Saalfeld. Im Gespräch mit Selina Peip, Schülerin der Kreismusikschule und begabte Flötistin

Selina Peip, Musikschülerin an der Kreismusikschule Saalfeld, hat am vergangenen Wochenende beim Landeswettbewerb Jugend musiziert Thüringen in Sondershausen einen 1. Preis mit 23 Punkten und der Weiterleitung zum Bundeswettbewerb nach Lübeck erreicht. Aus diesem Grund haben wir mit ihr ein Interview über ihre Erfahrungen und ihren bisherigen musikalischen Werdegang geführt.

Selina Peip ist 17 Jahre alt und besucht derzeit die 11. Klasse des Heinrich-Böll-Gymnasiums. Sie wohnt in Saalfeld und besucht dort auch die Musikschule Saalfeld. Hier erlernt sie sowohl das Flötenspiel als auch das Klavierspiel. In ihrer Freizeit spielt sie auch im Mandolinenorchester Rudolstadt Mandoline und geht zum Flötenquartett. Zweimal in der Woche gehört Volleyball zu ihren festen Terminen. Bei den öffentlichen Konzerten der Saalfelder Musikschule ist sie regelmäßig zu erleben.

Selina Peip, ganz ehrlich, haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?

Nein, habe ich ehrlich gesagt nicht. Mein Ziel war es, dass ich nicht unter 20 Punkten bei der Bewertung liege. Ich habe mich dann total über die Bewertung der Jury gefreut, die mich mit 23 von 25 Punkten zum Bundeswettbewerb weitergeleitet hat.

Wie lange spielen Sie schon Flöte? Und war das schon immer das Instrument Ihrer Wahl?

Ich spiele seit dem letzten Kindergartenjahr Flöte in der Musikschule Saalfeld, also seit 12 Jahren.

Bei einem Schnuppertag in der Musikschule stand für mich sofort fest, dass ich Blockflöte lernen wollte. Mich hatte fasziniert, dass man gleich ohne Erfahrung sehr viele Techniken ausprobieren konnte. Mit der Zeit merkte ich, wie unterschätzt dieses Instrument ist. Zumal es eine ganze Blockflötenfamilie gibt und es außerdem sehr anspruchsvolle Literatur aus den unterschiedlichsten Zeitepochen gibt.

Wer hat Sie bisher musikalisch geprägt und wer sind Ihre größten Unterstützer?

Ich bin in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Die ersten drei Jahre hatte ich bei Karin Vogel Unterricht. Ab dem vierten Jahr unterrichtete mich Mirela Precup, die mich sehr forderte und förderte. Seitdem sind wir ein eingespieltes Team und bestritten einige Wettbewerbe. Da die Blockflöte ein Barrockinstrument ist, wird sie meistens von einem Cembalo begleitet. Hier unterstützt mich seit vielen Jahren Mayuko Kamishiraishi.

Meine Mutter, die sich seit Jahren im Mandolinen Orchester engagiert, überzeugte mich mit 10 Jahren, dort Flötenkonzerte zu spielen. Und seit ein paar Jahren lerne ich noch Mandola bei Ulrich Franz, ein Mandolaspieler des Orchesters.

Meine Großeltern sind auch sehr wichtige Unterstützer und neben meinen Eltern die größte Fangemeinde.

In Lübeck das wird bestimmt Ihr bislang wichtigster Auftritt. Haben Sie schon einmal gezählt, wie oft Sie seit 2012 öffentlich aufgetreten sind?

Da ich sowohl solo als auch in Gruppen auftrete, also im Quartett, beim Thüringer Blockflötenorchester, beim Mandolinenorchester, sind es in den letzten Jahren sehr viel Auftritte gewesen, weswegen ich nicht mehr so viel Lampenfieber wie noch vor einigen Jahren habe.

Es richtig, dass das Vorspiel in Lübeck der wichtigste Auftritt in meinen bisherigen Leben sein wird.

Welcher Auftritt ist Ihnen am intensivsten in Erinnerung geblieben?

Am schönsten waren die Auftritte mit den Thüringer Symphonikern zur Zukunftsmusik, die jedes Jahr in Zusammenarbeit zwischen Musikschulen und dem Orchester stattfindet. Man hat selten die Chance als junger Mensch mit einem Profi-Orchester zusammenzuarbeiten, denn das ist ganz toll.

Wie sind Sie auf die Auswahl der Stücke gekommen, die Sie in Sondershausen gespielt haben? Und wissen Sie bereits, welche Stücke Sie beim Bundeswettbewerb vorführen werden?

Da in so einem Wettbewerb verschiedene Musikepochen berücksichtigt werden müssen, habe ich mit meiner Lehrerin Frau Precup ein Renaissance-, ein Barock- und ein modernes Stück ausgesucht. In meiner Altersgruppe werden 20 Minuten gespielt. Das Programm für Lübeck ist identisch mit dem für den Regional- und Landeswettbewerb.

Haben Sie einen Lieblingskomponisten oder ein Lieblingsstück?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Es gibt so viele, tolle Stücke und Komponisten aus den unterschiedlichsten Musikepochen, dass es deshalb sehr schwer ist, sich festzulegen.

Am liebsten mag ich es, mit anderen zu musizieren.

Und nun ganz privat – welche Musik hören Sie, wenn Sie nicht gerade Flöte spielen?

Meine meistgehöhrten Künstler sind zum Beispiel AURORA und Conan Gray. Und je nach Stimmungslage höre ich andere Musik oder auch gerne Filmmusik.

Eine letzte Frage – haben Sie schon überlegt, ein Musikstudium anzutreten und Berufsmusikerin zu werden?

Ja, ich habe schon darüber nachgedacht, aber im Moment möchte ich mich eher an naturwissenschaftlichen Berufen orientieren. Musik wird aber immer eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben spielen.

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