Trotz Rekordhaushaltes ist man zu langsam

Wilchwitz.  Zweckverband Altenburger Land würde gerne viel mehr umsetzen, hadert aber mit der Förderung

Lars Merten, Werkleiter des ZAL.

Lars Merten, Werkleiter des ZAL.

Foto: Andreas Bayer

Der Haushalt des Zweckverbands Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) sieht für 2021 hohe Investitionen vor: knapp 2,6 Millionen Euro im Trinkwasser- und etwas mehr als sechs Millionen Euro im Abwasserbereich. In den vergangenen Jahren lagen diese Summen bei etwa 1,5 und vier Millionen Euro. Geschuldet sei dies dem in diesem Jahr vom Landtag beschlossenen Abwasserpakt. Wegen der hohen Investitionen wird der ZAL rund 2,7 Millionen Euro an Krediten aufnehmen.

„Der Freistaat bemüht sich, durch verstärkte Fördermittel den Anschlussgrad zu erhöhen“, sagt ZAL-Werkleiter Lars Merten bei der Vorstellung des neuen Haushaltes. Das neue Wassergesetz sehe vor, dass alle Orte mit mehr als 200 Einwohnern zentral zu erschließen seien. Da seien im Detail Abstimmungen mit der Unteren Wasserbehörde notwendig, so Merten. Denn in einigen Orten des Verbandsgebietes sei dies derzeit kaum umsetzbar, etwa in Langenleuba-Niederhain oder Grünberg. Die langgestreckte Lage der Orte sei hier das zentrale Problem, weshalb eine Erschließung nur mit deutlich höherer Förderung umsetzbar wäre.

Probleme drohen in Ponitz

In Kriebitzsch wird eine Pumpstation mit Druckleitung nach Rositz gebaut. Von den rund 900.000 Euro sind knapp 60 Prozent Fördermittel. Etwa 2,1 Millionen Euro werden für den vierten und fünften Bauabschnitt zum Anschluss von Lödla verbaut. Allerdings sei nur für zwei der sieben angemeldeten Projekte auch eine Förderung genehmigt worden.

Deshalb kann beispielsweise in Ponitz im kommenden Jahr nicht weitergebaut werden. Das sei besonders bitter, da der dortige vierte Bauabschnitt bereits als Gemeinschaftsmaßnahme abgestimmt war. Weil unklar sei, ob das Straßenbauamt im Jahr 2022 die Mittel dafür einräumen könnte, droht ein längeres Verschleppen. „Wir haben ein Schreiben an das Umweltministerium verfasst, weil dadurch die komplette Baumaßnahme infrage gestellt wird“, so Merten.

Weniger problematisch sei der Aufschub in Ehrenhain, wo auch schon im laufenden Jahr nicht gebaut werden konnte. Ebenso wurde die Erschließung der Kauritzer Straße in Gößnitz wurde auf 2022 geschoben. Allerdings wird im kommenden Jahr der Anschluss von Bornshain an die Kläranlage in Gößnitz angeschoben. Der ZAL rechnet hier mit Kosten von etwa 350.000 Euro, davon rund 250.000 Euro vom Land.

Wie man in Altkirchen vorgehen werde, sei noch nicht ganz klar, so der ZAL-Werkleiter. Hat man vor zehn Jahren noch über ein eigenes Klärwerk nachgedacht, so sei inzwischen ein Anschluss über Bohra an die Kläranlage der Stadtwerke Schmölln die wahrscheinlichste Lösung. Man erhalte im Abwasserbereich zwar 1,2 Millionen Euro an Förderung für 2021, komme aber dennoch nicht so schnell von der Stelle wie man sich dies wünsche, so Lars Merten.

Dem Anschluss der Brunnendörfer widmet man weiterhin große Anstrengungen. Wie berichtet, wurden in 2020 Hartha und Boderitz angeschlossen. In Lossen sind die Arbeiten noch im Gange, etwa 300.000 Euro werden hier noch verbaut. Im Jahr 2021 werde man Koblenz, Pfarrsdorf und Dobraschütz angehen. Bei den beiden erstgenannten soll das Trinkwasser bereits in einem Jahr anliegen, zum Preis von rund 170.000 Euro. Dobraschütz wird erst 2022 fertig werden, hier geht der ZAL von Kosten in Höhe von etwa 500.000 Euro für beide Jahre aus. Wie es darüber hinaus weitergeht, ist unklar. Denn die Förderrichtlinie für die Brunnendörfer läuft 2021 aus.

Sobald im Sommer das neue Abwasserbeseitigungskonzept fertig sei, wolle man eine langfristige Kalkulation erstellen, so Lars Merten. „Wir wollen der Umweltministerin vorrechnen, wo wir in 20 oder 50 Jahren hinkommen, wenn die Fördermittel nicht erhöht werden“, sagt er. Sinnvoll fände er es auch, wenn man die Abwasserentsorgung für den gesamten Landkreis in einem Betrieb zusammenführe.