Eisenberg. Die Stadt stellt dafür die Kleingartenanlage „Kirschberg“ zur Verfügung. Die Umweltmaßnahmen in Eisenberg sollen deutschlandweit Schule machen.

Die Renaturierung des Malzbaches ist Teil des Vorhabens „Deutschland wieder Otterland – Die bundesweite Vernetzung von Gewässerlandschaften für den Fischotter“, das von Svane Bender, Bereichsleiterin Naturschutz und Biologische Vielfalt der Deutschen Umwelthilfe, im Rathaus der Stadt Eisenberg vorgestellt wurde.

Eisenbergs Bürgermeister Michael Kieslich führte die Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung anschließend in die Kleingartenanlage „Kirschberg“ am Malzbach, wo die Stadt Flächen für die Renaturierung des Malzbaches zur Verfügung stellt. Das Projekt wurde dort mit der symbolischen Sicherung des Bauabschnittes durch Umweltstaatssekretär Burkhard Vogel und Bürgermeister Kieslich eröffnet.

Eisenberg macht mit Umwelthilfe gemeinsame Sache

„Thüringen kommt im Rahmen des Projekts in neun Bundesländern eine zentrale Bedeutung zu. Denn hier verläuft aktuell die Ausbreitungsgrenze des Fischotters in Deutschland. Die Besiedlung von angestammten Ottergebieten, wie es am Malzbach in Eisenberg geplant ist, hilft der Art, zukünftig in ganz Deutschland wieder heimisch zu werden“, sagt Staatssekretär Burkhard Vogel.

„Naturnahe Gewässer sind für den Fischotter wichtig. Sie verbessern aber auch den Hochwasserschutz und schaffen Naturerlebnisräume für die Menschen in unserer Stadt. Wir begrüßen die Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe und freuen uns darauf zu erleben, wie ein Stück Natur an den Malzbach zurückkehrt“, sagt Michael Kieslich, Bürgermeister der Stadt Eisenberg.

Eisenberger Malzbach soll Vorbild werden

Svane Bender, Bereichsleiterin Naturschutz und Biologische Vielfalt der DUH sagt, dass dem streng geschützten Fischotter viele Gefahren drohen. „Vom Tod im Straßenverkehr über die illegale Jagd bis hin zur Austrocknung der Bachläufe und Auenlandschaften aufgrund der Klimakrise. Wir kämpfen seit vielen Jahren gegen diese Gefahren an. Erstmals vernetzten wir nun Akteure aus der Praxis aus neun Bundesländern mit der Wissenschaft und erarbeiten Lösungsansätze für den Fischotter- und Gewässerschutz, damit Maßnahmen wie hier am Malzbach bald in ganz Deutschland Schule machen“, hieß es.

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Im Projekt „Deutschland wieder Otterland“ widmet sich die DUH zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ) und sechs weiteren regionalen Partnern der Wiederausbreitung des Fischotters in Deutschland in südwestlicher Richtung. In neun Modellregionen werden dafür Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Gewässerlandschaften, für Verbesserungen der Habitatqualität und zur regionalen Reduktion von Gefährdungen und Konflikten identifiziert und umgesetzt.

Eisenberg stellt Kleingartenanlage „Kirschberg“ zur Verfügung

Damit soll der Erhaltungszustand der Population verbessert werden. In der Modellregion Thüringen liegt der Fokus auf der Untersuchung und Entwicklung des Eisenberger Malzbachs als Auenkorridor. Die Stadt Eisenberg stellt am Malzbach einige Grundstücke der Kleingartenanlage „Kirschberg“ für die Gewässerentwicklung zur Verfügung. Hier geht es bei der Umsetzung vor allem um die Habitatverbesserungen von Bereichen, die den Biotopverbund als Verweil- und Rückzugsorte fördern können, sogenannte Trittsteinbiotope.

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Gefördert wird das Vorhaben im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz sowie durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN). red