Die Umbenennung des Platzes oberhalb der Haltestelle Damaschkestraße in Winzerla in „Enver-Simsek-Platz“ ist offenbar auf einem guten Weg – auch wenn der Kulturausschuss die Entscheidung vertagte. Der Werkleiter von Jenakultur, Jonas Zipf, betonte nämlich, dass OB Thomas Nitzsche (FDP) seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Wunsch des Ortsteilrates abgelegt habe.
Der Antrag von Beate Jonscher, Jens Thomas (beide Linke) und Tilo Schieck (Bündnisgrüne) sieht nicht nur vor, mit der Namenswahl „einem quasi zufällig, einzig und allein wegen seiner Herkunft ermordeten Menschen hier einen Namen, ein Gesicht zu geben“. Auch der Botho-Graef-Kunstpreis soll sich 2021 mit der Erinnerung an die Opfer des sogenannten NSU beschäftigen. Dann jährt sich der Tag zum zehnten Mal, an dem die terroristische Vereinigung, die in Jena ihren Ursprung hatte, öffentlich bekannt wurde. Zipf betonte, dass man unter anderem wegen eines dezentralen Theaterfestivals mit anderen Städten im Gespräch sei. Der Zuspruch im Kulturausschuss war groß.
Die Benennung des neu gestalteten Platzes zum Gedenken an den ermordeten Simsek wird auch durch den Studierendenrat der Friedrich-Schiller-Universität unterstützt. Simsek war im September 2000 das erste der zehn Mordopfer des NSU.