Fast volle Parkplätze, aber kein Chaos in Wurzbach

Wurzbach  Tagestouristen kommen zum Wintersport zum Frankenlift nach Wurzbach, überrennen den Erholungsort aber nicht.

Kerstin Kluge und Falk Schmidt wollen zum Langlauf. Einheimische und Tagesausflügler nutzen am Samstag die Rodelbahn und die Skipiste am außer Betrieb befindlichen Frankenlift in Wurzbach für den Wintersport.

Kerstin Kluge und Falk Schmidt wollen zum Langlauf. Einheimische und Tagesausflügler nutzen am Samstag die Rodelbahn und die Skipiste am außer Betrieb befindlichen Frankenlift in Wurzbach für den Wintersport.

Foto: Peter Cissek

Während immer mehr Wintersportorte ihre Einfahrten schließen, um am Wochenende in Coronazeiten nicht von Tagestouristen überlaufen zu werden, ging das Leben in Wurzbach am Samstag normal weiter. Lediglich der Frankenlift war wegen der Viruseindämmungsmaßnahmen außer Betrieb und die Skiimbisshütte geschlossen. Wie die Autokennzeichen verrieten, kamen zahlreiche Wintersportfreunde selbst aus Gera, Jena oder Rudolstadt. Am Rodelberg neben der Abfahrtpiste und auf den Loipen herrschte kein übermäßiger Andrang. Auch waren die Parkplätze am Lift und Sportplatz am Nachmittag nur fast voll. „Im Saale-Orla-Kreis gab es in dieser Hinsicht keine besonderen Vorkommnisse“, bestätigte am Abend auch die Polizeiinspektion in Schleiz.

Statt ins Erzgebirge nach Wurzbach

„Wir waren das erste Mal hier. Sonst fahren wir zum Langlauf ins Erzgebirge, aber das ging jetzt nicht“, sagte Jens Burian aus Rohna bei Niederpöllnitz, der eine knapp einstündige Autofahrt nach Wurzbach in Kauf nahm. „Wir haben eine Tour zum Altvaterturm nach Lehesten absolviert. Dort war zwar mehr los, aber auch die dortigen Parkplätze waren nicht komplett voll“, sagte Jens Burian. Der vierköpfigen Gruppe, die mit zwei Autos angereist war, hat es auf den Loipen bis minus zwei Grad Celsius und etwa 20 Zentimeter Schnee gut gefallen. „Wir werden wieder kommen“, so Burian.

„Hier ist es überschaubar, man kann ausreichend Abstand halten. Irgendwo müssen sich die Kinder an der frischen Luft auch bewegen“, sagte Thomas Fischer aus Kaulsdorf, der in der Region groß geworden und die Hänge als Kind schon sehr oft mit dem Schlitten herunter gefahren sei.

„Wenn Schnee liegt, das Hotel und der Lift geöffnet haben, ist hier deutlich mehr Betrieb“, sage Kerstin Kluge aus Wurzbach, die mit ihrem Lebensgefährten Falk Schmidt zur Langlauftour aufbrach. Sie sehe keine Gefahr durch die auswärtigen Wintersportfreunde und sei froh, dass der Alpine Skiclub Wurzbach die Loipen gespurt habe.

„Eine Sperrung des Ortes für Auswärtige stand für uns bisher nicht zur Debatte. Der Tagesausflüglerzustrom hält sich in Grenzen. Negative Begleiterscheinungen wie hinterlassene Abfälle oder gar Notdurft im Freien hat es bei uns bislang nicht“, sagte Bürgermeister Jan Schübel (CDU-BU). Er bedauert, dass nach zwei Jahren ohne Schnee der Tellerlift pandemiebedingt geschlossen werden musste, obwohl alle an der frischen Luft geblieben wären.