Pößneck. Goethe-Gesellschaft Pößneck lädt zu einem Vortragsabend mit Goethe-Texten von verblüffender Aktualität ein

Sechs Vortragsabende und einige andere Veranstaltungen trägt die Goethe-Gesellschaft Pößneck in diesem Jahr zum kulturellen Leben in der Stadt bei. Den Auftakt dieser Reihe bestreitet am Donnerstag, 22. Februar, um 19 Uhr mit Georg Schmidt ein emeritierter Professor des Historischen Instituts der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In der Aula des Gymnasiums Am Weißen Turm Pößneck spricht er über „Goethe als Landespolitiker und Kritiker der Moderne“.

„Goethe kam nach Weimar, um zu regieren“, heißt es von der Goethe-Gesellschaft zur Einführung in das Thema. Der spätere Dichterfürst „wollte das kleine Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach zum aufgeklärten Musterstaat machen. Das misslang. Für eine erfolgreiche Reformpolitik fehlte es an Geld und am guten Willen, eingefahrene Verhaltensweisen zu ändern. Goethe erfand sich deswegen in seiner italienischen Auszeit neu und schuf im Zusammenspiel mit Herzog Carl August das Ereignis Weimar-Jena. Die Doppelstadt wurde zu einem weltweit ausstrahlenden Kulturzentrum, das sich nicht auf den Musenhof Anna Amalias begrenzen lässt.“

Gefahren einer Freiheit ohne rechtliche und soziale Sicherungen

Interessanterweise fühlte Goethe, der 1749 bis 1832 lebte, was auch in der Gegenwart ein Diskussionsthema ist, kritisierte er doch „die modernen Entwicklungen des ‘immer mehr‘ und ‘immer schneller’“. Der Einladung zum Vortrag vom 22. Februar zufolge, bieten seine Texte „auch heute noch bemerkenswerte Einsichten, weil sie vor den heraufziehenden Gefahren der allseitigen Beschleunigung und einer Freiheit ohne rechtliche und soziale Sicherungen warnen“.

Georg Schmidt, emeritierter Professor des Historischen Instituts der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena, referiert in Pößneck
Georg Schmidt, emeritierter Professor des Historischen Instituts der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena, referiert in Pößneck © TZ

Die Goethe-Gesellschaft Pößneck wirkt in diesem Jahr außerdem an der Vorbereitung und Durchführung des 30. Pößnecker Osterspaziergangs vom 29. März mit. Am 2. Juni werden Mitglieder und Interessierte zu einer Tagesexkursion in die Goethestadt Bad Lauchstädt eingeladen. Der Goethe-Geburtstag (28. August) kann in diesem Jahr nur nachgefeiert werden, was am 1. September im Sportlerheim Bodelwitz geschehen wird. Und am 6. Dezember wird das Programm von einem heiteren Jahresabschluss im Lehrlingswohnheim der Volkssolidarität gekrönt.