Zeulenroda-Triebes. Die Idee, Zeit zu gewinnen, um eine kluge und nicht wahlkampf-geprägte Waikiki-Entscheidung zu fällen, hat Charme, meint Autor Ingo Eckardt.

Jens Geißler ist schon ein gewiefter Politiker und er weiß natürlich sehr genau, auf der Klaviatur der lokalen Politik zu spielen und die mediale Welle zu reiten. So darf man auch seinen Vorschlag werten, das Waikiki-Thema aus dem Wahlkampf zu eliminieren. Seine Wählervereinigung wird in Zeulenroda stark mit der Thematik Waikiki in Verbindung gebracht, saß doch Bürgermeister Nils Hammerschmidt als Verfechter des gnadenlosen Umsetzens der Waikiki-Pläne, in seiner Kreistagsfraktion.

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Zu Recht viel Kritik an intransparenten Handlungen rund um das Spaßbad in Zeulenroda

Dass sein einstiger Mitstreiter, Hammerschmidt, er ist kein Mitglied der Wählervereinigung mehr, dabei nicht immer den transparentesten Eindruck machte, ist auch eine Wahrheit, die viel Kritik nach sich gezogen hat.

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Aber dennoch ist es sicher ungerecht, Jens Geißler hier ausschließlich Kalkül zu unterstellen. Wenn es tatsächlich mit einer bilanziell wirksamen Stammkapital-Erhöhung gelänge, die Liquidität der Stadtwerke zu sichern, könnte man verhindern, dass die touristisch wichtige Einrichtung zum Spielball lokalpolitischer Überlegungen wird. Und dies wiederum wäre einer klugen Lösungsfindung ganz bestimmt nicht hinderlich.

Verhärtete Fronten in Zeulenroda bezüglich der Waikiki-Entscheidung

Allerdings: Ich hege erhebliche Zweifel, dass man sich am 22. Mai, wenn der Stadtrat tagt, auf diese goldene Brücke begeben wird. Zu verhärtet scheinen die Fronten in Zeulenroda-Triebes. Man kann es auch verkürzt sagen: Lehnt der Stadtrat den Vorschlag ab, dann wird die Wahl am 26. Mai gleichzeitig zur Bürgerabstimmung über das Spaßbad.