Jena/Eisenberg. Eine neue Verordnung sieht eine Kastrationspflicht für Katzen vor, die in Jena und im Saale-Holzland leben. Diese Pflichten haben Halter.

Eine Katzenschutzverordnung ist vom Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Jena-Saale-Holzland (ZVL) herausgegeben worden. Sie regelt die Kastrationspflicht für die Vierbeiner in Jena und im Saale-Holzland, um dem Problem von Streunern vorzubeugen. Diese Straßenkatzen litten oft Hunger und Kälte und wiesen Krankheiten auf, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Da auch unkastrierte Hauskatzen mit Freigang zur Vermehrung der Streunerkatzen beitragen, gehört es zu einer verantwortungsbewussten Katzenhaltung, die eigenen Katzen zum Schutz der Streunerkatzen kastrieren zu lassen“, teilt das Veterinäramt mit. Die neue Verordnung, gültig ab Mittwoch, verpflichtet Katzenbesitzer zur Kastration ihrer Tiere. Es gelte eine Übergangszeit bis zum 1. September 2024.

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Die Verordnung besage, dass alle Katzen, die unkontrollierten Auslauf haben, künftig vom Tierarzt kastriert, gekennzeichnet und in einem privat geführten Haustierregister registriert sein müssen (Tasso oder Findefix). Die Halter seien dafür verantwortlich, also derjenige, der „die tatsächliche Bestimmungsmacht über eine Katze in eigenem Interesse und nicht nur vorübergehend ausübt und das wirtschaftliche Risiko des Verlusts des Tieres trägt“ und/oder wer Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stelle. Die Kosten tragen die Halter, in Härtefällen das Veterinäramt. Streunende Katzen könnten vom Amt in Obhut genommen werden, um den Halter zu ermitteln.

Seit 2013 sei es nach § 13b des Tierschutzgesetz möglich, auf tierschutzrechtlicher Basis eine entsprechende Verordnung zu erlassen. In Thüringen wurde bereits die rechtliche Grundlage für eine Katzenschutzverordnung für die Kommunen geschaffen, einige Landkreise haben diese bereits eingeführt.