarb (parteilos), der seiner ersten gern eine zweite Amtszeit folgen lassen würde. Der frühere Banker, geboren im Breisgau, ist verheiratet und hat fünf Kinder. Bevor er OB von Gera wurde, saß er in Bad Köstritz für die CDU im Stadtrat. Im Vorfeld der Kommunalwahl am 26. Mai hat er mit dem Bündnis Gera eine neue Wählervereinigung mitgegründet, deren Liste er als Spitzenkandidat anführt.

Kurt Dannenberg
Kurt Dannenberg © Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

Als Vonarbs größter Herausforderer hatte sich in einer Umfrage sein Stellvertreter und der zweite starke Mann der Stadtverwaltung, Kurt Dannenberg (CDU), herauskristallisiert. Der 55-Jährige, geboren in Hilten (Niedersachsen), ist seit 2014 Bürgermeister und heute als Dezernent für die Stadtfinanzen, Ordnung und Sicherheit sowie den Bürgerservice zuständig. Über die Bundeswehr kam er nach Gera, war als Oberstleutnant Kommandeur auf dem Geraer Hain.

Wieland Altenkirch
Wieland Altenkirch © Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

Immer für ein hohes Wahlergebnis gut ist nach wie vor die AfD. Sie schickt den kommunalpolitisch nicht unerfahrenen Not- und Honorararzt Wieland Altenkirch ins Rennen. Der 61-Jährige saß 1999 bis 2004 schon einmal im Geraer Stadtrat, für die SPD-Fraktion. Seit 2022 ist er AfD-Mitglied, unterstützt die Partei aber schon länger. Mit einer vergleichsweise knappen Mehrheit nominierte ihn die Partei als OB-Kandidat. Der gebürtige Werdauer lebt seit seiner Kindheit in Gera und hat drei Kinder.

David Kaschta
David Kaschta © Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

Für Schmunzeln im sonst mitunter bierernsten Wahlkampf sorgt die Partei „Die Partei“ schon seit Jahren. Nun schickt sie mit David Kaschta einen eigenen Bewerber ins OB-Rennen. Und der 45-jährige gebürtige Geraer zeigte im Podiumsgespräch unserer Zeitung gleich mal seinen „königlichen“ Anspruch. Kaschta hat viele Jahre als Krankenpfleger gearbeitet und ist seit Kurzem Erwerbsunfähigkeitsrentner.

Yves Berlinghoff
Yves Berlinghoff © Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

Fünfter Bewerber um das OB-Amt ist Yves Berlinghoff, 52 Jahre alter Krankenpfleger, der als parteiloser Einzelbewerber antritt. In Erscheinung trat der gebürtige Jenaer im Zusammenhang mit den Corona-Demos in Gera, nahm für die rechtsextreme Vereinigung „Aufbruch Gera“ mehrere Videos auf. Berlinghoff war zunächst, wie zwei weitere Bewerber, im ersten Wahlausschuss durchgefallen, sein Widerspruch gegen diese Entscheidung war dann allerdings erfolgreich.

Im erwähnten Podium unserer Zeitung trafen alle fünf Kandidaten im Volkshaus Zwötzen aufeinander. Im Vorfeld der Wahl hatten wir uns auch mit zwei Vorgängern des aktuellen Oberbürgermeisters zu ihrem Blick auf die Stadt unterhalten, Horst Jäger und Norbert Vornehm.