Generationswechsel am TITK Rudolstadt: Das plant der scheidende Direktor

Rudolstadt.  Ralf-Uwe Bauer verabschiedet sich als Direktor: Die Institutsleitung liegt nun allein bei Benjamin Redlingshöfer.

Ralf-Uwe Bauer (links) verabschiedet sich aus dem TITK, Benjamin Redlingshöfer führt das Institut künftig allein.

Ralf-Uwe Bauer (links) verabschiedet sich aus dem TITK, Benjamin Redlingshöfer führt das Institut künftig allein.

Foto: Tino Zippel

Ralf-Uwe Bauer (63) zieht sich nach 18 Jahren an der Spitze des Thüringischen Instituts für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt (TITK) zurück. Benjamin Redlingshöfer, bereits seit 2017 als Nachfolger fürs operative Geschäft zuständig, übernimmt die Führung des Instituts und der Tochterfirmen mit 220 Arbeitsplätzen. Der scheidende Direktor geht nicht in Rente, sondern hat bereits eine neue Aufgabe gefunden.

Bauer hatte die Leitung des TITK 2002 übernommen. Sein Vorgänger war Horst Bürger, der vor wenigen Tagen im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Bürger hatte die langjährige Forschungstradition in Rudolstadt über die Wende gerettet. Er gründete 1991 das TITK als erstes gemeinnütziges und privatwirtschaftliches Forschungs­institut Thüringens. „Während meiner Amtszeit ist es uns gelungen, die TITK-Gruppe auszubauen“, sagt Bauer. Er verweist auf die gute Finanzlage und die hohe Forschungsreputation. „Ich bin stolz darauf, was wir erreicht haben“, sagt der promovierte Verfahrenstechniker.

Früh stellte er die Weichen für die Nachfolge. Seit 1. Juli 2017 bildete er eine Doppelspitze mit Benjamin Redlingshöfer. Der studierte Wirtschaftsingenieur führte zuvor eine Tochtergesellschaft des Instituts und brachte für diese Aufgabe Berufserfahrung aus dem Siemens-Konzern mit. Fortan leitet er das Forschungsinstitut allein und übernimmt gemeinsam mit Ute Schubert die Geschäftsführung des Tochterunternehmens Ostthüringische Materialprüfgesellschaft für Textil- und Kunststoffe. Beide bilden bereits mit Christoph Löning die Geschäftsleitung der zweiten Ausgründung innerhalb des TITK-Verbundes – der Smartpolymer GmbH.

Zur Ruhe will sich Bauer nicht setzen, sondern sich bei einem Start­up seiner Tochter engagieren. Die Smart Advanced Systems bietet Lösungen im Bereich Heiztextilien an und setzt auf Entwicklungen, an denen Bauer selbst beteiligt war. Ihn freue, dass er sich mehr Fachthemen widmen könne und weniger Verwaltungsaufgaben habe.

Kooperationspartner produzieren auf Basis der Technologie zum Beispiel Heizdecken. In Arbeit seien Lösungen für die Wärmespeicherung in der Gastronomie oder den Druck von Heiztextilien, so Bauer, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen bleibt. Das Amt wolle er bis zum Ende der Wahlperiode 2021 weiter bekleiden. „Wir freuen uns, dass er sich weiterhin für die Interessen der regionalen Wirtschaft und der Stärkung des Standortes Ostthüringen engagiert“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Höhne.