Saale-Holzland-Kreis. Auch der Thüringer Bratwurstkönig Norbert I. und die Thüringer Wurstkönigin Nicole Schenk waren verhindert. Wer stattdessen in der Jury des Bratwurst-Wettbewerbes saß.

Im „Truck Stop“ von Eberhard Schneider in Quirla drehte sich am Mittwoch alles um die Wurst. Der 69-Jährige hatte zu seinem traditionellen Bratwurstfest eingeladen – und Hunderte Besucher waren am Maifeiertag bei schönem Wetter gekommen.

Mit großer Spannung erwarteten die vielen Gäste auch dieses Mal das Ergebnis der Wahl der besten regionalen Bratwurst. Kurz nach halb zwei griff Ingolf Weiß, Hauptverantwortlicher für den Roster-Wettbewerb und Vorsitzender der Jury, schließlich zum Mikrofon, um die Entscheidung zu verkünden.

Saale-Holzland: 77 Punkte bringen der Agrargenossenschaft Bucha den Sieg

Mit 77 Punkten schaffte es die Agrargenossenschaft Bucha, wie schon im vergangenen Jahr, auf Platz 1. Den 2. Platz teilen sich die Stadtrodaer Fleischereien Herrmann und Wittig mit jeweils 73 Punkten, Dritter wurde die Globus-Fleischerei in Hermsdorf mit 71 Punkten. Auf dem vierten Platz folgen mit jeweils 66 Punkten die Mörsdorfer Landfleischerei und die EWU-Eisenberg. Platz fünf ging an Wolf Wurstwaren aus Schmölln mit 55 Punkten. Letzte wurde die Fleischerei Poßner aus Tautendorf, die 50 Punkte von der Jury erhielt.

„Ich möchte ganz klar betonen, dass auch der Letzte eine gute Wurst macht. Thüringer Bratwürste sind gut, hier hat am Ende der Geschmack der Jury entschieden“, sagte Hans Höltje. Der 89-Jährige, der am 20. Juni 90 Jahre alt wird und dieses Jubiläum am 21. Juni mit 90 Freunden und Kumpels im „Truck Stop“ feiert, gehörte am Maifeiertag zu den vielen Helfern und Unterstützern des Bratwurstfestes von Eberhard Schneider. Einst war er Chef der Autobahnpolizei, Chef der Polizei in Gera und Chef der Wismut-Verkehrspolizei. „Seit zwei Jahren rede ich eben auch über die Wurst“, sagte Hans Höltje, lachte und verwies auf seinen „Moderations-Job“ zum Bratwurstfest. Welches seine Lieblings-Roster ist? „Eigentlich die Buchaer, wobei die Globus-Wurst auch gut ist.“

Hans Höltje (89), der in Hermsdorf wohnt, moderierte am Maifeiertag das Bratwurstfest in Quirla.
Hans Höltje (89), der in Hermsdorf wohnt, moderierte am Maifeiertag das Bratwurstfest in Quirla. © OTZ | Ute Flamich

Wer nun genau in der Jury saß und die Bratwürste der acht Fleischereien verkosten durfte, das stand erst relativ spät fest. Der Thüringer Bratwurstkönig Norbert I. und die Thüringer Wurstkönigin Nicole Schenk waren verhindert, eingeplante Wurst-Verkoster wie Quirlas Ortsteilbürgermeister Robin Kusch und Jana Ludewig-Hielscher, die Chefin des Gasthauses „Faustus“ in Stadtroda, konnten ebenfalls nicht mitmachen. Ersatz fand sich jedoch schnell: Für die Thüringer Wurstkönigin sprang der Hermsdorfer Tischler Maik Töpel ein, für Robin Kusch stand Albert Weiler (Werteunion) bereit, der Chef der Verwaltungsgemeinschaft Hügelland-Täler und Landrats-Kandidat. Statt Ingolf Weiß, der sich ganz auf seine Funktion als Wettbewerbsverantwortlicher konzentrierte, verkostete Günter Peupelmann vom Gasthaus „Zur Linde“ die jeweiligen Bratwurststückchen.

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Bewertet wurden der Gesamteindruck der Roster, die Konsistenz und der Geschmack. Für jede Kategorie konnte jedes Jurymitglied 0 bis 5 Punkte vergeben. Die jeweils vergebenen Punkte aller Jurymitglieder wurden zusammengezählt und so wurde der Sieger ermittelt.

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Gebraten wurde das Thüringer Grillgut auf vier Grills. An einem dieser Grills stand Häusi. Er war für das Braten der Roster vom Globus und von der Fleischerei Herrmann zuständig. „Von 1992 bis 1995 habe ich bei Herrmanns gelernt“, erzählte er. Der Beruf sei vielfältig und man habe auch privat großen Nutzen davon, was das Kochen und Braten angehe. „Ich kann mich selbst versorgen“, sagte er und schmunzelte. Sieben Jahre lang hatte Häusi beim Roda-Markt in Stadtroda einen Imbiss. Dann sei er auf dem Bau gewesen, lange Zeit bei der Armee, dann wieder auf dem Bau. Heute ist er als Quer-Einsteiger im Jenaer Optik-Unternehmen Carl Zeiss tätig.

Häusi am Grill beim Bratwurstfest im „Truck Stop“ in Quirla.
Häusi am Grill beim Bratwurstfest im „Truck Stop“ in Quirla. © OTZ | Ute Flamich

Seit vielen Jahren schon unterstütze er Eberhard Schneider bei seinen Veranstaltungen. „Wenn Ebi was vorhat, ruft er mich an und wenn ich Zeit habe, bin ich dabei“, sagte Häusi. Etwa 300 Roster hatte er am Mittwoch auf dem Grill liegen. Es sei zwar anstrengend, aber mache auch Spaß. „Gerade der Kontakt zu den Menschen gefällt mir hier. Ich mache das ehrenamtlich, bekomme aber einen Obolus.“

Das Schöne an seinem Bratwurstfest sei das Miteinander, das für ein „bissl DDR-Flair“ sorge, sagte der Gastgeber und Truck-Stop-Inhaber Eberhard Schneider. Seit fünf Uhr sei er auf den Beinen, denn einer müsse ja „das Paket der Verantwortung“ tragen. „Ich möchte mich in aller Form bei meinem ganzen Team für die Unterstützung bedanken. Ich bin stolz auf die Leute“, sagte er.

Eberhard Schneider mit passendem T-Shirt zu seinem Bratwurstfest im „Truck Stop“ in Quirla.
Eberhard Schneider mit passendem T-Shirt zu seinem Bratwurstfest im „Truck Stop“ in Quirla. © OTZ | Ute Flamich