Greiz/Plauen. Ein Geysir, die kleinste Talsperre Europas und Abenteuer auf dem Moor: diese Ausflugsziele gibt es im Vogtland nur einmal.

Die Göltzschtalbrücke als größte Ziegelsteinbrücke der Welt kennt wahrscheinlich jeder Vogtländer. Aber wussten Sie, dass es im Vogtland sogar einen Geysir gibt? Oder dass sich dort die stärkste Radon-Quelle der Welt befindet? Mit Blick auf die Pfingstfeiertage und dank der Hilfe des Tourismusverbandes Vogtland stellen wir Ihnen sieben unbekanntere Tipps vor, die es so nur einmal im Vogtland gibt.

1. Geilsdorf: Der einzige Geysir des Vogtlands

Ein echter Geheimtipp wartet bei Geilsdorf im Burgsteingebiet auf die Besucher: der einzige Geysir im Vogtland. Vor mehr als 50 Jahren erschloss die Wismut das Naturdenkmal, dessen Wasser äußerst rein ist und eine Temperatur zwischen 22 und 24 Grad hat, wenn es als Fontäne aus dem Erdboden geschossen kommt. Gestaltet ist alles als Thermalbrunnen mit Picknickplatz und Sitzgelegenheiten.

2. Oberpirk: die kleinste Talsperre Europas und vielleicht der Welt

Gerade einmal 100 Meter lang, zehn Meter breit und an der tiefsten Stelle zweieinhalb Meter tief ist Talsperre Oberpirk. Laut Tourismusverband ist es mit Sicherheit die kleinste Talsperre Europas und wahrscheinlich sogar in der Welt. Die Staumauer ist gerade einmal zwölf Meter breit. Der künstlich geschaffene Stausee wurde 1954 auf der alten stillgelegten Straße nach Mühltroff, einem Hohlweg, gebaut. Sie sollte als Löschwasserreservoir dienen, weil Bauern viele Teiche zugeschüttet hatten. Die Talsperre hat keinen Zufluss und nimmt nur das Oberflächenwasser auf.

Die kleinste Talsperre Europas findet man in Oberpirk.
Die kleinste Talsperre Europas findet man in Oberpirk. © Tourismusverband Vogtland | Jasmin Bärthel

3. Hammerbrücke: der größte (und einzige) Wasserfall im Vogtland

Idyllisch im Wald zwischen Hammerbrücke, Grünbach und Falkenstein befindet sich der größte – und auch einzige – Wasserfall des Vogtlands: die sogenannten Rißfälle. Geschaffen wurde der Wasserfall quasi von Menschenhand, denn er wird aus dem „Oberen Floßgraben“ gespeist, mit dem im 16. Jahrhundert Holz die Höhen hinunter transportiert wurde. Das Wasser arbeitete sich in den Jahrhunderten danach immer weiter in den Felsen ein. Die Niagara-Fälle entstanden so zwar nicht – die Höhe des Wasserfalls lasse sich noch in Zentimetern messen, so der Tourismusverband –, aber das beschauliche Fleckchen sei vor allem nach der Schneeschmelze oder einem starken Regen ein beliebtes Fotomotiv.

Der größte und einzige Wasserfall im Vogtland bei der Hammerbrücke.
Der größte und einzige Wasserfall im Vogtland bei der Hammerbrücke. © Tourismusverband Vogtland | Patrick Weber

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4. Pöllwitz: Abenteuer auf dem Moorerlebnispfad

An keinem Ort im Vogtland können Familien auf so anschauliche Art das Moor erkunden und erleben wie auf dem 650 Meter langen Moorerlebnispfad im Pöllwitzer Wald. 20 Informationstafeln und Erlebnisstationen stehen bereit, während Maskottchen Moosi Moosbeere viele Fragen zum Moor kindgerecht erklärt. Vom neun Meter hohem Aussichtsturm kann man einen Blick auf die ganze Moorlandschaft werfen. Vor allem im Frühjahr, wenn das Wollgras blüht, bietet sich eine einmalige Kulisse.

Der Moorerlebnispfad in Pöllwitz ist eine einmalige Gelegenheit für Familien aus dem Vogtland, das Moor zu entdecken.
Der Moorerlebnispfad in Pöllwitz ist eine einmalige Gelegenheit für Familien aus dem Vogtland, das Moor zu entdecken. © Tourismusverband Vogtland | Marcus Daßler

5. Ronneburg: Neue Landschaft und Drachenschwanzbrücke

Alte Wismuthalden, die durch viel Arbeit und Geld zu einem Freizeitparadies für Familien werden: Die Neue Landschaft in Ronneburg ist nicht nur einmalig im Vogtland, sondern auch eine Seltenheit in Deutschland. Seit 2007 ist die Drachenschwanzbrücke in der Neuen Landschaft ein Besuchermagnet. Mit 225 Metern ist sie einer der längsten Holzbrücken in Deutschland und durch ihre geschwungene Form auch eine der innovativsten. Auch neben der Brücke hat die Neue Landschaft viel zu bieten: Entdeckerturm, Ausstellungen, Klimaerlebnispfad, Themen-Spielplätze, Miniatur-Fördertürme, ein Veranstaltungsareal sowie die Schmirchauer Höhe mit begehbarer Landkarte.

Die Drachenschwanzbrücke in der Neuen Landschaft Ronneburg.
Die Drachenschwanzbrücke in der Neuen Landschaft Ronneburg. © Tourismusverband Vogtland | Sebstian Theilig

6. Bad Brambach: die stärkste Radonquelle der Welt

Sechs Radonmineralquellen gibt es im Kurort Bad Brambach für Bade- und Trinkkuren, darunter mit der Wettinquelle auch die stärkste der Welt. Seit mehr als 100 Jahren sei die positive Wirkung des natürlichen Heilmittels bekannt, so der Tourismusverband. Es sei gesundheitsfördernd, aktiviere den Stoffwechsel, erhöhe die Ausschüttung von Endorphinen und sei entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die Quellen mit den wertvollen Mineralien entspringen dem Fichtelgebirgsgranit im Dreiländereck Sachsen-Bayern-Böhmen.

Die stärkste Radonquelle der Welt in Bad Brambach.
Die stärkste Radonquelle der Welt in Bad Brambach. © Sächsische Staatsbäder | Christoph Beer

7. Weitere einmalige Ziele im Überblick

Einzigartige Architektur: die Kaskaden der Weidatalsperre, ein technisches Denkmal; der einzige oberirdische Topas-Fels der nördlichen Hemisphäre zwischen Tannenbergsthal, Klingenthal und Muldenberg, dessen Steine sogar in der englischen Königskrone verarbeitet wurden; der längste Marktplatz im Vogtland in Adorf mit 231 Metern Länge sowie die umfangreichste Perlmuttersammlung in Deutschland im Museum Adorf; die größte spielbare Geige der Welt im Museum Markneukirchen; das kleinste Musikinstrumentenmuseum der Welt in Mehltheuer, das sogar im Guinessbuch der Rekorde vorkommt; Gera mit der größten Anzahl von Bauhausgebäuden in Thüringen.

Die Kaskaden der Weidatalsperre sind aufgrund der einmaligen Architektur ein technisches Denkmal.
Die Kaskaden der Weidatalsperre sind aufgrund der einmaligen Architektur ein technisches Denkmal. © Tourismusverband Vogtland | Jasmin Bärthel