Hartes Stück Arbeit für den HSV Bad Blankenburg

Saalfeld/Delitzsch  In der Mitteldeutschen Handball-Oberliga gewinnt der Aufsteiger 32:28, während der HSV Apolda beim Tabellenzweiten Delitzsch 25:27 verliert.

Der Bad Blankenburger Tomas Zeman versucht sich vergeblich, gegen zwei Abwehrspieler vom SV 1895 Oebisfelde durchzusetzen. Letztlich gewinnt der Neuling vor allem starker letzter Minuten.

Der Bad Blankenburger Tomas Zeman versucht sich vergeblich, gegen zwei Abwehrspieler vom SV 1895 Oebisfelde durchzusetzen. Letztlich gewinnt der Neuling vor allem starker letzter Minuten.

Foto: Peter Scholz

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Dem HSV Bad Blankenburg ist die Verlegung des Heimspieles gegen Oebisfelder von der Landessportschule – dort fand zur gleichen Zeit ein Turnwettkampf mitteldeutscher Talente statt – nur in den letzten Minuten so richtig bekommen. Der Aufsteiger quälte sich gegen die sachsen-anhaltinischen Gäste und gewann letztlich 32:28 (13:11). Damit bleibt das Team von Igor Ardan in der Mitteldeutschen Oberliga ungeschlagen.

Beim Gastgeber war fast über die gesamte Spielzeit nichts von der Spritzigkeit und Schnelligkeit zu sehen, die das Team in den ersten Spielen auszeichnete: Vor allem zu Beginn der Partie antwortete Oebisfelde auf die Blankenburger Treffer mit ganz schnellem Handball, so dass sich die Lavendelstädter nie wirklich absetzen konnten. Hinzu kam eine schlechte Chancenverwertung.

„Wir haben richtig viele Probleme im Rückraum gehabt“, sagt Igor Ardan, der dafür auch das Harz mitverantwortlich machte: In Gorndorf werde ein anderes Klebemittel als in Bad Blankenburg verwendet, „und so etwas verunsicherte vor allem unsere Rückraumschützen“.

Dennoch schienen die Gastgeber das Spiel in Hälfte zwei in den Griff zu bekommen, führten 16:11. Doch die scheinbar komfortable Führung hielt nicht, Oebisfelde kam wieder heran und zehn Minuten vor dem Ende zum Ausgleich.

„Wir hätten schon mit den fünf Toren Vorsprung die Entscheidung früh herbeiführen müssen“, so Ardan.

Nun wurde es zur Nervenschlacht: Der HSV zitterte sich förmlich von Tor zu Tor, legte vor. Doch Oebisfelde hatte immer eine Antwort parat (27:27; 57.). In den letzten drei Minuten machten die Gastgeber dann doch den Sack zu, schafften sich dank eines 3:0-Laufes des Polster, das den dritten Sieg im vierten Spiel perfekt machte. Und der Sieg sah am Ende mit dem 32:28 irgendwie auch recht sicher aus. Doch das täuschte.

Ein täuschendes Ergebnis gab es auch beim HSV Apolda: „Ganz nüchtern betrachtet: Das Ergebnis sieht für uns besser aus unser Spiel war“, sagt Apoldas Coach Robert Flämmich.

Bei der HSV-Niederlage waren die Glockenstädter beim Tabellenzweiten nur eine Viertelstunde ebenbürtig, danach brach taktisches Unvermögen den Apoldaern das Genick. Vor allem in Überzahl konnten die Gäste in der Begegnung kein Profit daraus schlagen, erzielten bei numerischem Übergewicht nur ein Tor, der Gegner dagegen vier. „Binnen sechseinhalb Minuten lagen wir so mit sechs Toren hinten“, so der Trainer.

Und die Apoldaer hatten durchaus im Laufe des Spieles noch weitere Möglichkeiten, den zwischenzeitlichen Abstand zu verkürzen und im Spiel zu bleiben: „Beim 13:16-Rückstand gab es praktisch einen erneuten Matchball für uns“, so Flämmich. Aber statt zu verkürzen, ziehen die Delitzscher auf 24:17 davon und das Spiel war quasi entschieden. Dass die Apoldaer dann doch noch einmal näher kamen, lag vor allem am Wechselkontingent der Gastgeber: Die setzten die zweite Reihe ein und ließen den HSV gewähren. Aber eben nur bis zum 25:27.

„Das Ergebnis sieht selbst heute noch toll aus“, so Robert Flämmich gestern, „aber ich wäre total neben der Spur, wenn ich behaupten würde, dass wir eine realistische Chance auf einen Punktgewinn hatten“, sagt der Trainer. Denn 75 Prozent der Begegnung gehörten dem Gastgeber, der verdient gewann.

Freilich: Das Manko, kein Kapital aus der Überzahl zu ziehen, gab es bei den Apoldaer nicht erst beim sächsischen Medaillenkandidaten. „Das geht es jetzt schon dass dritte Spiel hintereinander so“, ärgert sich Robert Flämmich, der seinen Spielern aber dennoch für die Moral und den kämpferischen Einsatz Lob zollte. Der Ärger über die Niederlage in Delitzsch hält sich so in Grenzen. Denn ein Punktgewinn wäre eine große Überraschung gewesen: Da sei die Niederlage gegen Köthen in der Vorwoche viel ärgerlicher.

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