Jena. Das derzeitige Verkehrs-Chaos in Jena hätte man verhindern können, sagt der Oberbürgermeister-Kandidat der CDU. Welche Ideen er stattdessen hat.

Stephan Wydra, CDU-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt in Jena, zeigt sich verärgert über die Erklärungen des aktuellen Amtsinhabers zum Verkehrschaos in der Innenstadt und fordert ein grundlegendes Umdenken in der Stadtverwaltung: „Die letzten Wochen waren für alle Verkehrsteilnehmer eine Zumutung, und die Ausreden des amtierenden Oberbürgermeisters offenbaren genau die Art von Führungsstil, den ich ablehne. In einer solchen Situation gilt es, durch gezieltes Mikromanagement auf Mitarbeiterebene einzugreifen - denn wenn das Orchester nicht richtig zusammenspielt, muss der Dirigent tätig werden“, kritisiert Wydra.

Auch bei vergangenen Krisen habe der Amtsinhaber oft zu spät oder gar nicht reagiert, gleichzeitig aber immer gern Bänder durchgeschnitten und Veranstaltungen eröffnet, eben publikumswirksam symbolische Aktionen bevorzugt. „Da hilft es auch nicht, mit Nebenkriegsschauplätzen, wie der beschlossenen Kulturkonzeption oder der Vorstellung der städtischen Toleranz-Kampagne, von Kernthemen öffentlichkeitswirksam abzulenken“, so Wydra.

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„Taskforce“, um schnell zu reagieren

Er meint, der Oberbürgermeister hätte in der aktuellen Verkehrskrise sofort handeln, zum Beispiel in einer Taskforce direkt unter eigener Leitung, die chaotische Baustellensituation entschärfen müssen: „Die unterschiedlichen Bauherren der zahlreichen Baustellen hätten an einen Tisch gemusst, und zwar an meinen Tisch des Oberbürgermeisters“, so Wydra.

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Ganz konkret schlägt er vor, am CampusInselplatz eine zusätzliche Baustellenampel einzurichten, um den Verkehrsfluss auf die B7 zu lenken, statt alles durch ohnehin bestehende Engpässe umzuleiten. Auch Anpassungen in der Ampelschaltung hält er für dringend notwendig: „Die Grünphasen an kritischen Kreuzungen sind viel zu kurz und es ist geradezu absurd, dass trotz neuer Baustellen die jeweiligen Ampelphasen unverändert bleiben“, stellt Wydra heraus. So sei allein durch fehlendes Reagieren auf Veränderung das Chaos vorprogrammiert.

Nicht alle Baumaßnahmen in Jena gleichzeitig nötig

Das gelte ebenso für eine erheblich bessere zeitliche Koordination von Bauprojekten: „Auch unter Berücksichtigung akuter Notwendigkeiten müssen bestimmt nicht alle Baumaßnahmen gleichzeitig erfolgen. Schon mit einer überschaubaren zeitlichen Entzerrung der Tiefbaumaßnahmen in der Innenstadt wäre es nie zu diesem Chaos gekommen,“ zeigt sich Wydra abschließend überzeugt.

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