Kolumne

Straßenbahn ist nicht billiger

Thomas Beier zu den Kosten der Linie 42 ins Jenaer „Himmelreich“.

Thomas Beier.

Thomas Beier.

Foto: Thomas Beier

Die Straßenbahn fürs „Himmelreich“ war immer schon ganz hoch angebunden. Zwei frühere Jenaer Oberbürgermeister haben den Bau der Trasse bereits versprochen. Und der aktuelle Jenaer OB, Thomas Nitzsche (FDP), versprach zwar nicht die Straßenbahn.

Aber er sagte zumindest vor anderthalb Jahren, dass auch nach dem komfortablen Schienersatzverkehr ein ÖPNV-Angebot für die Bewohner bleiben soll. Danach sieht es im Moment aber nicht aus.

Klar, 400.000 Euro pro Jahr sind kein Pappenstiel für eine ÖPNV-Grundversorgung des nördlichen Zwätzen. Und der Ansatz der Verwaltung, das Pulver in Zeiten wie diesen trocken zu halten, ist sicher aller Ehren wert. Nur stellt sich die Frage, wenn die Stadt Jena nicht einmal das Geld für einen Bus ausgeben will, wieso dann eigentlich eine Straßenbahn bauen?

Kostenschätzungen für die weitere Verlängerung der Straßenbahn bis zur nördlichen Einmündung der Carl-Orff-Straße liegen bei 29 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Jenaer Nahverkehr 16 Millionen Euro. Auf 25 Jahre umgerechnet sind das – jetzt bitte ein Tusch – ebenfalls 400.000 Euro allein für den Schienenteil.

Ich meine: Wenn sich ein Bus ins „Himmelreich“ nicht lohnt, wäre die Bahn ins Jenseits volkswirtschaftlich gesehen erst recht rausgeschmissenes Geld.