Greiz. Dass es zehn Jahre gedauert hat, den einstigen Tankstellenstandort an der B92 wiederzubeleben, ist ein Skandal. Über Jahre hinweg wurden Investitionen verschleppt.

Ich habe mich sehr gefreut, dass die verlassene Tankstelle an der B92 in Greiz nun wieder mit Leben erfüllt wird. Und die unternehmerische Idee, hier eine SB-Waschanlage für Autos und Transporter zu bauen, scheint tatsächlich eine gute zu sein. Weit weniger gut kann ich hingegen die Zeitachse finden, die mal wieder notwendig war, um einem Unternehmer eine Investition zu ermöglichen.

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Unternehmen sind auf Schnelligkeit angewiesen

Seit mehr als zwei Jahren ist Henning Tunger bereits mit der Idee unterwegs gewesen, wohlwollend begleitet durch die Stadt Greiz. Hier versuchte man, schnell und wenig bürokratisch das Thema der sechsstelligen Investition in trockene Tücher zu bringen. Die Bremse im System war jedoch einmal mehr die über der Kommune stehende Bürokratie. Hier haben wieder mal alle möglichen Leute mitgeredet, die sogenannten „Träger öffentlicher Belange“. Hier will bei ganz vielen Projekten möglichst jeder mitreden. Bei einem staatlich angeregten Bebauungsplan mag das ganz sinnvoll sein. Wenn aber ein Unternehmer einfach nur investieren möchte, sollte man ihm möglichst wenige Steine in den Weg legen.

Projekte werden zu oft in Behörden verschleppt

Und wenn es denn unbedingt sein muss, dann sollte man auch in den Amtsstuben mal ein wenig hurtig sein. Die Verschleppung eines Projektes, wie dem in Greiz, ist beredtes Zeichen dafür, dass die Erbringung von behördlichem Arbeitsnachweisen wichtiger geworden ist, als unternehmerisches Denken und Handeln in unserem Land. Wenn wir weiter so machen, sterben wir alle mal wegen eines Behördenfehlers.