Saale-Holzland-Kreis. Was Wahlberechtigte beachten müssen, wer in Eisenberg, Hermsdorf, Stadtroda und co. gewählt werden will und wann mit den Ergebnissen zu rechnen ist.

  • Landrat, Kreistag, hauptamtliche Bürgermeister, Gemeinderäte, Stadträte und Ortsteilräte sowie -bürgermeister werden am kommenden Sonntag im Saale-Holzland-Kreis gewählt.
  • Wer per Briefwahl wählen möchte, muss sichergehen, dass die Stimmzettel bis Sonntag 18 Uhr ankommen.
  • Sechs Kandidaten wollen neuer Landrat werden.

Viele Kreuze können die vielen Wahlberechtigten am kommenden Sonntag im Saale-Holzland machen, denn es gibt einiges zu wählen: Landrat und Kreistag werden gleichzeitig neu gewählt – das passiert aufgrund der unterschiedlichen Amtszeiten nur alle 30 Jahre. Zudem werden die hauptamtlichen Bürgermeister in Eisenberg, Stadtroda, Kahla, Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz gewählt sowie Stadträte. Auch Gemeinderäte und Ortsteilbürgermeister stehen in einigen Orten zur Wahl.

Wer will hauptamtlicher Bürgermeister werden?

In Hermsdorf und Kahla stehen die jeweils amtierenden Bürgermeister als einzige Bewerber zur Wahl. In Eisenberg gibt es drei Bewerber: Michael Kieslich (CDU), Rico Walter (parteilos) und Frank Golombek (AfD). In Stadtroda haben die Wählerinnen und Wähler ebenfalls die Wahl zwischen drei Personen für das Bürgermeisteramt: Andreas Klaus, Amtsinhaber Klaus Hempel und Daniela Hansmann. Amtsinhaberin Gabriele Klotz (CDU) tritt in Bad Klosterlausnitz nicht erneut an. Somit wird es in jedem Fall eine Neubesetzung des Bürgermeisterpostens geben. Zur Wahl stehen Kevin Steinbrücker (Freie Wählergruppe Bad Klosterlausnitz) und Diana Reinhardt (parteilos). Wahlberechtigte in Dornburg-Camburg stehen ebenfalls vor der Wahl eines neuen hauptamtlichen Bürgermeisters. Hier stehen Dorothea Storch (CDU), Frank Wolf (D-CBV) und Jens Tischendorf (Bündnis Ehrenamt) zur Wahl.

Wer wird Nachfolger von Landrat Andreas Heller?

Für den Posten des Landrates bewerben sich sechs Kandidaten: Johann Waschnewski für die CDU, bisheriger Erster Beigeordneter im Landkreis und Bürgermeister in Bürgel, Albert Weiler für die Bürgerinitiative Holzland, bisheriger Bürgermeister in Milda und Chef der Verwaltungsgemeinschaft Hügelland/Täler, Patrick Frisch für die FDP, Mitglied im Kreistag und Unternehmer, Christian Bratfisch für die AfD, Lehrer in Gera und Kreistagsmitglied, Lutz Lüttich, parteiloser Unternehmer aus Stadtroda und Markus Gleichmann für die Linke und die SPD, Mitglied in Kreistag und Landtagsabgeordneter.

Wie wird der Kreistag gewählt?

Alle fünf Jahre wird ein neuer Kreistag gewählt. Wählerinnen und Wähler haben drei Stimmen, die sie entweder einer einzelnen Person geben können oder zwei oder drei verschiedenen. Stimmzettel sind auch gültig, wenn nur eine oder zwei Personen gewählt werden. Es können auch die Wahlvorschläge der einzelnen Parteien mit nur einem Kreuz auf dem Stimmzettel gewählt werden. Damit erhalten die ersten drei Personen auf der Liste jeweils eine Stimme. Die Auszählung der Stimmen ist bei der Kreistagswahl am schwierigsten, da es verschiedene Möglichkeiten für die gültige Stimmabgabe gibt, sagt Tom Zimmermann. Mit 171 Stimmbezirken bei 72.000 Wahlberechtigten im Kreis gibt es am Wahlabend für die über 1000 Wahlhelfer einiges zu tun.

Kreiswahlleiter Tom Zimmermann zeigt die Stimmzettel, mit denen am 26. Mai im Saale-Holzland Kreistag und Landrat gewählt werden.
Kreiswahlleiter Tom Zimmermann zeigt die Stimmzettel, mit denen am 26. Mai im Saale-Holzland Kreistag und Landrat gewählt werden. © Funke Thüringen | Luise Giggel

Wie viele Plätze hat der Kreistag?

