Jena. Dirk Bauerschlag ist Spezialist für Krebserkrankungen bei Frauen. Er tritt die Nachfolge von Ingo Runnebaum an.

Dirk Bauerschlag übernimmt er die Leitung der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Gleichzeitig wird der Spezialist für Krebserkrankungen bei Frauen mit dem startenden Sommersemester die Professur für Allgemeine Gynäkologie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena antreten.

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Dirk Bauerschlag (51) studierte in Kiel und Nottingham Medizin und wurde hier mit einer Arbeit zur Zellbiologie von Gebärmutterkrebszellen promoviert. In Kiel absolvierte er die Facharztausbildung im Fach Gynäkologie und Geburtshilfe, unterbrochen von einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in den USA. Dann wechselte er an das Universitätsklinikum Aachen, wo er unter anderem molekulare Prognosemarker für die Behandlung von Eierstockkrebs erforschte und sich zu diesem Thema habilitierte. Er folgte dann dem Ruf auf die Professur für Gynäkologische Onkologie zurück nach Kiel und war zuletzt stellvertretender Klinikdirektor für Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel.

Dreifacher Vater zieht mit Familie nach Jena

Zum Wechsel von Kiel nach Jena hat der radsportbegeisterte dreifache Vater nicht nur seine Familie, sondern auch Ärztinnen als Verstärkung für das Team der Jenaer Klinik begeistern können. Man wolle die Klinik zu einem spitzenmedizinischen gynäkologischen Zentrum weiterentwickeln, sagt der neue Klinikdirektor. Aus Kiel bringt er die Idee einer „Summer School Gynäkologie“ für Studierende und eines speziellen Zertifikatsstudiengang Onkologie mit abschließender Promotionsarbeit mit.

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Bauerschlag tritt damit die Nachfolge von Ingo Runnebaum an. Runnebaum war von 2005 bis Ende März 2023 Klinikdirektor und nicht unumstritten. Der Höhepunkt der Querelen war der Versuch des Klinikvorstandes, Runnebaum zu entmachten und dem Direktor für Geburtsmedizin die Leitung des gesamten Departments für Frauenheilkunde zu übertragen. Runnebaum wehrte sich und zog im Dezember 2020 vors Arbeitsgericht. Mit dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung setzte sich Runnebaum allerdings durch.