Technik muss angeschafft werden

Greiz/Zeulenroda.  Freistaat verstetigt Feuerwehrrente – Greizer und Zeulenrodaer sehen es eher als symbolischen Beitrag

Großübung in Altgernsdorf: Im September probten 160 Einsatzkräfte mit mehr als 40 Fahrzeugen den Ernstfall. Simuliert wurde der Brand in einem Getreidesilo mit Teileinstürzen und 20 Verletzten.

Großübung in Altgernsdorf: Im September probten 160 Einsatzkräfte mit mehr als 40 Fahrzeugen den Ernstfall. Simuliert wurde der Brand in einem Getreidesilo mit Teileinstürzen und 20 Verletzten.

Foto: Tina Puff

Als symbolischen Beitrag bezeichnet Steffen Jubold, Stadtbrandmeister von Zeulenroda-Triebes, die rückwirkende Anpassung der Beiträge zur Stabilisierung der Verrentungssätze für die Feuerwehr seitens des Freistaates. „Ja, es ist schön, dass an uns gedacht wird“, so Jubold. „Es ist eine Ehrung des Ehrenamtes, darüber freuen wir uns, aber die Anpassung, auch wenn sie rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 erfolgt, kommt eher den jungen Feuerwehrleuten unter uns zugute. Für die Älteren, die kurz vor dem Ausscheiden stehen, hat diese Maßnahme kaum Auswirkungen.“

Auch die Anpassung der Förderrichtlinien in geringem Maße sei eher symbolisch und helfe nicht wirklich. Jubold weiß, dass es Gemeinden und Kommunen finanziell kaum stemmen können. „Wir brauchen jetzt und vor allem schnell neue Technik. Gerade auch für Vegetationsbrände sind unsere Fahrzeuge technisch überhaupt nicht ausgelegt“, skizziert Jubold die Situation.

Stadtbrandmeister Heiko Pohle aus Greiz findet die Anpassung generell gut: „Es ist eine Idee in die richtige Richtung, bei den Kameraden kommt das gut an. Aber offiziell habe ich noch nichts davon gehört oder gelesen. Es ist ein guter Weg mit Luft nach oben.“

Innenminister Georg Maier (SPD) hatte sich Ende vergangener Woche bei den Landtagsmitgliedern für die zügige Beratung des Gesetzes zur Änderung des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetzes und zur Änderung versorgungsrechtlicher Regelungen bedankt. Damit könne die zusätzliche Altersversorgung für aktive Feuerwehrleute weiterhin gewährleistet werden, heißt es in einer Mitteilung. Aufgrund der Zinsentwicklung drohte ein Absinken der Auszahlungsbeträge. Dem trete das Land mit einer Verdopplung seines Beitrages auf zwölf Euro pro Monat und aktivem Feuerwehrangehörigen in den Einsatzabteilungen entgegen.

„Die Feuerwehrrente ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung, gegenüber denen die sich tagtäglich für unsere Gesellschaft engagieren. Mit der Sicherung der Verrentungssätze halten wir das Ehrenamt im Brandschutz attraktiv und geben ein positives Signal für die dauerhafte Mitgliederentwicklung in die Wehren unseres Landes“, betonte Georg Maier.

Die Feuerwehrrente sei eine Anerkennung für die langjährige aktive Tätigkeit zugunsten des Allgemeinwohls, bei der die Angehörigen der Feuerwehren im Ehrenamt eine Pflichtaufgabe der Gemeinden erfüllen, so der Innenminister. Die zusätzlich notwendigen Haushaltsmittel sind durch den Beschluss des Thüringer Landtags zum Haushalt 2020 bereits im laufenden Haushalt etatisiert. Deshalb kann und soll die Erhöhung rückwirkend zum 1. Januar 2020 wirksam werden.