Fünf Jahre Bücherei Dornburg: Diese drei Damen machen es möglich

Dornburg.  Die seit fünf Jahren bestehende Bibliothek ist dank dreier Frauen wöchentlich als Lese- und Erzählort geöffnet.

Die Bücherei in Dornburg wurde vor fünf Jahren von Käthe Märtin, Gisela Horn und Karin Schmidt (von links) gegründet und ist seitdem an drei Tagen in der Woche geöffnet.

Die Bücherei in Dornburg wurde vor fünf Jahren von Käthe Märtin, Gisela Horn und Karin Schmidt (von links) gegründet und ist seitdem an drei Tagen in der Woche geöffnet.

Foto: Katja Dörn

Was braucht es, um eine gute Bücherei zu haben? Ordentlichen Lesestoff, na klar, heutzutage auch CDs und andere Medien. Vielleicht noch eine Sitzecke zum Schmökern und eine Spielecke für Kinder. Das Wichtigste aber sind die Menschen, die alles zusammenhalten, ordnen, beraten und auch mal ein offenes Ohr für die Leser haben. Mit Käthe Märtin (67), Karin Schmidt (75) und Gisela Horn (69) haben die Dornburger drei gute Seelen, die eine Bücherei im Ort überhaupt erst ermöglicht haben.

Dornburger Rathaus stand leer

Dabei war am Anfang gar nicht so recht daran zu denken, dass sich in den beiden Räumen im Hintereingang des Rathauses mal prall gefüllte Bücherregale nebeneinander reihen. Gisela Horn, als Literaturwissenschaftlerin berufsbedingt leseverrückt, hatte die Idee für die Bibliothek und stieß vor über fünf Jahren bei Ortsteilbürgermeister Klaus Sammer auf offene Ohren. Durch die Fusion mit Camburg war die Verwaltung nach Norden gezogen und das Rathaus im Ort stand schon länger teilweise leer. „Die Räume waren in einem schlechten Zustand“, erinnert sich Horn an ihre erste Begehung. „Aber wir sind keine Frauen, die aufgeben“, fügt sie lächelnd hinzu.

Sie schrieben kurzerhand alle Vereine im Ort an mit der Bitte um Spenden, um Farben, Teppiche und andere Dinge kaufen zu können. „Ein Hintergedanke war auch, die Einwohner für die neue Bücherei zu interessieren“, sagt Horn.

Das Prinzip funktionierte, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr rückten sogar zum Streichen an, sodass im Januar 2015 die Bücherei geöffnet werden konnte. „Dass es schon fünf Jahre gehalten hat, ist ein gutes Gefühl“, sagt Gisela Horn.

Jubiläumsfeier mit Lesern

Am heutigen Freitag feiern die drei Frauen gemeinsam mit Lesern und Freunden der Bücherei dieses kleine Jubiläum. Bürgermeisterin Dorothea Storch (CDU) schickte bereits lobende Worte und bezeichnete die Bücherei als „feste Institution“ in Dornburg, die als Zweigstelle der Camburger Bücherei fungiert. „Camburg ist für viele zu weit. Für Rentner und Kinder ist es nicht zumutbar, bis dorthin zu fahren, um Bücher auszuleihen“, erklärt Gisela Horn den Ursprung der Gründung. Die letzte Bibliothek in Dornburg schloss in den 1970er Jahren ihre Pforten.

Immer dienstags, mittwochs und donnerstags von 16 bis 18 Uhr öffnen die Seniorinnen die Türen – „und wir haben nie einen Termin ausfallen lassen“, erzählen sie stolz. Die Nutzer zahlen einen kleinen Obolus von 8 Euro jährlich, Familienkarte 10 Euro. Dafür versprechen die drei Hobbybibliothekarinnen, den Bestand immer zu erneuern, beispielsweise mit Werken von Buchpreisträgern. Über 70 Nutzer sind in den Karteikarten registriert, das wäre jeder Zehnte Einwohner von Dornburg. Immer wieder vergriffen: Die Bücher der Reihe „Die sieben Schwestern“ von Lucinda Riley oder „Die Ärztin“ von Helene Sommerfeld.

Mit Veranstaltungen locken die drei Unruheständlerinnen zudem Besucher an. Käthe Märtin, Lieblingsschmöker Biographien und Kinderbücher, liest einmal im Monat Kindergartenkindern vor. Karin Schmidt, die privat zu Krimis und Historischem greift und früher Lehrerin war, richtet kleine Schulstunden für die Zweitklässler aus Stiebritz aus. Und Gisela Horn, die alle Neuerscheinungen im Blick hat, organisiert das Strick-Erzählcafé.

Hinzu kommen außerdem noch Halloween-Abende für Kinder, Lesungen und das Sommerkino, das mit dem Verein Quergelesen jeweils im August im Rathaushof veranstaltet wird.

Überhaupt finden sich in der Bücherei auch immer wieder Besucherinnen ein, denen es mehr darum geht, ihr Herz auszuschütten, als ein Buch auszuleihen. „Wir sind ein Ort der Ausleihe und des Lesen, aber auch ein Ort der Kommunikation“, fasst es Gisela Horn zusammen.