Jena. Neu auf der politischen Bühne: Bertram Pelzer (Freie Wähler) will Jena etwas zurückgeben.

Warum engagieren Sie sich in der Kommunalpolitik?

Ich lebe seit 1987, also nunmehr 37 Jahren, in Jena. Jena ist meine zweite Heimat geworden, die ich sehr liebe. Die Menschen und die Natur sind einmalig. Beim Aufbau des Unternehmens Pelzer habe ich viel Unterstützung durch Fördermittel erhalten und möchte nun als Rentner der Region durch meine Arbeit in der Kommunalpolitik etwas zurückgeben und Danke sagen.

Was denken Sie, wie viele Stunden Sie dafür aufbringen können?

Ich bin als Unternehmer die 60-Stunden-Woche gewohnt und möchte nun sozusagen „abtrainieren“. Mit 20 bis 30 Stunden pro Woche könnte ich mich im Stadtrat beziehungsweise bei den Bürgern einbringen.

Was überzeugt Sie an den Freien Wählern?

Die Freien Wähler sind meine politische Heimat geworden, da der gesunde Menschenverstand und Sachpolitik für die Bürger im Vordergrund stehen. Aus der Mitte der Gesellschaft möchte ich als Brückenbauer wirken.

Steckbrief

Bertram Pelzer

Jahrgang 1955

Zerspanungsmechaniker, Diplom-Wirtschaftsingenieur

1991 Gründung der Firma Pelzer Maschinenbau und CNC-Zerspanungstechnik als privates Einzelunternehmen mit Übernahme der Schlosserei Pelzer vom Schwiegervater

2023 Übergabe der Geschäftsführung an die verjüngte Doppelspitze

Mitbegründer der Interessengemeinschaft Göschwitzer Unternehmer, des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft in Jena und der Mittelstandsakademie „Made in Germany“

Seit 2020 Mitglied bei den „Freien Wählern Thüringen“

Er kandidiert auf Platz 1 der Liste

Was sind Ihre politischen Schwerpunkte?

Meine kommunalpolitischen Schwerpunkte habe ich mit den Vorschlägen und Hinweisen der Bürger in das Programm einfließen lassen. Leitbilder meines Denkens und Handelns sind auf meiner Webseite www.bertram-pelzer.de formuliert.

Was wollen Sie erreichen?

Ich möchte in den nächsten fünf Jahren alle meine im Wahlprogramm gestellten Ziele in Zusammenarbeit mit allen Fraktionen des Stadtrates in die Tat umsetzen, um die Rahmenbedingungen für alle Bürger unserer Stadt weiter zu verbessern.

Was sind die größten Probleme in Jena?

Die größten Probleme in der Stadt sehe ich bei der Realisierung der Osttangente, dem Erhalt aller Gärten und der Gestaltung des Bachstraßenareals mit Carl-Zeiss-Straße.

Was läuft gut in Jena?

Jena ist eine weltoffene und lebendige Stadt mit sehr viel Potenzial und einer gesunden Mischung aus Jungen und Alten. 30.000 Akademiker und 33.000 Studenten, Auszubildende und Schüler und 20.000 Rentner bestimmen das Leben der Stadt. Mit 100 Millionen Gewerbesteuer-Einnahmen der Wirtschaft, mit Investitionen von Zeiss, der Universität, vieler mittelständischer Unternehmen und Startups ist Jena eine dynamisch wachsende Stadt, die ich sehr gern unterstützen möchte.

Beschreiben Sie doch mal: Wie soll Jena 2034 aussehen?

Ich glaube, dass Jena im Jahr 2035 wie Klein-Stuttgart aussieht und einen Zentralbahnhof haben wird, bebaute Hänge und Verkehr in mehreren Ebenen mit Hochstraßen und Tunneln, aber verkehrsfrei in den Grenzen der alten Stadtmauern. Wichtigste Aufgabe und Voraussetzung für dies alles ist die Einhaltung des Friedens in Europa.

In loser Folge stellen wir Menschen vor, die erstmals in den Stadtrat einziehen wollen. Am 26. Mai sind Kommunalwahlen.

Diese Schwerpunkte setzen die Freien Wähler Jena

Wohnen in Jena: Es fehlen altersgerechte Wohnungen für die etwa 20.000 Rentner in der Stadt. Vor allem die 5-geschossigen Blöcke in Lobeda und Winzerla sollten Fahstuhlanbauten bekommen. Es braucht eine Sanierungsoffensive für die DDR-Plattenbauten. Ferner geht es um die Erschließung von Bauland, schnellere Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben sowie Wohnheime für Studenten und Azubis im Bachstraßenareal sowie der Carl-Zeiss-Straße durch private Investoren.

Stadtentwicklung: Erhalt aller Bäume beim Eichplatz, Schaffung von Grün- und Wasserflächen, Festplatz für Altstadtfest und temporäre Veranstaltungen.

Gesundheit: Erhalt und Pflege der Oberaue mit Radwegen und Spielplätzen, Aufarbeitung der Coronamaßnahmen.

Entwicklungskonzept Bachstraßenareal und Carl-Zeiss-Straße: Investorensuche und Einbindung von Wohnungsgenossenschaften. Die Verwaltung muss sich kümmern. So ist das Areal eine Schande für die Stadt

Verkehr und Radwege: Reduzierung von Ampeln durch Kreisverkehre, Parkplatzschaffung in Göschwitz und Radwegeausbau, Verkehrsberuhigung am Löbdergraben.

Bildung: Unterstützung des Arbeitskreises Schule/Studium/Wirtschaft, mehr naturwissenschaftliche Bildung.

Kultur: Schaffung bezahlbarer Räume für Vereine und Kulturschaffende. Vernetzung von bürgerlichem Engagement im Saalbahnhofstraße 9.

Wirtschaftsförderung: 2 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen für Jenaer Wirtschaftsförderung nutzen, Fachkräfteanwerbung, Marketing, B Planverfahren beschleunigen.

Lebensqualität im Alter: Erhalt und Ausbau analoger Dienstleistungen, barrierefreie Wege und Zugänge im öffentlichen Raum.

Erhalt der Bürgerwerte: Schutz von Gärten und Garagen, ob gepachtet oder Eigentum.

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