Im Kreistag des Saale-Holzland-Kreises gibt es 46 Plätze. Die Anzahl richtet sich nach der Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner und ist in der Thüringer Kommunalordnung festgeschrieben. 242 Bewerberinnen und Bewerber aus acht unterschiedlichen Parteien und Wählergemeinschaften kandidieren dafür. Wer am Ende im Kreistag sitzen wird, richtet sich nach dem Verhältnis, das die jeweilige Partei oder Wählergemeinschaft gemessen an den insgesamt abgegebenen Stimmen erhalten hat. Innerhalb der Parteien kommen dann die Personen mit den jeweils meisten Stimmen ins Gremium.

Wie sieht ein Stimmzettel aus?

Der Stimmzettel für die Kreistagswahl ist in die acht antretenden Parteien mit ihren Listen unterteilt. Die Reihenfolge der Parteien entspricht dabei den Ergebnissen der vergangenen Landtagswahl: Die Partei mit den meisten Stimmen steht ganz links, die mit den wenigsten ganz rechts. Parteien, die nur auf Kreis- und nicht auf Landesebene vertreten sind, schließen sich entsprechend dem letzten Kreistagswahlergebnis an.

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Wann ist ein Stimmzettel ungültig?

Wenn auf einem Stimmzettel der Wille der wählenden Person nicht eindeutig zu erkennen ist, ist er ungültig. Ist er etwa komplett gestrichen oder enthält Zusätze, die über die Abstimmung hinausgehen, ist er ebenfalls ungültig. Im Zweifelsfall entscheidet der Wahlvorstand.

Wie wird der Landrat im Saale-Holzland gewählt?

Alle sechs Jahre wird ein neuer Landrat gewählt. Wählerinnen und Wähler haben eine Stimme und können ihren Favoriten direkt wählen. Wer über 50 Prozent der Stimmen holt, ist direkt gewählt. Schafft dies keiner der Bewerber, kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Diese findet gegebenenfalls in diesem Jahr am 9. Juni statt – zusammen mit der Europawahl. Wer dann die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, wird neuer Landrat, dessen Amtszeit am 1. Juli 2024 beginnt.

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Wie funktioniert die Briefwahl und welche Fristen gibt es?

Mit den bereits eingegangenen Wahlbenachrichtigungen, die alle Wahlberechtigten erhalten, kann die Briefwahl beantragt werden. Für den Antrag gilt Freitag, der 24. Mai als Stichtag. Beim Abstimmen per Briefwahl sollte allerdings der Postlauf beachtet werden und die Stimmzettel rechtzeitig abgesendet werden, betont Kreiswahlleiter Tom Zimmermann. Stimmzettel, die nach 18 Uhr am Wahltag eingehen, können nicht berücksichtigt werden und die Stimmen verfallen.

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Ist der Antrag auf Briefwahl einmal gestellt, kann nicht vor Ort im Wahllokal gewählt werden. Auch die Abgabe der Briefwahlunterlagen am Wahltag im Wahllokal ist bei der Kommunalwahl nicht möglich, erklärt Zimmermann. Auf diese Weise soll die Doppelwahl verhindert werden. Briefwahlunterlagen können aber auch persönlich an der auf den Unterlagen befindlichen Adresse eingesteckt werden, wenn man den Postweg umgehen möchte.

Wahlplakate an einer Laterne in Eisenberg.
Wahlplakate an einer Laterne in Eisenberg. © Funkemedien Thüringen | Julia Grünler

Können die Listen der Bewerberinnen und Bewerber vorab eingesehen werden?

Ja, alle Bewerberinnen und Bewerber für die Kreistagswahl sowie die sechs Landratskandidaten wurden im Amtsblatt verkündet. Alle Namen können auch online eingesehen werden. Tom Zimmermann empfiehlt, sich schon vorab Gedanken zu machen und nicht erst am Wahltag zu entscheiden, da gerade der Stimmzettel für den Kreistag sehr umfangreich ist.

Wann steht das Wahlergebnis fest?

Die Wahllokale sind am 26. Mai bis 18 Uhr geöffnet, anschließend beginnen die Auszählungen. Im Gegensatz zur Bundestags- oder Landtagswahl gibt es keine Prognosen oder Hochrechnungen. Die Wahlergebnisse veröffentlicht das Thüringer Landesamt für Statistik auf seiner Website. Zudem wird es über unser Portal einen Live-Ticker geben. Wenn die Ergebnisse in den Stimmbezirken ausgezählt sind, werden sie an den Kreiswahlausschuss geleitet, der die Wahlniederschriften prüfen muss. Das endgültige Ergebnis der Landrats- und Kreistagswahl wird dann am 29. Mai um 17 Uhr im Landratsamt öffentlich bekannt gemacht.