Saale-Holzland. Demenztag im Felsenkellersaal des Asklepios-Fachklinikums in Stadtroda. Wie Depression im Alter behandelt werden kann.

Pflege, palliativmedizinische Aspekte, nichtmedikamentöse sowie medikamentöse Therapieverfahren stehen im Fokus des 17. Demenztages, zu dem das Asklepios-Fachklinikum Stadtroda am Samstag, 25. Mai, ab 9.30 Uhr einlädt. Für die Veranstaltung wurden bei der Landesärztekammer Thüringen Fortbildungspunkte beantragt.

„Nach dreijähriger, durch Corona bedingter Pause laden wir medizinisches Fachpersonal aus Pflegeeinrichtungen und Kliniken, niedergelassene Ärzte und Angehörige von Erkrankten herzlich zum Demenztag in den Felsenkellersaal unseres Klinikums ein“, sagt Udo Polzer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemeine Psychiatrie/ Psychotherapie, Gerontopsychiatrie und Suchterkrankungen am Asklepios-Fachklinikum Stadtroda.

Wie Depression im Alter ohne Medikamente behandelt werden kann

Über Pflege bei Demenzpatienten wird Liane Wolfin, Pflegerische Bereichsleitung Gerontopsychiatrie, sprechen. Oberärztin Luise Szigarski schließt mit einem Beitrag zu palliativmedizinischen Aspekten bei der Versorgung von Demenzpatienten an.

Einen weiteren Themenkompflex bilden nichtmedikamentöse Therapieverfahren zur Behandlung der Depression im Alter. Stationsärztin Juliane Kramer wird über Elektrokonvulsionstherapie sprechen, Stationsärztin Birgit Lutz über Transkranielle Magnetstimulation.

Die Elektrokonvulsionstherapie ist das wirksamste Verfahren zur Behandlung schwerer und therapieresistenter depressiver Erkrankungen. Sie beruht darauf, dass in Narkose und unter Muskelentspannung eine kurze elektrische Stimulation im Hirn erfolgt. Die Transkranielle Magnetstimulation beeinflusst durch Magnetimpulse die Erregbarkeit von Nervenzellen auf schonende Weise. Ziel ist es, die Balance der Hirnaktivität wiederherzustellen und dadurch die Erholung von der Depression zu fördern.

Wie sich Demenz mit Medikamenten behandeln lässt.

Im Anschluss an eine Pause mit Imbiss wird Zivilie Bukantyte, Leitende Ergotherapeutin am Klinikum, über nichtmedikamentöse Therapie bei hirnorganischen Störungen sprechen. Ein Update zur medikamentösen Behandlung der Demenz gibt Udo Polzer zum Ausklang. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

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„Gegenwärtig sind etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an Morbus Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz erkrankt“, sagt Polzer. Geschuldet sei die steigende Tendenz dieser Erkrankung nicht zuletzt der Tatsache, dass immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen.

Demenz stellt nicht nur die Medizin, und hier in besonderem Maße auch die Pflege, sondern auch die Gesellschaft als Ganze vor eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden dürfe. „Letztlich“, sagt Polzer, stelle dieses „große Problem die Solidargemeinschaft des Staates auf den Prüfstand.“ Dies betreffe nicht nur die medizinische Versorgung einer alternden Bevölkerung im engeren Sinne, sondern auch den Bereich der Prävention.

Morbus Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankungen

Demenz bezeichnet einen Komplex an Krankheiten, die durch anhaltende Symptome gekennzeichnet sind. Typisch sind Gedächtnisstörungen, Störungen höherer Funktionen wie Aphasie (Sprachstörung), Apraxie (Störung der zielgerichteten Bewegungen) oder Agnosie (Störungen des Erkennens), Störungen der Fähigkeit planvollen Handelns oder des Ausformulierens.

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Neben dem bis heute nicht heilbaren Morbus Alzheimer, der häufigsten Form der Demenzerkrankungen, kann Demenz unter anderem auch im Zusammenhang mit der Parkinsonschen Erkrankung, nach Schlaganfällen oder als Folge von jahrelangem Bluthochdruck auftreten.

Saale-Holzland: Gedächtnissprechstunden nutzen

Patienten, die befürchten, an Demenz erkrankt zu sein, können dies im Rahmen der Gedächtnissprechstunden abklären lassen. Diese Spezialsprechstunden werden nach vorheriger Terminvereinbarung in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) und der Neurologischen Ambulanz am Asklepios-Fachklinikum Stadtroda angeboten, aber auch in den zum Klinikum gehörenden Psychiatrischen Institutsambulanzen in Pößneck und Greiz.

Kontakt: Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) Stadtroda (036428) 56 13 19, PIA Pößneck (03647) 50 47 20, PIA Greiz (03661) 45 62 91 10, Neurologische Ambulanz (036428) 56 13 77.