Königshofen. Gemeinde bei Eisenberg: Wenn sich die Dorfgemeinschaft von Königshofen im Frühjahr trifft, wird es ganz schön heiß. Doch das Ganze hat auch einen praktischen Nutzen.

Wer den Weg zum Osterfeuer nicht auf Anhieb fand, konnte sich am Donnerstagabend in Königshofen an den hochschlagenden Flammen orientieren. Weithin flogen die Funken, man musste achtgeben, dass die Kleidung keine Brandlöcher abbgekam. Doch die Freiwillige Feuerwehr des Ortes hatte alles im Griff.

Ein Blick zurück: „Das Osterfeuer ist unser jährlicher Saisonbeginn für gemeinsame Aktivitäten im Dorf“, sagt Thomas Prahl, Hauptfeuerwehrmann und Vorsitzender des Feuerwehrvereins in Königshofen. Etwa 500 Besucher bevölkern den Platz rund um das Feuer. Die Männer am Bratwurststand kommen gar nicht so schnell hinterher, wie die Würste am Imbisswagen nachgefragt werden. Wohlweislich hat der Verein zusätzlich Buletten und Fischbrötchen vorbereitet.

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Die Menschen unterhalten sich, sind guter Dinge. Kinder tollen herum. So kann man den Tag ausklingen lassen. Mit dem Osterfeuer am Donnerstagabend läuten die Dorfbewohner, wie in vielen anderen Gemeinden des Holzlandes auch, das Osterfest ein. Im Ort sei diese Tradition mindestens zehn Jahre alt, erinnert sich Prahl. Für die Königshofener allerdings habe das Feuer auch einen praktischen Nutzen, wie der Feuerwehrmann erklärt.

„Das Osterfeuer bietet neben der besonderen Atmosphäre Gelegenheit, Äste und Grünschnitt auf legale Weise zu verbrennen“, sagt Prahl und verweist auf das 2016 ausgesprochene thüringenweite Verbot, pflanzliche Abfälle individuell zu verbrennen. Auch die sogenannten Brenntage waren damals abgeschafft worden.

Diese Möglichkeit nutzten außer den Königshofenern auch Auswärtige, zum Beispiel aus Bürgel und Umgebung, erzählt Prahl. Wenn man mit dem Grünschnitt einmal hier ist, kann man auch gleich zum gemütlichen Beisammensein bleiben, dachten sich am Donnerstag offenbar einige. Der Hauptfeuerwehrmann bestätigt das. „Viele, die ihre pflanzlichen Abfälle herbrachten, sind unsere Gäste.“

Feuerwehr nimmt Stichproben vor

Damit vor dem Entzünden des Osterfeuers nichts Falsches wie Bauschutt oder Baumwurzeln auf den Haufen gerät, nehmen die Feuerwehrleute Stichproben vor. „Fünf bis sechs Tage vorher kontrollieren wir, was hier angefahren wird“, sagt Prahl. Im Feuerwehrhaus verbringt der junge Mann sein halbes Leben. Außer Hauptfeuerwehrmann ist der Landwirt im Hauptberuf – er arbeitet bei der Agrargenossenschaft Königshofen – Gerätewart, Maschinist und hat eine Funkausbildung absolviert. „Und das trotz Frau und zwei Kindern“, sagt er und lacht.

Feuerwehrleute brauchen Familien und Arbeitgeber, die die freiwillige und wichtige Arbeit unterstützen. Deshalb kann Thomas Prahl beide nur lobend erwähnen, auch weil sein Brötchengeber als Sponsor in Erscheinung tritt. Im vergangenen Jahr musste die Königshofener Feuerwehr etwa 25 Mal ausrücken, dieses Jahr habe es bereits vier Einsätze gegeben. „Wir verfügen über einen Rettungssatz mit Schere und Spreizer. Deshalb werden wir hin und wieder zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen“, sagt Prahl und weist auf die nahe gelegene A9, wo man in dieser Nacht die Lichter aufblitzen sieht.

Feuerwehr Königshofen: Reden hilft

Auf der Autobahn werden die Feuerwehrleute zum Teil mit schlimmen Anblicken konfrontiert. „Während des Einsatzes funktioniert man, doch in der Ruhephase danach hat man ganz schön zu kämpfen“, weiß Prahl aus eigenem Erleben. Ob die Königshofener eine Strategie für solche Fälle haben? Der Vereinsvorsitzende nickt: „Wir reden darüber. Wenn das nicht ausreicht, nutzen wir die Notfallseelsorge der Feuerwehr in Eisenberg.“