Landkreis Greiz. Die allgemeine, freie und gleiche Wahl ist eine Grundlage unseres Gemeinwesens. Doch den Weg ins Wahllokal scheuen immer mehr Menschen.

Immer mehr Leute, auch im Kreis Greiz, nutzen die Möglichkeit der Briefwahl. Experten machen dafür die immer mehr individualisierte Gesellschaft verantwortlich. Es gibt auch Experten, die skeptisch sind, weil die Sicherung des Wahlgeheimnisses bei der Stimmabgabe zumindest in Einzelfällen durchaus in Zweifel gezogen werden kann. Wer weiß schon so genau, wer die Kreuze gemacht hat, wenn die etwas verwirrte Omi Müller Wahlunterlagen per Briefwahl abschickt. Dennoch ist die Briefwahl sehr beliebt.

So funktioniert die Beantragung der Briefwahlunterlagen im Kreis Greiz

Ein Wahlberechtigter, der durch Briefwahl wählen möchte, benötigt einen Wahlschein. Diesen kann er persönlich oder schriftlich, beispielsweise unter Verwendung des Vordrucks auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung, bei der zuständigen Gemeindeverwaltung beantragen – bis spätestens Freitag vor dem Wahltag, um 18 Uhr. In besonderen Ausnahmefällen (wie einer akuten Erkrankung) kann ein Wahlschein noch am Wahltag bis 15 Uhr beantragt werden.
Wurden Briefwahlunterlagen beantragt, erhalten die Wahlberechtigten an ihre Wohnanschrift (oder auf Antrag an eine andere Anschrift) die Wahlunterlagen zugesandt – bestehend aus dem Wahlschein, den Stimmzetteln, dem Stimmzettelumschlag und dem Wahlbriefumschlag.

Die Briefwahl wird immer mehr genutzt. Bis Freitag, 18 Uhr, kann man in seiner Gemeinde noch Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl beantragen.
Die Briefwahl wird immer mehr genutzt. Bis Freitag, 18 Uhr, kann man in seiner Gemeinde noch Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl beantragen. © DPA Images | Helmut Fricke

So werden die Wahlunterlagen für die Wahlen im Kreis Greiz richtig ausgefüllt

Die Stimmzettel – im Kreis Greiz sind dies der für die Landratswahl, die Kreistagswahl, die Stadt- oder Gemeinderatswahl und in vielen Fällen der Bürgermeister- und Ortsbürgermeisterwahl – sind vom Wahlberechtigten unbeobachtet auszufüllen und in den Stimmzettelumschlag zu legen, der anschließend zu verschließen ist.
Wichtig: Die auf dem Wahlschein vorgedruckte „Versicherung an Eides statt zur Briefwahl“ ist unter Angabe von Ort und Datum zu unterzeichnen. Nur dann ist die Stimmabgabe auch gültig. Die Briefwähler versichern damit, dass sie den Stimmzettel persönlich und ohne Beeinflussung ausgefüllt haben.
Der verschlossene Stimmzettelumschlag ist gemeinsam mit dem unterschriebenen Wahlschein in den Wahlbriefumschlag zu legen und ebenfalls zu verschließen.
Wähler, die des Schreibens oder Lesens unkundig sind oder wegen einer körperlichen Beeinträchtigung an der persönlichen Kennzeichnung gehindert sind, können sich bei diesem Procedere helfen lassen. Die von ihnen bestimmte Hilfsperson trägt ihren Namen in den Wahlschein ein und unterzeichnet auch die „Versicherung an Eides statt“. Die Hilfsperson muss das 16. Lebensjahr vollendet haben und ist zur Geheimhaltung der Kenntnisse verpflichtet, die sie durch die Hilfeleistung bei der Wahl des hilfebedürftigen Wählers erlangt hat.

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So kommen die Wahlumschläge im Kreis Greiz zur Auszählung

Der sorgfältig verschlossene Wahlbrief muss nicht frankiert werden, außer bei einer Teilnahme an der Briefwahl aus dem Ausland. Er ist so frühzeitig zu versenden, dass er spätestens am Wahlsonntag bis 18 Uhr bei der zuständigen, auf dem Wahlbrief angegebenen Stelle vorliegt. Es ist auch möglich, den Wahlbrief in der auf dem Wahlbrief angegebenen Stelle persönlich abzugeben oder abgeben zu lassen.
Holen Wahlberechtigte ihre Briefwahlunterlagen persönlich bei der zuständigen Gemeindebehörde ab, so können die Briefwähler ihre Stimme auch an Ort und Stelle abgeben. In diesem Fall ist sicherzustellen, dass der Stimmzettel unbeobachtet angekreuzt und in den Stimmzettelumschlag gelegt werden kann.

So werden die Briefwahlstimmen im Kreis Greiz ausgezählt

Zur Feststellung des Briefwahlergebnisses werden sogenannte Briefwahlvorstände gebildet. Die Briefwahlbezirke müssen so groß sein, dass nicht erkennbar ist, wie einzelne Wahlberechtigte gewählt haben. Jeder Briefwahlraum ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Am Wahltag werden die Wahlbriefe durch den Wahlvorstand geöffnet und die Wahlscheine auf ihre Gültigkeit geprüft. Die verschlossenen Stimmzettelumschläge werden von den Wahlbriefen getrennt und in die Wahlurne geworfen, sodass niemand nachvollziehen kann, wer wie gewählt hat. Mit Ablauf der Wahlzeit öffnet der Briefwahlvorstand die Wahlurne. Die Stimmzettel werden den Stimmzettelumschlägen entnommen und die Stimmen dann öffentlich ausgezählt.