Berga-Wünschendorf. Vier Männer und eine Frau stehen am Sonntag in der fusionierten Stadt Berga-Wünschendorf auf dem Wahlzettel.

Gleich vier Männer und eine Frau haben sich in Berga-Wünschendorf gefunden, die nach Heinz-Peter Beyer (parteilos) die viertgrößte Stadt im Landkreis Greiz führen wollen. Beyer ist beauftragter Bürgermeister für die Stadt und führt seit Beginn des Jahres die Geschicke der Kommune. Nun werden die Karten am kommenden Sonntag neu gemischt. Das sind die Kandidaten.

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Die CDU-Fraktion Berga hat mit Grit Reinhardt eine aus Berga stammende parteilose Diplom-Verwaltungswirtin nominiert. Die 54-Jährige verheiratete Mutter einer 26-jährigen Tochter, die in Hamburg lebt, ist seit vergangenem Jahr Hauptamtsleiterin der Stadt Berga-Wünschendorf. Würde sie gewählt, wäre ihr Umzug ins Bürgermeisterbüro der kürzeste: Zwei Zimmer. „Ich bin in die Aufgaben reingewachsen, gerade im Fusionsprozess. Diesen möchte ich weiter gestalten, gemeinsam mit der Verwaltung und dem neuen Stadtrat. Kultur, Sport und vor allem Tourismus sind wichtige Themen, die ich umsetzen möchte. Darunter zählt der Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes, die Vereinsunterstützung und sie Anliegen von Kindern und Jugendlichen in den Fokus zu nehmen“, sagt die Kandidatin, die eine lebenswerte Stadt entwickeln möchte, die Menschen zum Bleiben veranlasst. Und sie habe dreißig Jahre Erfahrung in der Kommunalverwaltung und brauche keine hundert Tage Einarbeitungszeit.

Grit Reinhartd aus Berga-Wünschendorf will als einzige Frau Bürgermeisterin in ihrer Heimatstadt werden. Sie ist parteilos und wird von der CDU-Fraktion im Stadtrat unterstützt.
Grit Reinhartd aus Berga-Wünschendorf will als einzige Frau Bürgermeisterin in ihrer Heimatstadt werden. Sie ist parteilos und wird von der CDU-Fraktion im Stadtrat unterstützt. © Grit Reinhardt | privat ,

Beigeordneter will Verwaltungschef im Kreis Greiz werden

Zweiter Kandidat ist Frank Wöllner, den die Freien Wähler Berga ins Rennen schicken. Der 47 Jahre alte, seit 25 Jahren in einer festen Partnerschaft lebende Vater zweier Söhne arbeitet derzeit als Finanzwirt. Er findet, dass in der Stadt die letzten Jahre viel liegen geblieben ist. Bereits vor sechs Jahren hatte er für das Amt kandidiert. Die leidige Wohnungsproblematik mit fragwürdigen Vermieterstrukturen in Berga ist für ihn ein wichtiger Punkt, die er gern lösungsorientiert betrachten möchte. In seiner zweiten Heimat, er stammt ursprünglich aus der Saalfelder Ecke, möchte er den Fusionsprozess zu einem guten Ende führen. Wie er selbst es vorgelebt hat, möchte er zudem Menschen animieren, zurück in die Heimat zu kehren.

Frank Wöllner (Freie Wähler Berga) will den beauftragten Bürgermeister Heinz-Peter Beyer (parteilos) nach der Wahl „beerben“.
Frank Wöllner (Freie Wähler Berga) will den beauftragten Bürgermeister Heinz-Peter Beyer (parteilos) nach der Wahl „beerben“. © Funkemedien Thüringen | Grit Reinhardt

