Gera. Reden ist Silber, Schweigen Gold? Pfarrerin Klaudia Riedel aus Gera-Lusan mit ihren Überlegungen zum Wochenende

Am Tag spricht ein Mensch durchschnittlich 16.000 Wörter. So haben Psychologen der Universität Texas berechnet. Männer reden laut der Studie übrigens genauso viel wie Frauen... Wie viele Worte überlegen wir uns? Wie viele davon sind ehrlich gemeint oder nur so daher geredet?

Worte können anderen Mut machen, trösten, zum Lachen bringen – oder verletzen und enttäuschen. „Wo viel Worte sind, da geht‘s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug“ heißt es schon im Buch der Sprüche.

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Manchmal sind Worte voller Versprechen. „Bis bald!“, sagt manchmal jemand, aber dann seh ich denjenigen monatelang nicht und hoffe vergebens auf den Anruf. Wir sind jetzt oft unverbindlich, fragen lieber dreimal nach, ob es mit dem vereinbarten Treffen klappt – weil sich viele doch kurz vorher noch was anderes vornehmen.

Paulus schreibt: „Was ich jetzt sage, sage ich in der Gegenwart Christi und lüge nicht“ (Römerbrief Kap. 8). Ein schöner Gedanke: wenn ich beim Sprechen daran denke, dass der auferstandene, lebendige Christus dabei ist. Dann kann ich, wenn wieder gemeckert wird oder über andere getratscht wird – der Kraft Christi zutrauen, dass das Gute, das Hilfreiche ein gutes Ziel ist. Dann kann ich versuchen, nicht zu bewerten und zu verurteilen, sondern klug sein und „den Mund in Zaum zu halten“. Nicht immer eine einfache Aufgabe – aber ich kann darauf vertrauen, dass Christus durch mich wirkt und mir hilft. Ich darf bei der Wahrheit bleiben, ich darf Gottes Frieden nachjagen und gute Worte suchen. Das hilft uns unseren täglichen Beziehungen und tut nicht nur unseren Mitmenschen gut, sondern auch uns selbst. Der Frieden Gottes fällt auf uns zurück.

Und: „Die kürzesten Wörter, nämlich ja und nein, erfordern das meiste Nachdenken.“

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