Schleiz/Zeulenroda. Von Blattadern bis Fliegen: Marofkes Kunstwerke vermitteln nur noch bis zum 6. März das Knistern des Lebens in der Galerie der Schleizer Münze.

Der Anfang des Vergehens, leerer Schein und Nichtigkeit beschreiben einen lateinischen Begriff, den sich der Künstler Rainer Marofke zunutze gemacht hat. „Vanitas“ so heißt seine aktuelle Ausstellung in der Galerie der Schleizer Münze am Neumarkt.

Es sind Radierungen von Blättern, die sich kringeln von der Trockenheit. Die Farbgebung und die Details lassen förmlich das Knistern beim Zusammenrollen hören. Es sind Schädel, die Vergänglichkeit symbolisieren. Und Fliegen, die bei diesen Prozessen nicht wegbleiben.

Einhundert dieser kleinen Zweiflügler hat er gezeichnet und diese auf der Erfurter Kunstmesse unter Menschen gebracht. „Kunst kann man nicht besitzen. Kunst wechselt irgendwann den Besitzer. Der Anfang einer kleinen Ewigkeit. Das Tierchen hat es mir angetan. Es drückt für mich den liebenswerten Wunsch, das Verlangen, das Bemühen des Menschen aus, im eigenen Leben etwas zu erreichen, zu schaffen, glücklich zu sein“, erklärt er selbst dazu.

Der Künstler ist 1968 in Zeulenroda geboren, hat Werbegrafiker gelernt und später als Plakatmaler und Bühnendekorateur gearbeitet. Seit 1992 war er selbstständiger Grafik- und Kommunikationsdesigner und arbeitet als freier bildender Künstler. In die Radierung ist er durch den Maler Horst Sakulowski eingestiegen.

Seine Werke sind keine Eintagsfliegen

Im Jahr 2019 hat er in Zeulenroda die Kunstgalerie „Vanitas“ gegründet. Dort arbeitet er in einem Atelier, inmitten von Pflanzen und viel Natur auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei.
Marofkes Arbeiten sind zwar schnell zu identifizieren, weisen aber eine große Vielseitigkeit auf, bei der Technik und Herangehensweise auf. Die Blätter im Sepiaton, die den Blick auf sich ziehen, die filigranen Bäume, die wirken, als würde jeden Moment ein Windhauch über das Bild ziehen, die lustigen kleinen Fliegen und mittendrin seine Objektinstallationen. Darunter im Übrigen ein Koffer, den sein Großvater in Kriegsgefangenschaft selbst gebaut habe.

Seine großformatigen Arbeiten sind mit weißer Farbe grundiert. Das Graphit bleibt auf den Erhöhungen der Schlieren haften. Das schaffe Struktur. Gefallen daran hat man auch in der Thüringer Staatskanzlei gefunden und gekauft.