Jena. Mittlerweile sind zwölf Mitarbeiter mit Handicap innerhalb der Belegschaft selbstständig tätig. Verband würdigt den inklusiven Ansatz.

Für die Integration von Menschen mit einem Handicap hat der Kommunalservice Jena (KSJ) beim Kreativwettbewerb der Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit einen Sonderpreis errungen. Der Sonderpreis des Verbandes kommunaler Unternehmer sei nicht nur eine Würdigung des Engagements des KSJ, sondern setze auch ein wichtiges Zeichen für die gesamte Branche. Inklusion und Barrierefreiheit würden zunehmend als zentrale Aspekte in der Gestaltung moderner Arbeitsumgebungen erkannt, teilt der KSJ mit.

Zahlen und Fakten zum SBW

Das SBW Jena besteht seit 1992 und setzt sich aus folgenden Fachbereichen zusammen:

Fachbereich Berufliche Teilhabe
• Werkstatt mit Bildungs- und Arbeitsangebote für 320 Menschen mit Handicap
• zusätzlich 33 Menschen im Förder- sowie 16 Teilnehmende im Berufsbildungsbereich
• Arbeitsbereiche: Druck & Papier, Montage, Garten- und Landschaftspflege, Fahrzeugreinigung, Küche, Aktenrecycling, digitale Archivierung

Fachbereich Wohnen
• 112 Wohnplätze in Wohnhäusern in Jena-Ost, Winzerla, Lobeda-Ost und Kahla
• Kooperation mit der WG Carl Zeiss im neu gebauten Gebiet „Erlenhöfe“

Fachbereich Familie
• Unterstützung von 146 Personen mit Handicap im ambulanten Leistungsangebot

„Wiederverwertung und Recycling sind längst ein gesamtgesellschaftlich getragener Anspruch an das Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt. Integration und Inklusion gleichermaßen“, sagt Werkleiter Uwe Feige. Daher hat der KSJ mit dem erweiterten Angebot zum Tausch von wiederverwendbaren Bedarfsgegenständen, dem „Tauschhaus 2.0“, ein weiteres Pilotprojekt der Personalgewinnung gestartet. Menschen mit Handicap sind nicht nur Teil der Belegschaft, sondern verantworten in Service, Gärtnerei oder Elektroschrott ein Leistungsangebot, das sich durch konventionelle Personalgewinnung schwierig besetzen lasse, so Feige. Mittlerweile sind dort zwölf Kolleginnen und Kollegen mit Handicap innerhalb der Belegschaft selbstständig tätig.

Saale-Betreuungswerk: Mitarbeiter fühlen sich wohl

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„Unsere Mitarbeitenden fühlen sich wohl, das merken auch die Besucher des Tauschhauses deutlich. Wir freuen uns, dass sie eine solche Arbeitsumgebung finden konnten, denn genau das ist eines unserer wichtigsten Anliegen: einen Arbeitsplatz zu schaffen, der den individuellen Bedürfnissen eines jeden Menschen entspricht“, sagt die Geschäftsführerin des Saale-Betreuungswerkes der Lebenshilfe, Sabine Jahn.

Der Verband kommunaler Unternehmen vertritt mehr als 1550 Stadtwerke und kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser und Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation.