Jena. Jenaer Kommunalpolitik solidarisiert sich mit Bündnis „FSU unterfinanziert“ gegen die Stellenstreichungen an der Universität Jena

Kommunalpolitiker von Linke, SPD, CDU, Grünen, FDP und Bürger für Jena haben sich vor der Jenaer Stadtratssitzung am Mittwoch, 28. Februar, mit dem Bündnis „FSU unterfinanziert“ solidarisiert. Sie unterschrieben eine Petition gegen die geplanten Kürzungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, teilt das Bündnis „FSU unterfinanziert“ mit.

Bis zum Jahr 2028 sollen insgesamt 100 Vollzeitäquivalente an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena gestrichen werden. Weitere Kürzungen sollen die Sachmittel und studentische Beschäftigte treffen. Ebenso gelte an der FSU eine Wiederbesetzungssperre von frei werdenden Stellen für sechs Monate. „Diese Maßnahmen schwächen die Forschung und Lehre an der Universität und gefährden damit ihre Attraktivität. Das wird auch Auswirkungen für die Stadt und das kulturelle Leben in Jena haben“, sagte Helen Würflein, studentische Senatorin an der Universität Jena.

Klares Signal aus Jena an die Landesregierung

Die Jenaer Kommunalpolitik habe mit ihrer Solidarisierung ein klares Signal an die Landesregierung gegeben. Die geplanten Stellenstreichungen seien nicht akzeptabel und alternative Lösungen müssten gefunden werden, um die Zukunft der Universität und ihrer Mitarbeiter zu sichern, heißt es in der Mitteilung von „FSU unterfinanziert“. Unterschrieben wurde die Petition unter anderem von Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP), Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD), dem Dezernent für Finanzen und Sicherheit, Benjamin Koppe (CDU), dem Stadtratsvorsitzenden und Oberbürgermeister-Kandidat der Linkspartei, Jens Thomas, von der Ko-Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Stadtrat sowie Grünen-OB-Kandidatin Kathleen Lützkendorf, Johannes Schleußner, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD sowie Stephan Wydra, Oberbürgermeister-Kandidat der CDU und von vielen weiteren Stadtratsmitgliedern.

Das Bündnis „FSU unterfinanziert“ begrüße die Unterstützung der Kommunalpolitik und ruft weitere Unterstützer dazu auf, sich der Petition anzuschließen. Noch bis zum 4. März könne die Petition auf der Petitionsseite des Landtags unterschrieben werden. Die Übergabe erfolge am Mittwoch, 6. März, 13 Uhr an Anja Müller (Linkspartei), Vorsitzende des Petitionsausschusses des Thüringer Landtags.

Jenaer Bündnis sieht Qualität der Lehre und Forschung in Gefahr

Das Bündnis „FSU unterfinanziert“ hat sich im Juni 2023 gegründet und setzt sich aus Studierenden und Beschäftigten der Universität Jena zusammen. Es richtet sich gegen die im Sommer 2023 angekündigten Kürzungen an der Universität Jena. Die Universität Jena erwarte in den kommenden Jahren ein jährliches Defizit von 12 bis 15 Millionen Euro und habe bereits Sparmaßnahmen umgesetzt, darunter eine Stellenwiederbesetzungssperre. Darüber hinaus sei der Abbau von 100 Vollzeitäquivalenten in den nächsten fünf Jahren vorgesehen. Diese Maßnahmen gefährde nicht nur die Qualität von Lehre und Forschung, sondern auch die Attraktivität der Universität als Arbeitgeberin und damit den Wissens- und Bildungsstandort Jena, heißt es in der Mitteilung von „FSU unterfinanziert“.

Die finanziellen Engpässe der Universität seien durch steigende Energie-, Bau- und Mietkosten sowie Minderausgaben im Landeshaushalt verursacht worden. Deshalb fordert das Bündnis: Langfristige Übernahme der Energiekostensteigerungen, Übernahme der Kosten für steigende Mieten, für Tarifsteigerungen und für Mehrausgaben bei Sachmitteln sowie das Abwenden von Stellensperren und Personalabbau.

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