Politik

Pößneck: Kompromisse in Sachen Windkraft gesucht

Pößneck.  Diskussionsveranstaltung mit Fridays for Future und Windkraftgegnern am Samstag in Pößneck. Zweites Podium angekündigt

Demo von Fridays for Future Thüringen am 19. Oktober 2019 in Pößneck.

Demo von Fridays for Future Thüringen am 19. Oktober 2019 in Pößneck.

Foto: Marius Koity / OTZ

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Die Reaktionen auf die Fridays-for Future-Bewegung sind besonders im Internet meist alles andere als konstruktiv. In der vermeintlichen Anonymität der sozialen Medien reichen ablehnende Kommentare häufig von inhaltlicher Kritik über aus der Luft gegriffene Vorwürfe bis hin zu eindeutigen Hass-Botschaften. Das ist auch im Saale-Orla-Kreis so. Unter einem Video einer Klima-Demo vom 19. Oktober in Pößneck auf der Facebook-Seite der OTZ finden sich aktuell unter den insgesamt 155 Kommentaren zum Beispiel solche: „Die das unterstützten haben einen an der Klatsche. Sollen nur dann auch die Rechnung bezahlen.“ oder „Bei 0.59 Minuten: Plastikflasche und Dose in der Hand – Häh – Klimaschutz?“ Daneben finden sich auch unterstützende Kommentare, doch wie so oft lässt die digitale Kommunikation in Sachen inhaltlicher Debatte über ein wichtiges Thema auch hier arg zu wünschen übrig.

An diesem Samstag startet der hiesige Ableger von Fridays for Future in Pößneck nun einen Versuch, den Austausch in Sachen Klimaschutz und Windkraft außerhalb des Internets in ein tatsächliches Gesprächsformat zu überführen. Am 7. Dezember laden die Klimaschutzaktivisten um 18 Uhr in die Aula des Gymnasiums „Am Weißen Turm“ ein, um unter dem Titel „Windstille in der Energiewende? Probleme und Lösungen im Saale-Orla-Kreis“ mit verschiedenen Gesprächspartnern zu diskutieren. Erwartet werden Landrat Thomas Fügmann (CDU), Frank Groß als Vorsitzender des Bundesverbands Windenergie Thüringen, zwei Vertreter der Schleizer Initiative „Unser Wald bleibt stehen“, Energieberater Gerd Habenicht und Florian Demmler von Fridays for Future. Ziel ist eine offene Diskussion zwischen Windkraftgegnern, Befürwortern und Interessierten über Windräder in Thüringen und im Saale-Orla-Kreis. „Gibt es einen Kompromiss?“, fragt Organisatorin und Moderatorin Karoline Jobst in einer Ankündigung. „Schon im Voraus haben Menschen ihre Meinungen und Fragen geäußert“, teilt sie mit. „So haben wir zum Beispiel Post eines Mannes aus Weida bekommen, der dort für neue Windkraftanlagen kämpft und am 7. Dezember nicht dabei sein kann.“

Zweites Podium: Naturschutz, Energieversorgung, Strompreise

„Die ‘Freunde der Natur und sicheren Stromversorgung’ werden an der Veranstaltung mit einem eigenen Podium teilnehmen und sich mit Sachpolitik in die Thematik einbringen“, teilt nun UBV-Kreistagsmitglied Wolfgang Kleindienst mit. Zu den Teilnehmern zählen hier Dieter Böhme, Physiker aus Gera, Christian Singewald, Kreisschulelternsprecher Gymnasien im Schulamtsbereich Ostthüringen, und Kleindienst selbst. „Unser Podium hat das Ziel, die Argumente zu bündeln, sowie Rede und Gegenrede im Sinne des Auditoriums zu strukturieren“, hält letzterer fest. Naturschutz, sichere Energieversorgung und unsoziale Strompreise dürften nicht dem Diktat von materiellen Nutznießern der Energiewende geopfert werden, heißt es da. Viel eher sollten demnach physikalische Naturgesetze, technische und wirtschaftliche Fakten in den Vordergrund gerückt werden. Laut Kleindienst richtet sich dieses Format gegen unsoziale Strompreise in deren Folge die Energiewende ökologisch und ökonomisch gescheitert sei. „Die Fortführung dieser Energiepolitik kann hin bis zu einer nationalen Katastrophe führen“, meint er und warnt vor möglichen Gefahren eines flächendeckenden Zusammenbruchs der Stromversorgung.

Fridays for Future Pößneck will allen am Thema Interessierten, die am Samstag verhindert sind, die Chance geben, ihre Fragen und Meinungen zum Thema zu äußern. Diese können per E-Mail an karoline.jobst@gj-thueringen.de geschickt werden.

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