Fotograf aus Zeulenroda-Triebes: Perspektivwechsel

Zeulenroda-Triebes  Felix Hafenrichter filmt, fotografiert und steigt hoch hinauf

Fotograf Felix Hafenrichter aus Zeulenroda-Triebes mit einer Drohne, die Foto- und Videoaufnahmen liefert.

Fotograf Felix Hafenrichter aus Zeulenroda-Triebes mit einer Drohne, die Foto- und Videoaufnahmen liefert.

Foto: Norman Börner

Zeulenroda-Triebes. Als Felix Hafenrichter im Jahr 2011 seine erste Drohne in den Händen hält, ist die Szene noch recht klein. Ein paar Verrückte gibt es deutschlandweit, die über soziale Netzwerke wie Facebook in Kontakte sind. Aber von Anfang geht es dem jungen Fotografen um zwei Dinge: "Der Spaß am Fliegen und außergewöhnliche Perspektiven für Video- und Fotoaufnahmen", sagt er. Auch seine erste Spiegelreflex-Kamera ist damals kaum 12 Monate alt. Zu dieser Zeit beginnt für den heutigen Fotografen, Dokumentarfilmer und Videoproduzenten eine Leidenschaft, die er später zum Beruf macht. Wir haben mit Felix Hafenrichter über Technik und Perspektiven - in der Foto- und Videoproduktion und eben auch als Solo-Selbstständiger in der Corona-Krise gesprochen.

Normale Dinge aus ungewohntem Blickwinkel

Die ersten Drohnen kommen damals noch ohne Kamera. Also muss man selbst ran und eine Action-Kamera darauf montieren. Der Nachteil: Die ohnehin schon geringe Flugzeit wird noch einmal verringert. "Irgendwann habe ich dann auch erstmal eine Pause gemacht. Die Drohne war einfach zu sperrig und unpraktisch", sagt er. Aber als Fotograf und Videokünstler habe er sofort Feuer gefangen. Das erste Mal die Talsperre Zeulenroda in der Totalen: unvergesslich. "Spannende Motive sind vor allem Dinge, die von unten ganz normal aussehen", sagt Felix. Beispielsweise ein frisch geerntetes Feld mit seinen geometrischen Formen. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr beschließt er, ein Gewerbe zu gründen und das Hobby schlussendlich zum Beruf zu machen. Vor allem Hochzeitsfotografie spielt bis heute eine große Rolle. Mit der Professionalisierung steigt auch der Anspruch an die Technik. Der Trend gehe in der modernen Bild- und Videobearbeitung nun mal hin zu ungewohnten Perspektiven.

Kurze und konsumierbare Videos

Felix macht unter anderem Image- und Werbefilme für lokale Unternehmen. Firmen wie Zeulenroda Presstechnik, Zeulenroda Präzision Maschinenbau oder auch das Bioseehotel für die Vorstellung der Manoah-Häuser haben ihn bereits beauftragt. "Bei dem Imagefilm für die Manoah-Siedlung beispielsweise haben wir Zeitraffer-Aufnahme vom Aufbau zusammengefügt. Dazu Drohnenaufnahmen. Dieser vielfältige Mix ist das, was moderne Videoproduktion ausmacht", sagt er. Im Waikiki fotografierte er für das Meerjungfrauenshooting. Lehrlingsfilme sollen auf Ausbildungsberufe aufmerksam machen. "Der Trend geht durch das Internet hin zur kurzen und schnell konsumierbaren Videos", sagt er. Ein 20-minütiges Erklärstück über eine Ausbildungsberuf sei nicht zeitgemäß.

Als Solo-Selbstständiger sei er natürlich auch stark von der Corona-Krise betroffen. Um bis zu 80 Prozent seien seine Aufträge eingebrochen. Hochzeiten fallen aus. Regelmäßige Shootings wie im Waikiki fehlen. Dafür hatte er schon Zeit seinen neuen Führerschein zu machen. Denn um auch 2021 legal Drohnenaufnahmen anbieten zu können , gibt es einen "neuen Drohnenführerschein" beim Luftfahrtbundesamt. Damit könne er auch in diesem Jahr weiter auf die Suche nach neuen Perspektiven gehen - trotz oder gerade wegen Corona.