Eisenberg. Zum dritten Mal findet der Flohmarkt für einen guten Zweck im Familienzentrum statt. Ohne fleißige Helfer wäre das nicht zu stemmen.

Eine Bierbank voller Bücher ist das erste, das man vom Flohmarkt des Eisenberger Familienzentrums erblickt. Hinter dem Papstsaal im Hof der Stadtbibliothek ragt sie hervor und macht neugierig auf weitere Schätze für den schmalen Taler. Und verspricht dabei nicht zu viel, denn neben Kleiderstangen und weiteren Bierzeltgarnituren voller Klamotten, Spielzeug, Deko und Schmuck gibt es auch einen Stand mit Kaffee, Kuchen und Erfrischungen. Und die kommen bei dem schönen Wetter am Samstag gerade recht.

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Im vergangenen Jahr ging es los mit den Flohmärkten für den guten Zweck, erzählt Ramona Prüfer vom Familienzentrum. Zweimal habe der 2023 stattgefunden und auch in diesem Jahr soll es noch einen weiteren geben, vermutlich im August. Die Sachen, die hier verkauft werden, wurden alle zuvor von Privatpersonen gespendet und werden vom Familienzentrum verkauft. Auch selbst gemachter Schmuck aus der Kreativgruppe, die sich mittwochs im Familienzentrum trifft, wird angeboten. Die Erlöse aus dem Flohmarkt sollen wiederum dem Familienzentrum zugute kommen.

Neuer Garten wurde im August von der Stadt übernommen

Beispielsweise schwebt Ramona Prüfer ein Sandkasten für den neuen Garten vor. Dieser gehört seit August zum Familienzentrum und wurde von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt – „dafür halten wir hier den Hof mit in Schuss“, erklärt Ramona Prüfer den Deal. Viel Arbeit haben sie und ehrenamtliche Helfer bereits ins Grün gesteckt: aus den Hängen wurden Beete, auf denen jetzt Gurken, Tomaten, Bohnen, Kohlrabi oder Auberginen wachsen sollen. Zuvor wurde der Zaun repariert. Am unteren Ende soll eine Kinderecke entstehen.

Ramona Prüfer ist dankbar für die tatkräftige ehrenamtliche Unterstützung im Familienzentrum, die unter anderem Hamza Alwazni (rechts) und Yazdeen Ali (links) beim Anlegen des neuen Gartens leisten.
Ramona Prüfer ist dankbar für die tatkräftige ehrenamtliche Unterstützung im Familienzentrum, die unter anderem Hamza Alwazni (rechts) und Yazdeen Ali (links) beim Anlegen des neuen Gartens leisten. © Funke Thüringen | Luise Giggel

„Ohne die Unterstützung der vielen Helfer hier würde das alles gar nicht gehen“, sagt Ramona Prüfer und nennt Hamza Alwazni und Yazdeen Ali, die auch beim Flohmarkt unter die Arme greifen, als Beispiele. „Die beiden und viele andere sind meist nur einen Anruf entfernt“, sagt Ramona Prüfer dankbar. Als sie krank geworden sei, habe sie täglich Essen für den ganzen Tag gebracht bekommen. Ohne den Job würde ihr etwas fehlen, sagt die fast 70-Jährige.

Zusammenarbeit mit Stadt und Behörden läuft gut

Das Familienzentrum werde hauptsächlich von Migranten genutzt, deshalb sei sie so ganz nebenbei inzwischen auch Formular-Expertin, denn da braucht es immer wieder Hilfe. Etwa 80 Personen, schätzt sie, nutzen mehr oder weniger regelmäßig ihre täglichen Angebote. „Man bekommt so viel zurück, die Leute sind unglaublich herzlich“, beschreibt Ramona Prüfer. So wurde auch für den Flohmarkt Kuchen gebacken und beim Auf- und Abbau mit angepackt. Das Jugendamt sowie das Arbeitsamt würden ihre Arbeit ebenfalls sehr unterstützen, sagt Ramona Prüfer. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe super. So soll es auch in Zukunft weitergehen, wünscht sich die Eisenbergerin.

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Das Familienzentrum in Eisenberg hat täglich von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Dienstags gibt es am Vormittag eine Krabbelgruppe für Kinder bis 3 Jahre und ihre Eltern, mittwochs gibt es vormittags ein Familienfrühstück und nachmittags trifft sich die Kreativgruppe und strickt beispielsweise Socken für junge Familien, die die Frühen Hilfen in Anspruch nehmen. Außerdem werden in den Ferien Ausflüge gemacht, etwa eine Wanderung durchs Mühltal oder in diesem Jahr in den Geraer Tiergarten. „Wir hatten bisher immer Glück mit dem Wetter bei unseren Veranstaltungen“, sagt Ramona Prüfer. So auch an diesem Samstag, als die Wolken über Eisenberg erst am Nachmittag aufziehen.