Ehemaliger Wünschendorfer Ortschef strebt Hauptamt im Rathaus an

Einen parteilosen Einzelbewerber für das Amt gibt es auch, den letzten ehrenamtlichen Bürgermeister von Wünschendorf, Marco Geelhaar. Der ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Der selbstständige Gartenbautechniker schreibt sich als Mitinitiator der Fusion einen Anteil am gelungenen Einigungsprozess zu. Dieses Werk im Sinne der Fusion möchte er nun weiterführen und zu einem Ziel bringen, wie es gedacht war.
„Es braucht ein ‚Wir‘ für das Zusammenwachsen, um die Fusion auch mit Leben zu erfüllen und die Verwaltung auf die Bürger auszurichten. Es muss gelingen, eine gemeinsame Außenwirkung zu entwickeln, dazu braucht es noch einige Weichenstellungen. Der Haushaltsplan muss zügig auf die Beine gestellt werden, um schnell wirklich ins Arbeiten zu kommen“, hat sich Geelhaar auf die Fahnen geschrieben.

Marco Geelhaar (parteilos), ist Bürgermeisterkandidat für Berga-Wünschendorf
Marco Geelhaar (parteilos), ist Bürgermeisterkandidat für Berga-Wünschendorf © Funke Medien Thüringen | Peter Michaelis

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Schleizer Ordnungsamtschef wirft seinen Hut in den Ring

Auch die Wählervereinigung „Pro Kommune“ hat einen Kandidaten benannt. Mike Görl, 55 Jahre alt, verpartnert und Vater einer Tochter, lebt in Cronschwitz. Er leitet derzeit das Ordnungsamtsleiter in Schleiz und bringt so Verwaltungserfahrung mit. „Eine Kommune braucht einen verwaltungsmäßig fitten Leiter, man muss wissen, wo die Säge klemmt. Darin sehe ich ein gutes Potenzial, den Fusionsprozess erfolgreich zu begleiten. Ein Bürgermeister muss fachlich beurteilen können, was seine Mitarbeiter ihm zum Unterschreiben auf den Tisch legen“, ist er sich sicher. Er möchte die „neue“ Kommune als Stadt im Vogtland mit ihrem touristischen Potenzial platzieren. Auch die Finanzen müssten geklärt werden, um Problemstellungen wie die Zukunft des Bahnhofs Wünschendorf, des Textilkonsums oder der Stausees Albersdorf anzugehen.

Mike Görl ist Ordnungsamtsleiter in Schleiz und möchte in seiner Heimatstadt nun Bürgermeister werden..
Mike Görl ist Ordnungsamtsleiter in Schleiz und möchte in seiner Heimatstadt nun Bürgermeister werden.. © Funke Medien Gruppe | Stephanie Rössel

Weiterer Bewerber der Freien Wähler kommt aus Wünschendorf

Letzter im Bunde der Bewerber ist Sebastian Pieper, den die Freie Wählergemeinschaft Wünschendorf nominiert hat. Der Verwaltungswirt ist 43 Jahre alt, seit acht Jahren verheiratet und Vater zweier Kinder. „Natürlich ist es kompliziert, wenn es zwei Freie Wählergemeinschaften in der fusionierten Stadt gibt. Ein Zusammengehen sollte ein Projekt in der neuen Legislatur sein“, sagt er. Man habe ihn angesprochen, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne. Seine wichtigsten Punkte seien die Finalisierung der Fusion und das Zusammenwachsen der Ortsteile, um die Stadt auf künftige Herausforderungen gut vorzubereiten. Er sieht die Herausforderungen vor allem in der alternden Gesellschaft. Bordabsenkungen in Fußwegen seien genauso wichtig, wie der Kindergartenausbau, um Familien anzulocken. und auch er möchte die Bahnhofsproblematik in Wünschendorf lösen.

Sebastian Pieper geht für die Freie Wählergeminschaft Wünschendorf zur Bürgermeisterwahl an den Start.
Sebastian Pieper geht für die Freie Wählergeminschaft Wünschendorf zur Bürgermeisterwahl an den Start. © FWG Wünschendorf | Privat