Vermischtes

Bezaubernder Dream-Pop von June Cocó in Altenburg

June Cocó erschuf ein fesselndes Soundkonstrukt aus Samples, geloopten Melodielinien und mehrfach übereinander gelegten Gesangslinien.

June Cocó begeistert mit ihrem Dream-Pop im Paul-Gustavus-Haus in Altenburg

June Cocó begeistert mit ihrem Dream-Pop im Paul-Gustavus-Haus in Altenburg

Foto: Jens Paul Taubert

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Altenburg Eine Frau am Klavier, eine absolut betörende Stimme und ganz viel Gefühl – June Cocó nahm die sehr zahlreich erschienenen Gäste im Paul-Gustavus-Haus jetzt mit auf eine Reise in ihre Traumwelt. Umgeben von Vogelzwitschern und Wasserrauschen wurden die Zuhörer in eine zauberhafte Fabelwelt entführt.

Schaut man sich das Cover der aktuellen Platte der Sängerin aus Leipzig an, dann entdeckt man dort eine unter Wasser schwebende, feenhafte Gestalt. Ganz tief taucht sie hinein in das kühle Blau und genauso tief konnte auch das Publikum im Kulturcafé mit in ihre Soundwelten hinabtauchen. Alles war eingehüllt in ein präsentes, perfekt ausbalanciertes und umhüllendes Sound-Gewand. Das was June Cocó da bot, war weit mehr als gut gemachter Indie-Pop. Vielschichtig und komplex, schwebend und raumfüllend, fantastisch und tiefgründig – die Musik der jungen Frau aus Leipzig zog die Meisten im Raum schon ab dem ersten Lied in ihren Bann, auch wenn sie bei genauerer Betrachtung gar nicht so einfach zu fassen ist.

June Cocó erschuf ein fesselndes Soundkonstrukt aus Samples, geloopten Melodielinien und mehrfach übereinander gelegten Gesangslinien. Und dabei, und das ist wohl nur einer der vielen faszinierenden Aspekte daran, wirkte die Musik nie unnütz überladen. Alles hatte seinen Platz und jeder Ton hatte seine Daseinsberechtigung. Genau ausbalanciert und in radiotauglichen drei Minuten auf den Punkt. Warum die Musik der gebürtigen Bayerin noch nicht in den großen Rundfunkanstalten hoch und runter läuft, verwundert sehr. Ist aber gleichzeitig auch ein Glücksfall, denn dann hätte die Mannschaft vom Paul-Gustavus-Haus wohl kaum mehr die Gelegenheit, solch eine Künstlerin für ein Konzert im intimen Rahmen der kleinen Bühne im Café verpflichten zu können.

Die Sängerin könnte mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrer Leidenschaft für die eigene Musik durchaus auch die großen Festivals ganz locker bespielen. June Cocó reiste den ganzen Abend spielend leicht zwischen den manchmal sicher auch sehr fordernden Traumwelten in ihren Songs und ihren herzerfrischenden Ansagen hin und her und war dabei immer vollkonzentriert bei der Sache. Hier eine Linie auf dem Klavier, dort zwei Samples vom Samplepad und dann noch als Krönung des Ganzen diese beeindruckende stimmliche Präsenz. In Sachen Wandlungsfähigkeit in der Stimme war sie ganz nah an der großen Kate Bush oder wenn es um den spielend-leichten Wandel zwischen den Extremen geht auf alle Fälle auch ebenbürtig mit Regina Spektor. Ein tolles Live-Erlebnis, das bei ganz vielen auch Lust gemacht hatte auf das neue Album der Wahl-Leipzigerin mit dem äußerst passenden Titel „Fantasies & Fine Lines“.

Musikalisch geht es im Paul-Gustavus-Haus dann noch einmal am Samstag, 7. Dezember 2019, um 20 Uhr zu, wenn der Jazzklub Altenburg mit dem Jazzrock-Trio Malstrom zu Gast sein wird.

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