Thüringer Justizminister wegen offenem Brief in Pößneck

Pößneck.  Dieter Lauinger erkundigt sich im Alternativen Freiraum über Erfahrungen mit rechtsextremen Jugendlichen in der Region.

Der Thüringer Justizminister Dieter Lauinger (Grüne, Mitte) war am Mittwoch für ein Gespräch über rechtsextremistische Vorfälle in Pößneck.

Der Thüringer Justizminister Dieter Lauinger (Grüne, Mitte) war am Mittwoch für ein Gespräch über rechtsextremistische Vorfälle in Pößneck.

Foto: Martin Schöne

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nachdem sich in der vergangenen Woche bereits der Thüringer Innenminister Georg Maier (SPD) im Rahmen seines Besuches in Pößneck mit Vertretern der Grünen Jugend und Linksjugend im Saale-Orla-Kreis getroffen hatte, war am Mittwochabend der Thüringer Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) in der Stadt. Im Alternativen Freiraum in Pößneck (PAF) sprach er mit den Verfassern eines offenen Briefes, in dem Grüne Jugend und Linksjugend auf Probleme mit rechtsextremen Jugendlichen in der Region aufmerksam gemacht und lokalen Behörden Untätigkeit vorgeworfen hatten.

Namentlich ging es dabei um die zuvor als Neue Hitlerjugend bezeichnete Gruppierung, die von den Verfassern für ausländerfeindliche und verfassungsfeindliche Äußerungen, Angriffe und Drohungen gegen Andersdenkende verantwortlich gemacht wird. „Ich habe den Brief gelesen und mich entschieden, selbst nach Pößneck zu fahren, um mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen“, beschrieb Lauinger den Anlass seines Besuches. Es gehe ihm dabei um Berichte und Erfahrungen aus erster Hand. Zudem könne er bei konkreten Vorfallsbeschreibungen auch die Staatsanwaltschaft damit konfrontieren und prüfen lassen, ob Straftaten entsprechend verfolgt werden.

In der Gesprächsrunde saßen neben Schülern und Vertretern der Grünen Jugend und der Linksjugend unter anderem auch Vertreter der Pößnecker Linken, Sozialarbeiterinnen und eine Lehrerin. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erläuterte Karoline Jobst, Sprecherin der Grünen Jugend im Landkreis, ihre Sicht der Dinge. In der Stadt würde die Situation heruntergespielt, obwohl es zu Drohungen, Angriffen und verfassungsfeindlichen Äußerungen komme. Eine Sozialarbeiterin warf ein, die Gruppe existiere etwa seit einem Dreivierteljahr. Auf Nachfrage durch den Minister hieß es aus der Runde, die Gruppe bestehe aus 30 bis 35 Personen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Eine Whatsapp-Gruppe mit dem Titel „NHJ“ gebe es wohl nicht mehr. „Aber die Leute sind noch da“, so Jobst. Die Grüne Jugend erhoffe sich mehr Unterstützung von Politik und Behörden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.