Tröbnitz. Saale-Holzland: Das Gemeindehaus in Wolfersdorf ist nicht mehr zumutbar. Deshalb musste ein wichtiger Mitarbeiter nach Tröbnitz umziehen.

Dass in der Verwaltungsgemeinschaft Hügelland/Täler 2013 überhaupt ein Kontaktbereichsbeamter (Kobb) eingesetzt wurde, ist wohl dem langjährigen und durchsetzungsstarken Tröbnitzer Bürgermeister Wolfgang Fiedler zu verdanken. „Er kämpfte damals in der Landespolitik und machte sich für unsere Region stark“, sagt Kobb Jens Goldberg, der gerade einen Umzug von Wolfersdorf nach Tröbnitz hinter sich hat. Heute sind 13 Kobbs im gesamten Saale-Holzland-Kreis eingesetzt, eine einzige Stelle in Eisenberg ist noch frei.

Bis vor kurzem hatte Goldberg seinen Sitz im Wolfersdorfer Gemeindehaus in der Dorfstraße 24. Dass Wolfersdorf vor elf Jahren als Standort für seine Dienststelle gewählt wurde, lag unter anderem am Schloss „Zur fröhlichen Wiederkunft“, welches sich in direkter Nachbarschaft befindet und an schönen Tagen ein Besuchermagnet ist. Da es ab und an zu Verstößen gegen die Hausordnung kam, sei Goldbergs Präsenz hier erforderlich, sagte dieser damals.

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In den letzten Jahren sei das Gemeindehaus zumindest im Winter eine Zumutung gewesen. „Viel zu kalt.“ Ein Wasserschaden Ende Januar hatte das Gebäude endgültig unbrauchbar gemacht. VG-Chef Albert Weiler war es schließlich, der signalisierte: „Wir haben in der Verwaltung in Tröbnitz ein Zimmer frei, dann kommt das Archiv eben in den Keller“, und so war der Umzug beschlossene Sache.

Wofür ist ein Kontaktbereichsbeamter da? „Er hat schutzpolizeiliche Aufgaben, ist Ansprechpartner für Bürger, auch für kleinere Wehwehchen. Zudem für die Gemeinde, Verwaltungsgemeinschaft oder Bürgermeister“, zählt Goldberg auf. Oftmals unterschätzt werde der polizeiliche Einsatz an Straßenbaustellen, insbesondere dann, wenn Kinder im Spiel sind, die mit dem Bus zwischen Wohnort und Schule pendeln, oder wenn Ersatzbushaltestellen eingerichtet werden müssen.

VG Hügelland/Täler: Kobb als wichtiges Bindeglied

„Allein die Bushaltestelle in Renthendorf hat mich vier Tage Arbeitszeit gekostet“, sagt der 59-Jährige. Auch den Verkehr vor Schulen und Kindergärten müsse er absichern, sonst „droht ein Verkehrschaos“. Der Kobb wird vor allem in ländlichen Gebieten wie der Hügelland-Täler-Gemeinschaft mit etwa 130 Quadratkilometern als Bindeglied zwischen Polizeidienststelle und Bevölkerung, Kommunalverwaltung, Wirtschaftsunternehmen, Vereinen und Institutionen verstanden. Als Ansprechpartner auch ohne konkreten Auftrag. „Mich kann man auf der Straße ansprechen, vielleicht lässt sich dann manches Problem ohne viele Umstände lösen“, sagt der Kobb.

Wenn Jens Goldberg frühmorgens seinen Dienst antritt, weiß er nicht, was ihn über den Tag erwartet. Manchmal müsse er an einem Tat- oder Unfallort als erster zur Stelle sein und alles Weitere koordinieren. „Wenn der Notruf eintrifft, weiß ich nicht, was mich an Ort und Stelle erwartet“, erzählt der Polizist. Allerdings müsse er immer ein Auge auf die Eigensicherung haben und entscheiden, ob es nicht besser sei, auf Verstärkung zu warten.

Jens Goldberg: Angst gehört dazu

Ob er manchmal Angst verspüre? „Natürlich habe ich manchmal Angst, das gehört dazu. Angst macht vorsichtig und das ist in meinem Beruf immens wichtig.“ Zwar tragen die Kobbs Waffen, die Munition sei aber nicht fürs Töten ausgelegt, sondern um einen Täter zur Aufgabe zu zwingen oder zumindest in der Bewegung einzuschränken.

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Betrugsmaschen befänden sich im Aufwärtstrend, sagt der Kobb und empfiehlt: „Wer sich nicht sicher ist, sollte zum Telefon greifen und die Polizei anrufen. Auch wenn der Anrufer ein Polizist war, es lässt sich alles nachprüfen.“

VG-Verwaltung fühlt sich sicherer

VG-Chef Weiler und sein Team, deren Arbeitsplatz zu Ostern von Einbrechern heimgesucht worden war, fühlten sich mit der Präsenz von Jens Goldberg sicherer und würden ihn als Bereicherung wahrnehmen. „Vielleicht wirkt das Schild, das ich gemeinsam mit Herrn Goldberg an der Eingangstür angebracht habe, abschreckend“, hofft der Politiker. Schließlich könne man nie wissen, wann der Kobb im Haus ist und so könnte es Eindringlingen auch am Wochenende oder abends passieren, dass sie auf frischer Tat ertappt werden.

Information: Jeden Donnerstag bietet Jens Goldberg zwischen 16 und 18 Uhr eine Sprechstunde an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann ihn unter folgender Rufnummer erreichen: 01520/76 47 281.