Jena. Eine komplette Einstellung des Betriebs kann nicht ausgeschlossen werden. Verdi widerspricht der Verkehrsgesellschaft.

Große Irritationen: Um 13.30 Uhr informierte der Nahverkehr, dass es am Donnerstag zu einem weiteren Warnstreik in Jena und im Saale-Holzland kommen wird. Dazu habe die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten des Jenaer Nahverkehrs und der JES Verkehrsgesellschaft aufgerufen. Um 15.54 Uhr bestritt Verdi, dass es diesen Aufruf gebe

So seien nach Angaben der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft in der Zeit von 0 Uhr bis 24 Uhr mit erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr in Jena und dem Saale-Holzland-Kreis zu rechnen. Die Fahrgäste werden gebeten, sich auf Fahrtausfälle einzustellen. Die Schulen im Stadtgebiet Jena und im Saale-Holzland-Kreis wurden über den Streik und die dadurch bedingten Störungen im Nahverkehr bereits informiert.

Mehr zum Thema

Über den Umfang der verkehrlichen Einschränkungen könne aufgrund der bisher vorliegenden Informationen der Gewerkschaft aktuell keine Aussage getroffen werden. „Eine komplette Einstellung des Betriebs kann nicht ausgeschlossen werden“, sagt eine Sprecherin. Genau das bestreitet die Gewerkschaft: Entgegen der Veröffentlichung habe Verdi die Beschäftigten nicht zu Arbeitskämpfen aufgerufen. Es handele sich bei den Aktionen lediglich um vereinzelte Arbeitsniederlegungen von Beschäftigten. Dadurch wird es zu keinerlei Beeinträchtigungen im ÖPNV kommen.

Flugblatt zeigt: Beschäftigte werden zum Warnstreik aufgerufen

Eine Nahverkehrssprecherin betonte auf Anfrage der Redaktion, dass es ein Flugblatt mit einem Streikaufruf gebe und das Unternehmen darauf reagiert habe. Der Aufruf sei ausdrücklich an alle Beschäftigten gerichtet gewesen. Verdi selbst aber erwarte nur eine geringe Beteiligung. Der Redaktion liegt das Flugblatt vor. Darin heißt es: „Wir rufen alle Beschäftigten und Auszubildenden der Jenaer Nahverkehr GmbH vom 22.02.2024 00:00 Uhr bis 22.02.2024 24:00 Uhr
zum Warnstreik auf.“

Die Botschaft ist eindeutig. Zu sehen ist ein Ausschnitt des Flugblatts. 
Die Botschaft ist eindeutig. Zu sehen ist ein Ausschnitt des Flugblatts.  © Redaktion

Ausfälle auch im Schülerverkehr

Die Stadtverwaltung Jena erklärte, der für morgen angekündigte Warnstreik könne sich auch auf den Schülerverkehr auswirken. Es müsse damit gerechnet werden, dass Schulbusse ausfallen. „Die Jenaer Schulen stellen sich darauf ein und informieren die Eltern über mögliche Einschränkungen und Änderungen des Schulbetriebs. Die Betreuung der Klassenstufen 1 bis 6 wird gewährleistet.“

Soweit möglich, halten die Nahverkehrsunternehmen ihre Fahrgäste unter www.stadtwerke-jena.de/nahverkehr über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden.