Reichmannsdorf. Die für die Jahreszeit hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben Huflattich, Winterlinge und Krokusse schon früh erblühen lassen

Die Winterferien, die am Sonntag in Thüringen zu Ende gingen, haben ihrem Namen in diesem Jahr aber mal so gar keine Ehre gemacht. Durchgängig Temperaturen im Plusbereich, von Eis und Schnee war selbst in den Höhenlagen von Thüringer Wald und Schiefergebirge nichts zu spüren. Wer Wintersport betreiben wollte, musste schon bis in die Alpen fahren - und auch dort ging unterhalb von 1000 Metern wenig.

Ein Mutterschaf mit Lämmern im Schlagetal zwischen Reichmannsdorf und Meura. Bis Ostern sind es noch mehr als fünf Wochen hin.
Ein Mutterschaf mit Lämmern im Schlagetal zwischen Reichmannsdorf und Meura. Bis Ostern sind es noch mehr als fünf Wochen hin. © Reinhard Luther | Reinhard Luther

Die Natur, die das alles wenig interessiert, hat auf ihre eigene Weise auf die frühlingshaften Bedingungen reagiert. Wohin man schaut, zeigen sich derzeit in Gärten und auf Wiesen die Frühblüher in voller Pracht. Selbst auf der mehr als 700 Meter hoch gelegenen Saalfelder Höhe ist derzeit Frühling im Februar. „Mit über 70 Lebensjahren habe ich ja schon viel Abnormitäten erlebt, was das Wetter und ständig neue Rekorde betrifft“, schreibt Reinhard Luther aus Reichmannsdorf in der Facebookgruppe „Heimat Thüringer Schiefergebirge“. Zum 1. Mai sei man froh gewesen, wenn es schon etwas Grün an den Zweigen gab.

Kommt noch ein „Märzwinter“ hinterher?

„Aber jetzt im Februar blühen im Gebirge die ersten Krokusse, die Winterlinge sowieso, die Schneeglöckchen und heute habe ich die ersten Huflattichblüten gesehen“, so der rührige Rentner. Auch jede Menge Bienen hätten die Winterlinge im Garten besucht. Frösche und Kröten seien noch in der Winterruhe, aber die ersten Osterlämmer habe er im Schlagetal schon gesehen. „Die Mutter ist allerdings sehr vorsichtig mit ihren Drillingen“, schildert der Reichmannsdorfer, der seine Begegnungen gern im Bild festhält.

Blühender Huflattich auf der Saalfelder Höhe - durchaus ungewöhnlich für Mitte Februar.
Blühender Huflattich auf der Saalfelder Höhe - durchaus ungewöhnlich für Mitte Februar. © Reinhard Luther | Reinhard Luther

Andere Gruppenmitglieder bestätigen die Beobachtungen. Ein Gösselsdorfer warnt vor falschen Schlüssen: „Wir hatten auch in den 70ern schon warme Monate zu Jahresbeginn. Mein Vater hatte Bienen und die flogen 1974 auch schon Mitte Februar. Meist kam danach noch ein sogenannter ‚Märzwinter‘. Lassen wir uns überraschen!“