Geraer Fotograf empört über Gesetzentwurf

Gera.  In einem Kurzinterview äußert sich der Geraer Fotograf Jörg Zenner über einen Gesetzentwurf, nachdem Passfotos künftig auf dem Amt gemacht werden sollen.

Jörg Zenner ist Fotograf in Gera

Jörg Zenner ist Fotograf in Gera

Foto: Jörg Zenner

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Wer einen neuen Ausweis beantragt, müsse das Foto künftig bei der zuständigen Behörde machen lassen. Damit wolle das Bundesministerium Fälschungen durch sogenanntes Morphing vorbeugen. Fotografen fürchten nun um Geschäftseinbußen. Jörg Zenner hat ein Foto-Atelier in der Geraer Innenstadt und äußert sich zum Gesetzentwurf.

Herr Zenner, was bedeutet Morphing und kann das Amt solche gefälschten Fotos nicht auch erkennen?

Sicher. Es gibt Software, die solche gefälschten Fotos erkennt. Morphing ist das Zusammenfügen von zwei Personen auf einem Foto. Die Fälschung erkennt man auch mit dem bloßen Auge. Das zeigt der Fall von einem Berliner Künstlerkollektiv. Eine Aktivistin hat einen Ausweis mit einem gefälschten Foto beantragt. Die Mitarbeiterin im Amt hat das bemerkt. Dass der Ausweis ausgestellt wurde, war ein Fehler.

Wie viel Prozent machen Passfotos im Alltagsgeschäft eines Fotografen, sagen wir in Gera, aus?

Der Anteil ist hoch. Sehr hoch. Und die Passfotos haben noch eine andere Wirkung. Gerade in Gera ist die Innenstadt nicht wirklich belebt. Bis die Passfotos fertig sind, dauert das in der Regel fünf Minuten. Die Zeit nutzen die Kunden oft, um sich in den Läden nebenan umzuschauen. Das würde wegfallen.

Gibt es keine Möglichkeit, die Fälschungssicherheit zu garantieren?

Doch, natürlich. Passfotos können in digitaler Form direkt an das Einwohnermeldeamt übertragen werden. Daran arbeitet auch der Zentralverband Deutscher Berufsfotografen, mit dem ich in Verbindung stehe.

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