FC Einheit Rudolstadt beendet erfolgreiche Pokalzeit

Eisenberg  Fußball: Im Landespokal scheidet der FC Einheit Rudolstadt nach einer 0:2 (0:1)-Niederlage beim Thüringenligisten SV Eintracht Eisenberg aus.

Der Rudolstädter Marco Riemer kommt vor Kevin Wriske zum Schuss. Einheit verabschiedet sich mit dem 0:2 aus dem Landespokal.

Der Rudolstädter Marco Riemer kommt vor Kevin Wriske zum Schuss. Einheit verabschiedet sich mit dem 0:2 aus dem Landespokal.

Foto: Jens Henning

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In den letzten sechs Spieljahren erreichte der FC Einheit im Landespokal ein Mal das Achtel-, drei Mal das Viertel- und sogar zwei Mal das Halbfinale. Doch in dieser Saison ist es so, wie 2012/13. Der Thüringer Pokalwettbewerb findet ab sofort ohne die Rudolstädter statt.

Für FC-Trainer Holger Jähnisch war das Ausscheiden bitter und unnötig. Doch der erfahrene Trainer wollte nicht auf seine Schützlinge einhauen. „Man kann mit der Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, gar nicht unzufrieden sein. Das habe ich auch so gesagt. Wir haben den Ball gut laufen lassen, Tempo ins Spiel gebracht, Druck aufgebaut und uns Chancen ohne Ende herausgespielt“. Und am Manko, die Möglichkeiten zu verwerten, ist die Einheit schließlich gescheitert. Das sah auch Jähnisch so, der davon sprach, dass die Fülle an Chancen zu zwei, drei Toren hätte reichen müssen, wobei er seine Schützlinge mit einer veränderten taktischen Grundformation ins Match schickte.

Schon nach einer Minute war Sven Rupprecht in bester Schussposition, aber er traf nicht. Ähnlich erging es Marco Riemer, dessen Abschluss nicht präzise genug war (7.) Dann war erneut Rupprecht am Ball, doch er verfehlte das von Torhüter Lewandrowski bestens gehütete Eintracht-Gehäuse (17.). Kurz darauf versäumte es Lukas Schirrmeister nach einem schnellen Angriff, bei dem die Gäste einmal Platz zum Kontern hatten, selbst abzuschließen. Sein Versuch, den Nebenmann zu erreichen, scheiterte (19.). Dann tauchte Markus Güttich im Strafraum der Hausherren auf, aber der SV-Keeper parierte seinen Kopfball (21.).

Der aktuelle Thüringenligazweite beschränkte sich bis dahin darauf, die Angriffe des Oberligisten einzudämmen. Bis auf einen Freistoß aus gut 30 Metern, der aber nichts einbrachte (8.), drohte der diesmal von Leri Natradze bewachten Box keinerlei Ungemach. Das sollte sich nach 22 Minuten ändern. Zunächst setzte ein FC-Verteidiger Torjäger Jakub Petrik unfreiwillig in Szene, aber der scheiterte freistehend am glänzend reagierenden Natradze. Die nachfolgende Ecke brachte das 1:0 für die Platzelf. Die Deckung der Gäste wirkte ungeordnet und Danny Müller bugsierte das Spielgerät ins Netz (22.).

Der Rückstand motivierte die höherklassige Mannschaft dazu, noch mehr Druck auszuüben. Sie kam zu zahlreichen Ecken und weiteren Chancen durch Patrik Schlegel (32., 36.) und Riemer (33., 40., 43.). Dem Torekonto konnte jedoch nichts gutgeschrieben werden. Eisenbergs Trainer Thomas Lässig, der auch nach dem 1:0 nicht daran geglaubt habe, weiterzukommen, blieb weiter seine Linie treu, verteidigte aufopferungsvoll und zeigte, so ihr Trainer: „Moral, Willen, Einsatz, Leidenschaft und Teamspirit“.

Auch nach dem Kabinengang war der Gast die spielbestimmende Mannschaft. Er schnürte den Gegner regelrecht in dessen Hälfte ein, schraubte das Eckenverhältnis weiter nach oben und hatte nach 49 Minuten die große Chance, auszugleichen. Aber Riemer, ansonsten ein sicherer Schütze vom Punkt, scheiterte an Lewandrowski. Dieser aus der Sicht von Lässig unberechtigte Elfmeter, auch Jähnisch sah die Situation, die zum Pfiff führte, nicht anders, sei die Initialzündung für seine Elf gewesen, wusste Lässig die „Heldentat“ seines Keeper einzuschätzen. „Nun war der Glaube da, die Partie zu gewinnen“, sagte er.

Dennoch hatte die Eintracht weiter Schwerstarbeit in der Defensive zu leisten und es schien eigentlich nur eine Frage der Zeit zu seinen, bis die Gäste zum Ausgleich kommen würden. Aber wie schon vor dem Wechsel versemmelte der Oberligist selbst beste Gelegenheiten durch Riemer (59., 65.) und Güttich (65., 71.). Auch Schlegel traf nicht (74.). Und als Riemer im Strafraum attackiert wurde, da hofften seine Teamgefährten vergeblich auf einen zweiten Strafstoßpfiff des Unparteiischen, der in dieser Situation auf Nachfrage kein Foul sah (72.).

Kurz danach die Entscheidung. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld startete Eisenberg einen hervorragend angelegten Konter gegen die weit aufgerückten Rudolstädter. Marius Mücke war der umjubelte Schütze. Zwar versuchten die Gäste noch einmal alles, um das Blatt noch zu wenden, aber gegen die hohen Bälle hatte Eisenberg durchaus Gegenmittel, so dass der Thüringenligist in den letzten 13 Minuten nicht mehr in große Gefahr geriet.

Thomas Lässig erklärte im Interview nach Spielschluss seine Sicht auf die faire Pokalpartie:„Man hat am Spiel wieder gesehen, welche eigenen Gesetze der Pokal hat. Ich bin überglücklich über die Art und Weise, wie meine Mannschaft den Matchplan umgesetzt hat. Wir hatten uns schon vor dem Spiel insgeheim Chancen ausgemacht. Insofern kommt es nicht ganz so überraschend, obwohl es ein hartes Stück Arbeit war. Wir haben unsere Chancen konsequent genutzt. Das hat uns ausgezeichnet und war sicherlich der Schlüssel dazu, dass wir als verdienter Sieger den Platz verlassen haben.“

Holger Jähnisch traf dieses Urteil: „Wir müssen einfach nur die Tore machen und das ist das Einzige, was wir uns vorwerfen lassen müssen. Eisenberg hat gut verteidigt. Auch wenn man alle statistischen Details auf seiner Seite hat, zählen im Fußball nun einmal die Tore, Und dann ist es auch verdient für den Gegner“,

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