Geras alte Mitte soll den Vorrang haben

Gera  SPD-Stadtratsmitglied Tilo Wetzel plant Podiumsgespräch zu kritisierten Bebauungsplänen für Freifläche am Kultur- und Kongresszentrum

Stadtrat Tilo Wetzel (SPD) in "Geras neuer Mitte". Rechts das Kultur- und Kongresszentrum.

Stadtrat Tilo Wetzel (SPD) in "Geras neuer Mitte". Rechts das Kultur- und Kongresszentrum.

Foto: Peter Michaelis

Gera. Die beiden Bebauungspläne zu Geras neuer Mitte sind Anlass für ein öffentliches Podium. Einigen Stadträten ist die skizzierte Bebauung auf der Freifläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum zu kompakt. Geplant war die Veranstaltung für den 19. Januar im Kultur- und Kongresszentrum. Nun soll sie unbedingt vor März stattfinden. Denn dann wolle der Stadtrat per Beschluss Baurecht schaffen.

„Wir wollen, dass nachvollziehbar wird, woran sich unsere Kritik festmacht“, sagt Tilo Wetzel, Mitglied der SPD-Fraktion und Organisator der Veranstaltung. Wenn er von wir spricht meint er die Bürgerinitiativen um Heinz Klotz und Matthias Röder, die Fraktionen von SPD, Linken, „Für Gera“ und weitere Stadtratskollegen. „Wir wollen, dass die geänderten Bebauungspläne noch einmal ausgelegt werden. „Es gibt immer Alternativen. Es zeugt von komischem Zeitgeist, anderes zu behaupten“, sagt der 62-Jährige.

Für ihn gebe es in Gera nicht nur die neue Mitte, sondern auch die alte Mitte, die mit den Gera Arcaden verschoben wurde. „Wir müssen vorrangig das Tietz-Quartier an der Sorge mit dem Horten-Kaufhaus entwickeln. Widmen wir uns zuerst der neuen Mitte, dann sterben Sorge, Große und Kleine Kirchstraße und Zschochern“, sagt Wetzel, der betont, dass sich mit Corona das Einkaufsverhalten gravierend verändert habe. Und dann fragt er: „Warum muss die neue Mitte mit 300 Wohnungen bebaut werden, wenn Gera aktuell einen Leerstand von 8000 Wohnungen hat?“

Geras neue Mitte ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung 2023. Die Kritik an der massiven Bebauung ist nicht neu. Doch sie wird vehementer je konkreter die Pläne werden, in denen Kritiker den Bürgerwillen nicht umgesetzt sehen. „Wir sind zwar die Kleinsten, aber die Frechsten im Stadtrat“, meint Wetzel.